Posts by Clavaria

    Andre Bidaud ist vor etwa zwei Jahren gestorben...

    Ich denke das folgt so der gängigen Interpretation von Fries' Werken. Im Werk von 1874 steht nichts spezielles dazu, Trog wird aber auch nicht erwähnt. Damals hat man sich auch noch nicht so viel Gedanken zur Nomenklatur gemacht.


    Lg Raphael

    Welch unerwartete Wendung :)

    Nun taucht natürlich wieder die Frage auf, warum das als Korrigendum in der Flora Photographica auftaucht...

    wundere mich nur, dass C. phrygianus (Fr.) Fr. in den Datenbanken und der Literatur deutlich dominiert

    Das hat einen simplen Grund: Die Autoren schreiben einander ab. Und heute verlässt sich jeder auf die Mycobank, wo das Zitat ja auch falsch ist, wie wir nun wissen.

    LG Raphael

    Hallo Jürgen

    So wie ich es verstanden habe: Nein, der Name wird durch diese Regel nicht illegitim.
    "besitzt keine Priorität" ist was anderes als "ist illegitim".
    Bei der Priorität geht es nur darum, welcher der vorgeschlagenen Namen verwendet werden soll.

    Ein Autor KANN auf einem anderen Rang dasselbe Epithet verwenden, MUSS aber NICHT.

    Trog hätte also auch Cortinarius irgendwassus schreiben können, und dazu anmerken, dass dies ein neuer Name für C. sublanatus var. phrygianus ist (so wie in den beiden Beispielen oben). Dieser Name hätte dann trotzdem Priorität, auch wenn Fries später seine Varietät mit dem gleichen Epithet in den Artrang erhebt. Das sagt diese Sydney-Regel aus, mehr nicht.

    Warum darf man das Epithet ändern, wenn man eine Varietät zur Art macht?

    1. Es könnte theoretisch schon vorher einen anderen Pilz mit Namen Cortinarius phrygianus geben können. Nur weil das Epithet als Varietät benutzt wurde, ist es nicht automatisch auch auf Artrang "reserviert" (und umgekehrt). Im theoretischen Fall, dass es schon einen früheren (anderen) Cortinarius phrygianus gibt, hätte Trog keine andere Wahl gehabt, als im Artrang ein anderes Epithet vorzuschlagen.
    2. Vielleicht ist das Epithet aus Sicht des Autors auch aus anderen Gründen im Artrang ungeeignet: z.B. zu allgemein, aus var. albus macht man ungerne die Art "albus", oder es gibt schon eine andere Art mit sehr ähnlichem Epithet.

    Fazit: Trog hatte dem Pilz als Erster einen Namen auf dem Rang einer Art gegeben, deshalb hat sein Name Priorität. Dass es dasselbe Epithet wie bei der Varietät ist, spielt keine Rolle, das ist nicht verboten. Der spätere Name von Fries ist ein Homonym, weil er sich mit dem gleichen Namen auf das gleiche Basionym bezieht.

    Soweit mein Verständnis als Laie - vielleicht weiss da jemand genauer Bescheid.

    LG Raphael

    Hallo Jürgen

    Fries hat Cortinarius phrygianus erstmal 1874 im Buch "Hymenomycetes Europaei" unter diesem Namen erwähnt.

    Somit war Trog schneller, deshalb muss sein Name dahinter stehen.

    Cortinarius sublanatus var. phrygianus hat zwar das gleiche Epithet, aber einen anderen Rang, deshalb hat der Name auf dem Rang einer Spezies keine Priorität.

    Gruss Raphael

    Hallo zusammen

    Die infragenerische Aufteilung von Cortinarius wurde öfter geändert als ich zählen kann.

    Leprocybe hat erst Moser 1969 "erfunden", 1844 war noch keine Rede davon.


    Wie auch immer, ich habs gefunden:

    Das ist ein dichotomer Schlüssel von Trog aus dem Jahr 1846.

    Dort das pdf runterladen: [II. Montagnites - XX. Lenzites.]

    Auf Seite 138 ist tatsächlich C. phrygianus zu finden.


