Posts by MarcelWeymann

    Hallo Josef,
    das Löschen Deiner E-mail Adresse bringt Dir frühestens in einigen Jahren etwas.
    Man findet gelöschte Einträge mit Hilfe von Internet-Archiven ohne größere Mühe wieder.
    Irgendwann sind aber die Spammer der Meinung, dass diese Adresse möglicherweise nicht mehr aktuell ist, weil Leute häufig ihre Adresse ändern.
    Du kannst das prüfen, indem Du nach Deiner eigenen E-mail Adresse mit Google suchst.
    Es gibt im übrigen sowohl Telefon-Spam als auch Spam in der Form von Schreiben, die im Briefkasten landen.
    Beispiel Brief-Spam:
    Ein schwindliger Telefonanbieter schrieb alle Telekom-Kunden wie mich an. Das Schreiben imitierte das Layout der Telekom. Als Firma war ein Name genannt, der dem Namen der echten Telekom sehr ähnlich war.
    Irgendwo stand "unser neuer Telefontarif", "füllen sie das angehängte Schreiben aus und schicken sie es uns zurück, um den Tarif zu bestätigen".
    Nun scheiterte das bei mir schon daran, dass ich mit der echten Telekom seit vielen Jahren nur elektronische Kommunikation habe.
    Viele sind aber den Anweisungen gefolgt.
    Der Fall beschäftigt mittlerweile intensiv die Gerichte.

    Gruß,
    Marcel

    P.S Meine bei pilzepilze hinterlegte E-Mail Adresse ist nach einem Angriff auf das Forum immer noch im Internet auffindbar.
    Das hat nicht nur Nachteile: Ein entfernter Verwandter von mir, der in Brisbane wohnt, hat mich neulich mit Hilfe dieser Adresse gefunden. Meine Adresse ist Vorname Nachname. Auf Grund des Eintrags im Forum hatte er noch die Stadt, in der ich wohne.
    Mein Nachname ist sehr selten und er wusste wo meine Familie seit meiner Geburt wohnt.

    Hallo Josef,
    ich kenne den Text nicht als "Standard-Spamtext". Ich finde auch nichts bei einer Suche mit exakt diesem Text.
    Ich bin im DGFM Forum angemeldet, erhalte aber keine solchen E-mails.
    Ich bin aber für einen Lauftreff als Ansprechpartner genannt.
    Ich erhalte zwar einiges an Spam ("Ihr Account läuft ab", Erbschaft des nigerianischer Prinzens, die Sparkassen ändern ihr Sicherheitsverfahren etc.).
    Ich bin mir aber nicht so sicher, dass das mit damit zu tun hat, dass meine E-mail-Adresse öffentlich bekannt ist.
    Viel wahrscheinlicher ist es, dass irgendeine Firma, bei der ich irgendwann etwas gekauft habe, ein Datenleck hatte.
    Solche für Einkäufe genutzten Adressen sind für Betrüger viel interessanter.
    Wie Du schon richtig bemerkt hast, ist es vor allem wichtig, die Absenderadresse zu prüfen.
    Wenn da zum Beispiel "Microsoft Support" als Name drin steht und das E-mail Programm das als "Hugo Müller bei T-Online auflöst, weist Du, dass das Spam ist.
    Ob Du antwortest, macht für weitere Belästigungen keinen nennenswerten Unterschied.
    Natürlich solltest Du keinen Link anklicken und dort irgendwelche Passwörter eingeben.
    Am einfachsten sperrt man Links im E-Mail Programm und gibt die erst frei, nachdem man die E-Mail geprüft hat.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo Abeja,
    meine Funde hatten keine bräunliche Mitte und glichen damit eher deinen, bei denen die Mitte eher violett zu sein scheint.
    Nun sollen ja Risspilze kalkhold sein. Wir haben saure Böden.
    Es kommen bei uns aber immer mal Arten vor, die eher kalkhaltige Böden mögen. Dafür vermute ich 2 Gründe:
    1. Die Waldkalkung gegen den sauren Regen.
    2. Bei größeren Durchforstungen werden bei uns vorher die Wege befestigt. Mit kalkhaltigen Materialien. Danach kommen Forstarbeiter aus ganz Europa und machen die Durchforstung. Dabei bringen sie möglicherweise Sporen von Pilzen mit, die es bisher bei uns nicht gab. Ich stelle jedenfalls nach allen solchen Aktionen eine veränderte Funga fest. Kahlschläge macht man übrigens bei uns seit mindestens 40 Jahren nicht mehr.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo Abeja,

    die Nummer 21 hätte ich bis eben unter INOCYBE LILACINA eingeordnet. Jetzt muss ich leider feststellen, dass es diese Art in Europa eigentlich nicht geben soll. Ich fand vor allem die bucklige Form und die Hutoberfläche sehr charakteristisch.

