Posts by Andreas Kunze

    Guten Morgen beisammen,


    Auf der SZ-Website habe ich bei meinem täglichen News-Rundgang einen interessanten Artikel gefunden. Darin geht es um mehrere Startups, deren Geschäftsideen teils mit Pilzen zu tun haben. Eines will bspw. den Schwefelporling als Speisepilz etablieren:


    Weihenstephan: Diese vier Start-ups tüfteln an neuen Lebensmitteln
    Lebensmittel der Zukunft: Start-ups forschen an Hackfleisch aus Pilzen, züchten Insekten als Tierfutter, entwickeln Antibiotika aus Milch.
    www.sueddeutsche.de


    Spannend, vor allem wenn sich das im großen Maßstab umsetzen ließe.


    Gruß, Andreas

    Danke für die rasche Info an Tobias, Frank! :thumbup:


    Die Bezugsquelle von MykIS haben wir auch auf der DGfM-Website vermerkt:

    MykIS kann bei der Arbeitsgemeinschaft sächsischer Mykologen - AGsM (www.agsm-sachsen.de) oder Frank Dämmrich (www.tomentella.de) per E-Mail bestellt werden. Die Vollversion wird dann per Download-Link zusammen mit allen nötigen Informationen zur Verfügung gestellt. Neue Updates werden in MykIS automatisch angezeigt und können dann problemlos installiert werden.


    Wünsche allseits einen schönen Adventssonntag!


    Gruß, Andreas

    Hallo Renate,


    die Fruchtkörper sehen in der Tat nach einer der Hallimasch-Arten aus. Hallimasche können über ihre wurzelartigen Hyphenstränge (Rhizomorphen) auch größere Strecken überbrücken und dann auch auf einer Wiese fruktifizieren. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass sich verholzte Wurzelreste im Boden befinden, von denen der Hallimasch zehren und dann scheinbar holzfrei auf der Wiese stehen kann. Dass sich die Hüte von Lamellenpilzen mit zunehmendem Alter nach oben wölben, ist eher die Regel als Ausnahme.


    Gruß, Andreas

    Guten Morgen,

    In der Arbeit von Aintworth et al. wird zusätzlich zu den Arten aus dem Artikel in der Persoonia noch aus England

    Entoloma atromadidum A.M.Ainsw. & B. Douglas beschrieben. Für diese Art soll der rivulose Hut typisch sein.

    der Artikel von Ainsworth et al. (2018) aus der Field Mycology 19(1) ist ebenfalls frei verfügbar:


    Gruß, Andreas

    Servus Felli,


    danke für den Hinweis zu C. messapica – die Art hatte ich nicht auf dem Schirm. Habe schon etwas Lesestoff gefunden:

    Quote

    Agnello C, Kautomanová I, Carbone M (2014) Clavaria messapica, una nuova specie del sud della Puglia. Rivista di Micologia 3: 195-210.


    The authors describe Clavaria messapica, a new species with hymenial cystidia, macroscopically similar to C. incarnata, recorded under Quercus suber and Pistacia lentiscus in the southern part of Apulia (Italy). Genetic results have shown its presence also in Tenerife (Canary islands, Spain). The description is accompanied by colour photographs in habitat and in studio, photo microscopy, micrographic drawings, as well as an ITS molecular analysis.


    Über ReasearchGate bin ich noch auf diesen Aufsatz im Boletus gestoßen:

    Quote

    Karich A (2021) Clavaria stellifera, ein seltenes und verkanntes rosafarbenes Keulchen, neu für Thüringen. Boletus 42(2): 131-136.


    A record of Clavaria stellifera from Thuringia is presented macro- and microscopically. The species is regarded as a synonym of C. incarnata in the literature. However, molecular studies presented herein proof its autonomy.

    Demnach gibt es anscheinend sogar vier Arten mit rosafarbenen Fruchtkörpern. Ich lese da Mal rein, vlt. bin ich danach etwas schlauer. ;)

    Evtl. kann ich mich ja dazu überwinden, den Fund zu mikroskopieren. Hatte gestern nur leider versäumt, Material für einen Beleg mitzunehmen – das will ich morgen auf jeden Fall nachholen.


