Posts by Helmut

    Hallo Tanja,


    die Reaktion sollte nur auf Zusatz von Basen (KOH) erfolgen und ist dann vor allem an den Wänden zu sehen. Bei Dir gab es aber wohl schon in Wasser einen gelblichen Ton. Wenn man die Bilder anschaut, ist so ziemlich alles gelblich-grünlich, sogar die Sporen. Das muss irgend eine andere Reaktion oder Farbverfälschung sein, weshalb ich das ignorieren würde.


    Gruß Helmut

    Servus Risspilz-Freunde,


    vor zwei Wochen war ich beim Karwendel-Berglauf dabei. Nach der Plackerei habe ich mich - sozusagen zur Belohnung - in den alpinen Matten rund um die Bergstation ein wenig nach Schwammerln umgesehen und bin tatsächlich fündig geworden. Eine der Kollektionen roch sehr bekannt unangenehm, ähnlich Inocybe appendiculata, dem Behangenen Risspilz. Sie war aber deutlich blasser, fast weißlich, und nur schwach behangen am Hutrand. Die Mikroskopie zeigte sich dann aber wieder identisch. Möglicherweise liegen die Unterschiede in den extremen Witterungsbedingungen auf ca. 2200 m Höhe begründet. Natürlich sollte die Möglichkeit einer eigenen Art nicht ausgeschlossen werden. Exsikkate zur evt. späteren Sequenzierung sind vorhanden.


    Gruß Helmut


    Nein nein, Peter,


    diese Aussage hat nix mit Dir zu tun, noch sonst mit jemand konkret. Du bist auch nicht der einzige, der irgendwo ausgetreten ist. Ich würde mich hüten, die konkreten Gründe für einen Austritt zu bewerten, wenn ich die Hintergründe nicht kenne. Das war wirklich als generelle Aussage gemeint und nicht mal nur auf die Mykologie bezogen. Aber - im Sinne Deiner Worte - so etwas gehörte sich mal ausgesprochen bzw. ausgestritten (im direkten Gespräch, nicht über Medien).


    Gruß Helmut

    Servus,


    ich bin jetzt seit 1986 dabei und dieses Thema war schon damals aktuell. Die DgfM hatte sich schon vor der "Wiedervereinigung" um eine staatliche Anerkennung im Westen bemüht, war aber in der Politik auf taube Ohren gestoßen.


    Ich habe noch nie irgendeine Ehrung oder Wertschätzung oder Förderung vom Bayerischen Staat oder den Kommunen erhalten, lege darauf auch keinen Wert. Von Anfang an habe ich Pilz-Lehrwanderungen, Kurse, Vorträge und Ausstellungen organisiert und Interessierte gerne aufgeklärt, was sie da gefunden haben. ABER: Meine "Philosophie" war schon immer, dass ich keine Körbe sortiere in essbar und nicht essbar (wenn es die Leute gar nicht interessiert, was sie da gefunden haben - "billige Mahlzeit"). Das habe ich auch immer so kommuniziert und bin weitgehend von Haustürüberfällen verschont geblieben, obwohl in den Medien als "Schwammerlpapst" dargestellt.


    Die besonders interessierten Pilzfreunde habe ich eingebunden und vor 6 Jahren haben wir ein "Pilztreffen" im Raum Regensburg begonnen, das zu einer Erfolgsgeschichte wurde. Inzwischen haben wir 6 PSV in unseren Reihen, es finden monatliche Treffen mit reger Teilnahme auch im Winter statt, in der Hauptsaison auch wöchentlich. Warum ich das schreibe? Weil es diese Erfolgsgeschichte ist, aus der ich meine Kraft, weiter zu machen und meinen Spaß an den Pilzen beziehe. Und aus der manchmal noch vorhandenen Dankbarkeit von Beratungssuchenden über die Giftnotrufzentrale, vor allem wenn man diese beruhigen konnte, dass ihre Kleinkinder keinen Schaden nehmen werden.


    Und ich schreibe das, weil es schon immer Streit gegeben hat in den Pilz-Organisationen (wie in allen größeren Vereinen) und ich dafür plädiere, das "sportlich" und sachlich zu sehen und nicht sich beleidigt in die Schmoll-Ecke zurück zu ziehen, mimosenhaft zu reagieren oder gar gleich auszutreten. "Eigentlich" wollen wir doch alle das Gleiche. Das Ziel ist der Weg :-)


    Gruß Helmut


    P. S.: Die PAGO (Pilzkundliche Arbeitsgemeinschaft Ostbayern) ist kein eingetragener Verein, sondern ein lockerer Zusammenschluss von Pilz-Enthusiasten. Für die Pilzlehrwanderungen, Kurse, Vorträge und Ausstellungen nehmen wir übrigens schon Geld, denn "wos nix kost' is nix wert". Eine Pilzberatung im engeren Sinn (Erklären der Funde und der Unterschiede zwischen essbar und giftig) wird in den Pilztreffen durchgeführt und erfolgt da ehrenamtlich.

