Inocybe nematoloma?

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  • Liebe Inocybe-Freunde,


    in einer Regensburger Parkanlage fand ich Mitte September einen kleinen Risspilz mit rotbräunlichem, ganz bereiftem Stiel, dessen Zuordnung zu den Petiginosae einfach war. Dann wurde es schwierig:
    - Hutoberfläche nahezu glatt (v. a. Mitte)
    - Hutfarbe mit rotbraunen Tönen in der Mitte
    - Die Sporenmaße reichten teilweise bis 12 µm, die Umrisse waren oft stark ausgezogen höckerig
    - Die Lamellen des liegenden Frk. war kaum gelb
    - Die Hymenialzystiden erreichten weitgehend nur 65 µm Länge, nur vereinzelt 70 µm (lediglich eine Zystide fand ich mit über 80 µm)


    Was anfangs schon fast auszuschließen war, blieb nach intensiver Bearbeitung die einzige übrige Wahl: I. nematoloma. Gründe:


    - Die Lamellen der beiden stehenden Frk. waren gelblich, wie an einer Fraßstelle zu erahnen ist.
    - Die meisten Basidien waren 4-sporig, es kamen aber auch 2- sporige und sogar 1-sporige vor, womit die „reguläre“ Sporengröße auf bis ca. 10 µm eingegrenzt werden konnte und die reguläre Sporenform auf weniger stark höckerig.


    Die Hutfarbe sollte eher gelbbräunlich sein, es finden sich aber auch Literatur-Hinweise auf rotbräunliche Töne in der Mitte, so auch auf Ditte’s Homepage. Blieb noch der Standort als großes Fragezeichen. Überall stand nur zu lesen subalpiner Nadelwald, feuchter Fichtenwald in Sphagnum und Ähnliches. Hier handelte es sich um eine Parkanlage auf ca. 400 m, auf moosigem Rasen im Schatten von Lärche, Linde und Eiche über Kalk. Gibt es ähnliche Erfahrungen?


    Gruß


    Helmut