    Das korrekte Zitat wäre also:

    Trog, Jakob Gabriel: Tabula analytica fungorum in epicrisi seu synopsi hymenomycetum Friesiana descriptorum. Bernae : sumptibus Huberi et sociorum (Körber), 1846

    LG Raphael

    Hallo Jürgen

    Also im Atlas ist phrygianus auch mit (Fr.) Fr. zitiert.

    In der Flora Photographica Band 3 gibt es Seite 5 einige Errata.
    Dort werden die Autoren von phygianus korrigiert, allerdings ohne weitere Erläuterung:

    Da muss sich also irgendwer was überlegt haben, ein Flüchtigkeitsfehler scheint das nicht zu sien.

    Möglicherweise ist bei Bidaud et al. 2021 nur das Literaturzitat falsch, und Herr Trog hat den Namen in einer anderen Publikation veröffentlicht. Habe aber auf die Schnelle nichts gefunden.

    Gruss Raphael

    Hallo Stefan

    Ja grundsätzlich hast du schon recht, löschen ist erstmal der beste Weg.

    In dem Fall hatte die Täterschaft aber mich auserkoren, und unter meinem Namen diverse Fake-Adressen eröffnet. Da ich unmöglich jeden denkbaren Empfänger warnen konnte, war das eine mögliche Alternative. Hat auch tatsächlich funktioniert. Ein kurzes Mail, und die Belästigung hörte auf. Sie machen dann halt irgendwo anders weiter.

    Das war übrigens auch die Empfehlung der Polizei, auf meine Frage wie ich die Sache unterbinden kann. Solange man nichts anklickt oder so, riskiert man insbesondere dann nichts, wenn die eigene Mailadresse ohnehin öffentlich bekannt ist. Dass ich hinter der Adresse praesidium (at) vsvp.com stecke, ist ja kein Geheimnis. Durch eine Antwort gab ich nicht mehr an Informationen preis, als ohnehin im Internet steht.

    LG Raphael

    Hallo zusammen

    Ich kenne das Problem gut, hatte ich heute auch. Vermutlich gab es da keinerlei "Datenklau" bei irgendeiner Webseite.

    Es ist heutzutage eine Kleinigkeit, sich im Internet Mailadressen zusammenzusuchen, die irgendwie zusammengehören. Das ist nicht einmal mehr Fleissarbeit, sondern kann locker einer KI in Auftrag gegeben werden. Beispielsweise einfach alle, die sich in Deutschland mit Pilzen beschäftigen und in irgendwelchen Pilzvereinen sind.

    Die werden dann alle angeschrieben, mit einer Mail, die sogar Bezug zum gemeinsamen Thema herstellt (die Pilze oder die DGfM).

    Diese Form von Spam/Scam geht an einen relativ kleinen Empfängerkreis, ist aber viel erfolgreicher. Denn die potentiellen Opfer kennen die genannten Organisationen und Namen, und fühlen sich angesprochen. Ziel ist meistens kein grossangelegter Betrug, sondern das Erschleichen relativ kleiner Beträge. Beispielsweise bitte der vermutliche Pilzkollege dann um Fotos von Apple-Geschenkgutscheinen, weil er gerade nicht aus dem Haus kann.

    Wehren kann man sich nicht dagegen. Wichtig sind folgende Sachen:

    • Wie oben schon erwähnt, die Absender-Adresse ganz genau anschauen
    • Bei merkwürdigen Anfragen, die meistens auch Zeitdruck vermitteln:
      Den vermeintlichen Absender auf einem anderen Kanal kontaktieren (Telefon, Whatsapp, soziale Medien, auch die echte Mailadresse geht gut)
    • Wenn das nicht möglich ist: Einfach löschen

    Man kann auch auf solche Mails bewusst antworten, das mache ich auch manchmal. Wenn man die unbekannten Absender freundlich darauf hinweist, dass man die Masche durchschaut hat, ist meistens einige Monate Ruhe. Unser Verbandsvorstand wurde mal Opfer eines solchen Angriffs. Nachdem ich mal geantwortet habe, hörte es sofort auf.