    Servus,


    finde ich gut, dass Ihr Euch dem Problem annehmen wollt und möchte Euch gerne unterstützen mit Material und Erfahrung. Bei den braunen Ritterlingen habe ich auch nach über 30 Jahren noch offen Fragen. So konnte ich mir bisher kein klares Konzept zu T. stans oder T. pessundatum "zurechtbasteln", obwohl ich auch Kollektionen mit diesem Namen in meinem Fundus habe, dazu auch noch welche, die keinen Namen erhielten (einen solchen "Namenlosen" schicke als Anhang gleich mal mit wohl aus der Ecke pessundatum / stans). T. albobrunneum / striatum und T. populinum glaube ich gut zu kennen. Und Arten wie T. batschii, T. colossum oder T. focale scheinen unkritisch zu sein. Alle genannte Arten wurden hier in der Region schon gefunden und entsprechende Biotope (Sand-Kiefernwälder bzw. -forste) sind im Exursions-Angebot der BMG-Tagung ab übernächste Woche.


    Die ersten Frk. von T. fulvum und T. auratum/flavovirens sind auch schon wieder da.


    Gruß Helmut

    Liebe Risspilzfreunde,


    Ende Oktober fand ich beim Joggen einen Risspilz, der durch düstere Hutfarben und komplett silbrig-blaugrünlichem Stiel auffiel. Er wuchs an geschottertem Wegrand unter Hasel, entfernt auch eine alte Weide. Da musste ich natürlich nochmal hin mit der Foto-Ausrüstung. Bei den Aufnahmen waren einige gerötete Stellen zu erkennen, es fehlte allerdings noch der "Pferdestall"-Geruch. Der kam erst später zu Hause, als die Frk. warm wurden, aber auch da nicht so ausgeprägt wie sonst bei den Lactiferae. Es kam eigentlich nur I. haemacta in Frage, auch mikroskopisch sprach nichts dagegen. So düster und mit durchgehend blaugrünlichem Stiel hatte ich die Art allerdings noch nicht gesehen.


    Gruß


    Helmut

    Servus Andreas,


    Dein Fund ist schon sehr außergewöhnlich für die Gattung! Nun bin ich zwar kein Cortinarius-Experte, aber auch aus dieser Gattung nehme ich auffällige Arten gerne mit. Die schöne Farbe (auch der Lam.) und der spinnwebige Überzug lassen zunächst nicht an einen Schleierling denken, ich wüßte aber auch nicht, was es sonst sein sollte. Jedenfalls bin ich mir ziemlich sicher, dieses hübsche Schwammerl noch nicht vor meine Linse bekommen zu haben.


    104 mal wurde Dein Beitrag inzwischen angeschaut (auch von mir). Dass noch keine Antwort kam, ist bezeichnend. Hoffentlich gibt's Spezialisten, die sich dieses Falles annehmen.


    Gruß


    Helmut

    Servus Birgit,


    daran hatte ich auch schon gedacht, aber da sollte der Stiel ganz bereift sein. Vielleicht könntest Du ja doch noch die Kaulozystiden-Verhältnisse untersuchen? ?(


    Auch gefallen mir die gelben Lamellen und der gelbe Stiel dafür nicht, aber da "gäbe" es ja noch eine "var. luteola" ...


    Gruß


    Helmut

    Servus Birgit,


    die Art glaube ich zu kennen, habe sie selber aber erst einmal gefunden. Zumindest bei meiner Kollektion reagierten die Zystiden mit KOH frappierend gelb - ähnlich wie bei I. muricellata oder pholiotinoides. Einen sicheren Namen kann ich noch nicht dafür anbieten, ich nenne die Art vorläufig I. lutescens Vel. ss. Moser 1983. Bei Moser 1983 landet man nämlich im Schlüssel schnell und einfach bei dieser Art, die aber wohl autorenbezogen unterschiedlich interpretiert wird. Wenn du ein Exsikkat hast und nicht brauchst, wäre ich interessiert.