    Mit was schlüsselt man Clavaria heutzutage bzw. auf welche Merkmale kommt es an, abgesehen von der Größe und vom Quotienten der Sporen? Das Neueste bei mir im Bücherschrank ist die Funga Nordica 2.


    Gruß, Andreas

    Hallo beisammen,


    bei einer gemeinsamen Exkursion von Stephan Brehm, Bettina Haberl und mir am gestrigen Samstag ums Donauwörther Krankenhaus entdeckte Bettina dieses rosafarbene Keulchen, vergesellschaftet mit Gliophorus psittacinus und Hygrocybe calciphila:



    Könnte es sich hierbei um Clavaria incarnata, das Fleischfarbene Keulchen, handeln?

    Käme auch C. rosea, das Lachsrosa Keulchen, oder eine andere Art infrage?


    Gruß, Andreas

    Hallo Andreas,


    ich kenne mich mit Klumpfüßen nicht aus. Viel mehr stolpere ich gerade in die faszinierende Welt der Phlegmacien rein und versuche, erste Erfahrungen zu sammeln. Häufig erscheint mir die Bestimmung auf Artebene anspruchsvoll zu sein, wenn ich das anmerken darf.


    TobiLu

    Kannst Du die Frage bitte beantworten? Ich war ja nur der Fotograf. ;)


    Gruß, Andreas

    Hallo beisammen,


    hier ein besonders hübsches Exemplar von C. bergeronii, das mir Tobias dankenswerterweise für ein Shooting einen steilen Hang runter gebracht hatte:





    Günter Saar

    Bin etwas verwirrt: Welches Taxon auf pilze-deutschland.de repräsentiert jetzt diesen Fund?


    Allen einen guten Start in die Woche!


    Gruß, Andreas

    Hallo Schleierlings-Fans,


    während einer gemeinsamen Exkursion von Tobias Luschner und mir bei Donauwörth im Riedlinger Holz (Riesalb, östlicher Ausläufer der Schwäbischen Alb) Ende September dieses Jahres entdeckte Tobias am südlich exponierten und daher wärmebegünstigten Waldrand unter Hainbuche (Buche und Eiche standen etwas weiter entfernt im Einzugsbereich) einen interessanten Klumpfuß:



    Er wirkte so, als wolle der Pilz farblich auffallen, aber zugleich widerum nicht – oder seine Hutfarbe begann bereits früh von der Mitte beginnend auszublassen. Der Hutrand war jedenfalls hellviolett gefärbt. Die Cortina war weiß, ehe sie vom ausfallenden Sporenpulver rostbraun eingefärbt worden war. Das weißliche Fleisch zeigte beim Bestreichen mit Kalilauge einen bräunlich-orangenen Farbumschlag mit einem gelben Saum:



    Zunächst vermutete Tobias Cortinarius balteatocumatilis, der heuer in diversen Facebook-Gruppen schon häufiger gezeigt wurde. Im Nachgang ist er jedoch beim (lt. pilze-deutschland.de anscheinend seltenen) Taxon C. daulnoyae hängen geblieben.


    Kennt die Art jemand bzw. könnte sie hier infrage kommen?


    Gruß, Andreas



    PS: Selbst habe ich von Klumpfüßen bislang kaum Ahnung. Aber spätestens seit der Begegnung mit C. eucaeruleus im Altmühltal bin ich von der Gattung/Untergattung recht angetan. :)

    Guten Morgen beisammen,


    mich erinnert der Fund an Lanmaoa/Boletus fragrans, den Starkriechenden Röhrling. Jene wärmeliebende Art bildet Mykorrhiza mit Eichen.