    Schade, das war der einzige Risspilz, den ich bisher bestimmen konnte. Aber Ditte Bandini schrieb 10/2025:
    "Hi, bislang gibt es nur eine einzige soil-sequence aus Nordeuropa, keine Fruchtkörpersequenzen etc."

    Da wird also ohne Sequenzierung in Zukunft nichts mehr gehen.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo zusammen,
    ich habe mir die von Abeja verlinkten Beiträge angesehen und möchte auf folgende Inhaltsstoffe hinweisen:
    1. Galaktit Galaktitol (weitere Synonyme Dulcit, Dulcitol)
    Stoff ist hitzestabil, aber in heißem Wasser löslich. Stoff wird als "schädlich" bezeichnet. Er tritt bei Menschen mit einer seltenen Stoffwechselerkrankung verstärkt auf und verursacht bei ihnen schwere gesundheitliche Schäden. Die einzige Hilfe ist dagegen ist, die Lebensmittel zu vermeiden, die da verstoffwechselt werden. Dazu gehört auch Muttermilch.
    Es wird von manchen behauptet, bei gesunden Menschen sei der Stoff unschädlich. Andere halten ihn für sehr ungesund und empfehlen darum Milch nicht in großen Mengen zu konsumieren, weil er in Milch in erheblichem Umfang enthalten sei.

    2.Albumine
    Das sind wasserlösliche Proteine, von denen jeder Organismus eigene Versionen hat. Es besteht der Verdacht, dass die Weizenvariante für Weizenallergien verantwortlich ist. Bei Proteinen gehe ich davon aus, dass die nicht hitzestabil sind, aber belastbare Daten finde ich dazu nicht. Es könnte durchaus sein, dass die Hallimaschvariante für allergische Reaktionen verantwortlich ist.

    Ich habe folgende sehr interessante Seite gefunden:
    Armillaria Mellea: Der Honigpilz: Mythologie, Wissenschaft und Gastronomie
    Naturnext verkauft wohl Zuchtboxen u.a. für Hallimasch und gibt eine detaillierte Beschreibung möglicher Vergiftungserscheinung und Kochanweisungen:

    "Um die kulinarischen Qualitäten des Hallimaschs ohne Risiko zu genießen, ist es entscheidend, diese Anweisungen sorgfältig zu befolgen:

    Langes Kochen: die Pilze mindestens 15-20 Minuten in reichlich Salzwasser kochen. Einfaches Blanchieren reicht nicht aus.
    Kochwasser wegschütten: die hitzeempfindlichen Toxine gehen ins Wasser über, das daher entsorgt und nicht wiederverwendet werden sollte."

    Dabei hat man wohl mit dem "Istituto Superiore di Sanità" zusammengerarbeitet. Diese Institution betreibt einen Giftnotruf, dessen Daten ausgewertet wurden. Deren Homepage ist:

    Home - ISS
    Istituto Superiore di Sanità
    www.iss.it

    Gruß,
    Marcel

    Nachtrag: NaturNext erwähnt Armillariolide.
    Hierzu finde ich:
    "Studies on the chemical constituents of Armillaria mellea mycelium. V. Isolation and characterization of armillarilin and armillarinin"
    Zitat:"Two new protoilludane sesquiterpenoid aromatic esters, armillarilin C24H30O7, mp 179-180 degrees C,[alpha] D14+ 162 (c 0.97 CHC1 (3] and armillarinin C24H29O7 C1, mp 152-155 degrees C,[alpha] D17+ 153.6,(c 0.09, CHC1 (3], have been isolated from the artifically cultured mycelium of Armillaria mellea (Vahl. ex Fr.) Quel (Tricholometaceae)."
    MP = Melting Point = Schmelzpunkt. Wenn die Stoffe sich bei den angegebenen Temperaturen zerstörungsfrei schmelzen lassen, sind sie hitzestabil.
    Auf Grund der Struktur ist zu vermuten, dass sie wasserlöslich sind. (polare Gruppen) Es gibt Algorithmen, um die Wasserlöslichkeit aus der Struktur zu schätzen, die ich jedoch im Detail nicht kenne.
    Die Stoffe sind Kandidaten dafür, als Krebsmedikamente eingesetzt zu werden, insbesondere gegen Leukämie.