    Gruß


    Helmut

    Liebe Freunde der Phytoparasiten,


    für diese Pilzgruppe habe ich eigentlich nicht viel übrig, aber wenn sie auf 2200 Metern Höhe wachsen und derart aufdringlich beachtet werden wollen, dann mache ich mal eine Ausnahme. Da dieser Pilz da oben sehr häufig war, gehe ich davon aus, dass die Kenner was dazu sagen können. die Mikroskopie könnte ich nachliefern, ein Beleg ist vorhanden.


    Gruß


    Helmut



    Servus Stefan,


    sehe ich da bei den Mikro-Bildern dünnwandige Cheilozystiden und keine Pleurozystiden? Wenn das nicht täuscht, handelt es sich um einen Vertreter der Rimosae, I. queletii wäre damit ausgeschlossen. Mit so wenig Material ist es aber fast immer schwierig, Risspilze auf Art-Niveau zu bestimmen (außer es liegen ganz signifikante Merkmale vor). Aber schön, dass wieder jemand sich traut, hier einen Fund einzustellen.


    Gruß


    Helmut

    Servus Gerhard,


    habe in der Zwischenzeit mal noch eingehender nachmikroskopiert. Solche verformten Basidiolen sind sehr selten, aber immer mal wieder zu finden, im ganzen Hymenium und nicht nur an der Schneide. Da lobe ich mir doch die metuloiden Hymenialzystiden bei den Risspilzen :-).


    Auch die HDS habe ich – Deiner Empfehlung folgend – ohne jede Quetschung untersucht (Präparat in KOH aufgeweicht und Deckplättchen nur aufgelegt). Dünnere HDS-Hyphen hatte ich vorher auch schon gesehen. Jetzt waren die breiteren aber nur noch bis ca. 20 µm. Zwar immer noch zuviel für die Originalbeschreibung (bis 16 µm), aber eher akzeptabel. Die oberste Schicht scheint aber schon zu einenm erheblichen Teil aus den dickeren (und kürzeren) Elementen zu bestehen. Auf den Fotos ist das jetzt nicht so optimal zu sehen. Auf dem ersten entsprechen 5 Teilstriche 10 µm, auf dem zweiten mit Kongorot sind 12,5 Teilstriche 10 µm.


    Danke und Gruß


    Helmut

    Servus Gerhard,


    da schmilzt das "cf" langsam dahin wie der Schnee in der Frühlingsluft. Aber es sind da einige Zellen zwischen den Probasidien zu sehen, die wie echte Cheilos ausschauen (Anhang "...mic21" und "...mic22"). Aber wie gesagt schwer zu finden und nciht in jedem Präparat. Und da wären dann noch die zu breiten HDS-Hyphen (Anhang "...mic42" und "...mic44", 5 Teilstriche entsprechen ca. 10 µm).


    Gruß


    Helmut

    Vielen Dank Wolfgang und Gerhard,


    habe nochmal nachgearbeitet. Für E. anthracinum passt das Meiste recht schön. Die Hygrophanität könnte unter Beachtung des einen Frk. vorne rechts gegeben sein, auch wenn die Exsikkate wieder sehr dunkle Hüte haben. Die im Vergleich zur Originadiagnose insgesamt zu großen Sporen lassen sich erklären durch das Vorhandensein von 2-sporigen Basidien.


    Folgende Unsicherheiten bleiben:
    - Die Frage nach den Cheilozystiden: Hier hatte ich tatsächlich welche gefunden und fotografiert! Diese waren allerdings rar und nicht aus dem Hymenium herausragend und deshalb sehr schwer zu finden. Ohne Quetschung des Präparates (in KOH wie in Kongorot-NH3) sind sie kaum festzustellen. Nicht in allen Präparaten konnten aber welche gefunden werden – kein sehr verlässliches Merkmal.
    - Die Breite der Huthauthyphen: Diese reichen teilweise bis weit über 20 µm hinaus, einmal bis 30 µm (nach Favre nur 5-16 µm) und sie sind manchmal auch recht kurz.
    - Die Stielfarbe: Laut Favre schwärzlich graubraun, hutfarben oder ein wenig blasser. Hier sind die Stiele aber deutlich heller als der Hut.


    Die Kollektion wird wohl vorerst doch keinen sicheren Namen erhalten - trotz auffälliger Merkmale und des extremen Standortes. Ich speichere den Fund mal als "E. cf. anthracinum" ab und hoffe auf weitere Kollektionen in den nächsten Jahren. Vielleicht gibt's ja Übergänge in den kritischenMerkmalen.


    Gruß


    Helmut