    B. fragrans « boletales.com


    Lanmaoa fragrans (Vittad.) Vizzini, Gelardi & Simonini 2015
    Lanmaoa fragrans (Vittad.) Vizzini, Gelardi & Simonini 2015 Tassonomia Divisione Basidiomycota Classe Agaricomycetes Ordine Boletales Famiglia Boletaceae Nome…
    www.funghiitaliani.it


    Das wäre dann ein super Fund (RLD R: extrem selten) – Pilze Deutschlands listet von L. fragrans gerade Mal 16 Datensätze.


    J.Engel

    Mich würden noch Fotos von einem kompletten, längs aufgeschnittenen Fruchtkörper interessieren, um a) die Fleischfarbe(n) und b) mögliche Verfärbungen durch den Kontakt mit Luftsauerstoff (ggf. nach mehreren Minuten Liegezeit) beurteilen zu können.


    Gruß, Andreas

    Liebe Pilzfreundinnen und Pilzfreunde,


    gestern bin ich im Riedlinger Holz bei Donauwörth (Bayern, Schwaben, Donau-Ries) meinem bisher größten Fruchtkörper von Amanita phalloides begegnet:



    Der Hut maß im Durchmesser ganze 17 cm! Mir war nicht bewusst, dass die Art derart groß werden kann.


    Habt ihr auch schon mal solch einen Koloss gefunden bzw. was sind eure Erfahrungen bei der Größe des Grünen Knollis?


    Nachtrag: Zur Zeit gibt es die Art bei uns auf der Riesalb in allen erdenklichen Größen und Altersstadien, mit Velumresten auf dem Hut und ohne, einzeln oder truppweise – da macht das Fotografieren richtig Spaß! 8)


    Gruß, Andreas

    Hallo Frank,


    Larsson & Jeppson (2008) schreiben in ihrer Arbeit:

    Calvatia includes species that show amore or less irregular rupture of the peridium at maturity or, in the case of subgenus Langermannia, a total dehiscence of the peridium. Species are medium- to large, and a subgleba is present or lacking (Kreisel 1992). Langermannia is the older genus name for this group, but through conservation rejected in favour of Calvatia. Some authors prefer to recognize Langermannia on genus level (e.g. Calonge & Martı´n 1990; Lange 1993; Calonge 1998) whereas others prefer one genus (e.g. Kreisel 1992).

    The study by Bates (2004) sampled six Calvatia species. In the analyses they separate into two distinct groups, each well supported and corresponding to Calvatia s. str. and Langermannia. Our analyses basically show the same results, although Langermannia is represented only by one sequence. From these two studies it seems clear that Calvatia and Langermannia should both be treated as genera. Still we suggest Calvatia is retained in a wide sense with Langermannia as a subgenus.


    Die beiden Absätze würde ich wie folgt übersetzen:

    Quote

    Calvatia umfasst Arten, die bei Reife einen mehr oder weniger unregelmäßigen Riss des Peridiums oder im Falle der Untergattung Langermannia eine vollständige Auflösung des Peridiums zeigen. Die Arten sind mittelgroß bis groß, und eine Subgleba ist vorhanden oder nicht vorhanden (Kreisel 1992). Langermannia ist der ältere Gattungsname für diese Gruppe, wurde aber durch Konservierung zu Gunsten von Calvatia verworfen. Einige Autoren ziehen es vor, Langermannia auf Gattungsebene anzuerkennen (z.B. Calonge & Martı'n 1990; Lange 1993; Calonge 1998), während andere eine einzige Gattung bevorzugen (z.B. Kreisel 1992).

    In der Studie von Bates (2004) wurden sechs Calvatia-Arten untersucht. In den Analysen unterscheiden sie zwei verschiedene Gruppen, die jeweils gut unterstützt werden und Calvatia s. str. und Langermannia entsprechen. Unsere Analysen zeigen im Wesentlichen die gleichen Ergebnisse, obwohl Langermannia nur mit einer Sequenz vertreten ist. Anhand dieser beiden Studien scheint es klar, dass Calvatia und Langermannia beide als Gattungen behandelt werden sollten. Dennoch schlagen wir vor, Calvatia in einem weiten Sinne mit Langermannia als eine Untergattung beizubehalten.


    Gruß, Andreas