    Hallo Stefan,
    ich habe es mein Leben lang so gehalten, dass ich niemanden Pilze vorgesetzt habe oder selbst konsumiert habe, von denen Vergiftungsberichte vorliegen.
    Ich gebe das auch so weiter. Manche Leute prüfen das aber an anderer Stelle nach. So wurde ein in der Gegend von Mainz ansässiger Pilzsachverständiger von einem Sportkameraden nach der Nebelkappe befragt. Ich hatte gesagt: "Hat man früher gegessen, heute wird empfohlen, die nicht mehr zu essen." Der Pilzsachverständige bestätigte mich und erwähnte, dass die früher auf dem Markt in Mainz gehandelt wurden.
    Man muss also immer damit rechnen, dass die Menschen eine zweite Quelle befragen.
    Ich kenne eine Person, die Fliegenpilze nach der ihm bekannten Vorbehandlung verzehrt hat. In meiner Jugend gab es aber leider auch Kinder, die Fliegenpilze roh verzehrt haben und danach im Krankenhaus behandelt wurden. Sie hatten den Lehrern und den Eltern nicht geglaubt, dass die giftig sind.
    Fliegenpilze gelten bei vielen leider auch heute noch als die wichtigsten gefährlichen Giftpilze. Von Knollenblätterpilzen haben die noch nie etwas gehört.
    Man sollte aus meiner Sicht bei den Zweifelhaften den Sachstand objektiv wiedergeben, mit dem Hinweis: Wenn Ihr die trotzdem essen wollt, geht ihr ein Risiko. Es kann sein, dass es individuelle Faktoren für die Giftwirkung beim Menschen gibt und wenn euch das trifft, habt ihr Pech gehabt.

    Gruß
    Marcel

    Hallo Kai,
    ich habe von persönlichen Erfahrungen berichtet, die ich durch Literaturquellen belegt habe.
    Karin Montag (Cook mal Pilze ) und das Buch des Kochs und Pilzkenners Carluccio.
    Ich empfinde es nicht als sachliches Diskutieren, wenn jemand darauf nicht eingeht, sondern ohne Belege einfach seine Meinung wiederholt.
    Auf meinen Hinweis auf die Autoren älterer Bücher unterstellst Du ihnen ohne Belege Unkenntnis der Giftstoffe.
    Ich empfinde das als respektlos gegenüber den Alten. Im Römpp von 1996 findet man im übrigen schon sehr viele Inhaltsstoffe von Pilzen. Die Inhaltsstoffe sind altbekannt: Nebularin ist zum Beispiel nach der Nebelkappe benannt. Variegatsäure nach Suillus variegatus.
    Ein sachliches Diskutieren ist entweder Quellen zu benennen oder sie zu suchen.
    Ich kann darum nicht behaupten, dass ich Deine Diskussionskultur als respektvoll empfinden würde.
    Zum Thema Pore Wikipedia:
    "Poren lassen sich zum Beispiel in biologischen Geweben wie Blättern oder Haut finden, wo sie die Durchlässigkeit für Luft, Wasser und gelöste Stoffe in einer Membran ermöglichen. " Ich beziehe mich auf diese Definition von "Pore". Eine Membran die verschlossen wird, wenn scharf angebraten wird. Dass es auch in Pilzen so etwas gibt, kann jeder durch eigene Versuche verifizieren.
    Auch das gehört für mich zum wissenschaftlichen Vorgehen:
    Eigene Experimente machen.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo zusammen,
    vielen Dank Abeja für den interessanten Beitrag. Die Quellen schaue ich mir noch näher an.
    Zunächst einmal etwas zum allgemeinen.
    Mich nervt schon immer die Angabe "kochen" oder englisch "cook" oder deutsch "garen"
    Jeder der selbst kocht, weiß dass das geschmackliche und haptische (Mundgefühl) Ergebnis nicht von der Dauer des Garens alleine abhängt.
    Das heißt aber auch, dass die Inhaltsstoffe der fertigen Mahlzeit auf Grund von physikalischen und chemischen Vorgängen während des Garens abhängig von der Garmethode unterschiedlich sind.
    Pilzbücher werden leider vorzugsweise von Männern geschrieben, die selbst nicht kochen können.
    Eine Ausnahme war Antonio Carluccio. Er war Koch und hat sich für seine Pilzbücher Mykologen zur Unterstützung geholt.
    Ich zitiere mal aus "Complete Mushroom Book" (aus dem Englischen übersetzt):
    "A. mellea ist einer meiner bevorzugten Pilze zu Spaghetti."
    ...
    "Er ist köstlich sautiert in Butter und Knoblauch."
    ...
    "Essen sie ihn nicht roh - er ist leicht giftig - aber zubereitet ist er absolut sicher. Blanchieren sie ihn für mindestens 5 Minuten bei hoher Temperatur und werfen sie das Kochwasser weg."
    Hier spricht ein Praktiker, der für sich selbst und für andere kocht und das viele Male ausprobiert hat.
    Er betrieb eine Restaurantkette und ich habe in London ein Mal in einem Restaurant seiner Kette gegessen.