    Bei diesen gezielten Mails nützt es nichts, einfach nicht zu antworten, damit man "seine Mailadresse nicht bestätigt". Die Empfänger sind nicht hundertausende Adressen von einer veralteten Mailinglist, sondern eine gezielt angelegte Liste, die vermutlich zu 99% aktuell ist. Anders bei dem "nigerianischen Prinzen" oder der "Bank", das sollte man immer sofort löschen.

    LG Raphael

    Hallo zusammen

    Und schon wieder ein neuer Vorschlag:

    Yang, KL; Lin, JY; Li, GM. 2026. Stray studies on mushrooms from China. Phytotaxa. 746(1):1-119

    Diese Autoren unterscheiden jetzt wieder Leucoagaricus und Leucocoprinus, und begründen die neuen Gattungen Pulchrolepiota, Tristolepiota, Mesopsalliota.

    Langsam wird es mühsam, ich weiss ehrlich gesagt nicht woran ich mich orientieren soll.

    LG Raphael

    Hallo zusammen

    Nachdem das neue Entoloma-Paper nun erschienen ist, lassen sich meine Kollektionen klar zuordnen:

    Nur die letzte ist Entoloma flocculosum s.str.

    Die vier anderen sind die neu beschriebene Art Entoloma ludwigii O.V. Morozova, Noordel., Reschke, Dima, O. Shiryaeva & I. Gorbunova.

    Die Cheilozystiden sind bei E. ludwigii nicht konstant vorhanden, wie ich auch festgestellt habe. Das gibt es auch bei anderen Rötlingen, z.B. E. neglectum.

    Gruss Raphael

    Hallo zusammen

    Hier nochmal zwei Kollektionen, die genetisch identisch mit meinen beiden anderen sind:

    Ohne Zystiden, oder nur sehr unauffällig


    Mit zahlreichen Zystiden:

    Alle vier Kollektionen sind das, was Ludwig als "Entoloma flocculosum Kollektion 4" zeigt. Ob das wirklich das echte flocculosum ist, weiss ich nicht.


    Und dann gibt es noch ein anderes Entoloma flocculosum unter diesem Namen in der Genbank.

    Auch dieses mit Zystiden, ist aber sicher eine andere Art (fragt mich nicht welche). Es entspricht der Genbank-Sequenz. KJ001438 von Jordi Vila.

    Gruss Raphael

    Hallo zusammen

    Aufgrund meiner Sturheit habe ich den Beleg noch sequenzieren lassen.

    Es ist ganz einfach Entoloma sericeum, 99.68% identisch mit OL338189 / KaiR1286.

    Naja immerhin, eine Unklarheit weniger. Es zeigt mal wieder, dass man nur optimale Entoloma-Kollektionen bearbeiten sollte.
    Alles andere ist nur Zeitverschwendung bzw. (wenn überhaupt) nur genetisch sicher bestimmbar.

    Gruss Raphael

    Hallo Machiel

    Von meiner Kollektion habe ich folgende Mikroangaben:

    Sporen 9.3-9.8-11.4 x 7.0-7.7-8.4 µm, Q = 1.16-1.29-1.36


    Cheilozystiden recht auffällig, 37-44 x 10-13 µm


    Kaulozystiden


    HDS eine Kutis, nicht pigmentiert

    Zu erwähnen wäre noch ein auffälliger, süsslich-fruchtiger Geruch.

    Gruss Raphael

    Hallo Gernot

    Ich hatte dieses Jahr auch eine Kollektion, die ich als E. rugosum bestimmt habe.

    Diese hat aber - wie du schreibst - keine gerieften Hüte, sondern eher eine matte, etwas unebene Oberfläche.

    Vermutlich ist in dieser Gruppe - wie auch sonst überall - vieles noch ungeklärt. Bei diesen selten gemeldeten Arten muss man wohl vorläufig mit dieser Unsicherheit leben. Ich habe meine Kollektion schon zur Sequenzierung gegeben, und werde das Ergebnis hier gerne bekanntgeben.

    Gruss Raphael