E. hebes vs. hirtipes

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Es gibt 1 Antwort in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von G_Woelfel.

  • Hallo zusammen,


    vergangenen Montag hatten wir wieder mal ein schönes Exemplar von E. hirtipes im Verein. Bislang wäre es mir nie in den Sinn gekommen, dass dieser kräftige, im Frühjahr wachsende Pilz irgendetwas mit dem schmächtigen, langstieligen E. hebes zu tun haben könnte. Wenn man sich an die makroskopische Ausschlüsselung von Gröger hält, kommt man auch kaum ins Schleudern beim Bestimmen, wenn man einmal davon absieht, dass der Geruch als undeutlich bezeichnet wird. Schlüsselt man allerdings mit FE5a oder GpBW4, kann es kritisch werden.


    Zum Beispiel bei dieser Kollektion vom vergangenen Herbst, die im Kalkbuchenwald an der Isar wuchs:





    Die Pilze hatten exakt den Geruch von E. hirtipes und folgende Sporenmaße: 11,4 x 8,2 (9,8-13,9 x 7-9,5), Q=1,39 (1,27-1,51), 20 Sp. gemessen; Nach FE5a und GpBW also glasklar E. hirtipes. Trotzdem käme ich nie auf die Idee, diese Pilze so zu bestimmen, denn sie sind meiner festen Überzeugung nach dasselbe wie meine kleinersporigen Aufsammlungen von E. hebes aus demselben Habitat an der Isar.


    2010 habe ich nur 20 Meter voneinander entfernt zwei Kollektionen von E. hebes in der Toskana gefunden, wobei die Sporenmaße der ersten Kollektion vorschriftsmäßig waren ( 9,3 x 6,2 (8,5-10 x 5,5-6,5)), die der zweiten hingegen erheblich größer ausfielen (11,5 x 7,7 (10-13,5 x 7-8,5)).


    Die fünf Aquarelle im Pilzkompendium zeichnen ein ziemlich "buntes" Bild von E. hebes, wobei zumindest die Kollektion D absolut keine Ähnlichkeit mit den grazilen, langstieligen Pilzen hat, die ich aus spätherbstlichen Laubwäldern kenne.


    Wie sind eure Erfahrungen mit dieser mit diesen beiden Arten und habt ihr eine Vorstellung von E. kuehnerianum?


    Grüße


    Hias

  • Hallo Hias,


    Den vorgestellter Fund gehört ganz eindeutig zu Entoloma hebes. Am Geruch sollte man die Bestimmung allerdings nicht festmachen. Zwar riecht E.hebes normalerweise schwach und E.hirtipes aufdringlich nach frischer Gurke, dieses Merkmal ist aber nicht konstant. Abgesehen vom zarten Wuchs mit ausgeprägter, schwarzbrauner Papille unterscheidet sich E. hebes aber auch durch etwas kleinere und vor allem schmälere Sporen und deutlich schmälere Cheilozystiden von E.hirtipes.


    Gruß Gerhard