Studie: Waldameisen beeinflussen Zeckendichte

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There are 3 replies in this Thread. The last Post () by Beorn.

  • Hallo beisammen,


    Zecken sind gerade auch für Pilzkundler ein Thema, weil sie Infektionskrankheiten wie FSME und Lyme-Borreliose übertragen.


    Schweizer Forscher von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL der Berner Fachhochschulehaben haben herausgefunden, dass lokale Vorkommen der Kleinen Roten bzw. Kahlrückigen Waldameise (Formica polyctena) die Populationsdichte von Zecken beeinflussen.


    Hierzu wurde auf 130 Stichprobenflächen in der Nordwestschweiz die Zecken- und Ameisendichte bestimmt. Bei der Hälfte der Flächen befand sich ein Ameisennest in der Nähe. Für die Zählungen der Zecken wurden die Spinnentiere mit einem weißen Tuch, das über Boden und Vegetation gezogen wurde, aufgesammelt. Weiter wurden Parameter wie Streu, Vegetation und Mikroklima, die das Zeckenvorkommen beeinflussen, erfasst.


    Laut der Studie wirkt sich eine dichte Vegetation negativ und eine tiefe Streu positiv auf die Zeckendichte aus. Vor allem können Waldameisen die lokalen Zeckenvorkommen deutlich reduzieren. Die Wirkung ist von der Größe der Nester abhängig. Steigt das Volumen eines Ameisennestes von 0,1 auf 0,5 Kubikmeter an, sinkt die Anzahl Zecken um rund zwei Drittel.


    Primärquelle: Zingg S et al. (2018) The negative effect of wood ant presence on tick abundance. Parasit Vectors 11: 164. doi: 10.1186/s13071-018-2712-0 (Open Access)


    Sekundärquelle: Blutsauger: Wo Waldameisen leben, ist die Zeckengefahr deutlich reduziert. DerStandard.de. 1.5.2018.


    Gruß, Andreas

  • Hallo, Andreas!


    Hätten sie ohnehin verdient, aber umso mehr schlage ich die Rote und die Kahlrückige Waldameise für den Nobelpreis vor!
    Phantastisch, was diese kleinen Krabbeltierchen so alles drauf haben.



    LG, Pablo.

  • Interssante Information!
    Trotzdem finde ich diese Formulierung. verwirrend: "Laut der Studie wirkt sich eine dichte Vegetation negativ und eine tiefe Streu positiv auf die Zeckendichte aus."


    Gruß
    Wolfgang

  • Moin!


    Ist es denn wirklich anders rum? Also hohes Gras = viele Zecken?
    Oder streift man sich die nur dort gerne an die Hosenbeine ab, weil sie auch im Gras sitzen, wenn das Gras auf einer Humusschicht aus Blättern wächst?
    Persönlich erlebe ich es oft auch so, daß nach dem liegen auf dem blätterbedeckten Waldboden, dem rumhantieren in der Laubstreu zwecks Freistellen eines Pilzes, diverse Zecken auf Händen und Armen umherwuseln. Ohne irgendwelches Gras berührt zu haben.


    Aber meistens hat man eh den Eindruck: Die Biester sind überall.



    LG; Pablo.