    Jetzt noch etwas zum Thema Nebularin. Das ist ein Feststoff, der bei 181 Grad schmilzt. Es ist also nachzuvollziehen, dass er hitzestabil ist. Nebularin ist aber mit 100g/l recht gut wasserlöslich. Blanchieren wird da also mit Sicherheit die Konzentration reduzieren. Um wieviel hängt dann aber wiederum davon ab, wie klein die geschnitten sind und wie lange blanchiert wird. Nach 20 Minuten abkochen, Wasser abgießen und Wasser verwerfen, wird in der Mahlzeit kaum noch Nebularin enthalten sein.
    Wenn jemand hingegen scharf angebraten hat und danach 20 Minuten lang weiter bei geringerer Temperatur gebraten hat, ist da möglicherweise noch recht viel Nebularin enthalten.
    Man findet übrigens für Nebularin keine Angaben, wie es um die Löslichkeit in Fett bestellt ist.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo Kai,
    den "Küchenmythos" kannst Du gerne selber verifizieren:
    ("Poren" ist - vor allem bei Pilzen - ein nicht ganz treffendes Wort, aber das kennt jeder, der kocht, vom Braten von Fleisch)
    1. Dünsten: Erhitze Butter in einer Pfanne bis zum Schmelzen und erwärme ein wenig weiter.
    Werfe Pilze in die Pfanne. Aus den Pilzen tritt sofort Flüssigkeit aus.
    Die Pilze sind gar, wenn die Flüssigkeit verdampft ist, die Pfanne "trocken fällt". Kann man zum Beispiel auch in "Montag: Cook mal Pilze" nachlesen.
    2. Scharfes Anbraten: Erhitze Bratöl in einer Pfanne auf höchster Stufe und werfe Pilze in die heiße Pfanne.
    Es tritt keine Flüssigkeit aus. Es tritt auch im weiteren Vorgang des Garens keine Flüssigkeit aus den Pilzen aus. Die Pilzstücke bilden eine harte wasserundurchlässige Kruste, die auch die Wärmeleitung ins Innere begrenzt. Das Mundgefühl bezeichnet man italienisch als "al dente".
    Wenn Du selber kochst, müsstest Du das eigentlich wissen.
    Ich mache das gelegentlich, wenn ich Pilze mit Fleisch zusammen gare, aber das bewährt sich nicht. Ich bin aber manchmal zu faul, eine weitere Pfanne aufzusetzen. Man braucht dazu leider auch eine weitere Kochstelle, oder muss garen und danach warm stellen.

    Ich muss sagen, dass ich es sehr ärgerlich finde, wenn jemand ohne eigene Kenntnisse etwas als Mythos abqualifiziert.

    Welches ist denn deine Quelle dafür, dass die Toxine hitzelabil sind?
    Gibt es darüber irgendwelche Untersuchungen, die Du benennen könntest?
    Ich suche seit vielen Jahren nach so etwas!


    Nun noch etwas zu den alten Pilzbüchern. In neuerer Zeit werden Untersuchungen zum "morchella syndrom" angestellt.
    In einem meiner alten Pilzbücher aus den 1970er Jahren beschreibt der Autor eine eigene Vergiftung mit Morcheln!
    Er beschreibt sie als leicht aber lästig und empfiehlt das Überbrühen als Gegenmaßnahme. Das offensichtlich ebenfalls aus eigener Erfahrung. Früher haben die Autoren Empfehlungen "aus eigener Erfahrung" gegeben. Heute wird bei "zweifelhaften" Speisepilzen standardmäßig "n Minuten garen" geschrieben. Einige der früheren zweifelhaften - wie Nebelkappe, kahler Krempling, Frühjahrslorchel - sind mittlerweise als gesundheitlich bedenklich oder gefährlich giftig entlarvt worden. Vor denen haben aber auch früher schon vorsichtige Autoren gewarnt, weil sie schwere Vergiftungen kannten.

    Einziger für mich bisher ungeklärter Fall ist das, was man früher nur Hallimasch nannte.

    Gruß,
    Marcel


    Hallo zusammen,
    ich muss hier noch einen Schwank aus meiner Jugend los werden:
    Im Alter von 5-6 Jahren machte ich mit meiner Mutter einen Waldspaziergang.
    Wir trafen auf ein Hallimasch Massenvorkommen und auf ein Massenvorkommen von Hallimaschsammlern.
    Wenn ich mich richtig entsinne, war es ein Windwurf. Die Hallimaschfruchtkörper erschienen nur im betroffenen Bereich.
    Man hat früher bei uns Fichten viel zu dicht als Monokulturen gepflanzt. Der erste stärkere Wind legte die ganze Anpflanzung um.
    Meine Mutter sprach einen der Sammler an, der aussah, als kenne er sich aus.
    Er meinte, das seien Hallimasch und man dürfe die nur essen, wenn "das Häutchen" noch intakt sei.
    Seitdem gibt es für mich die ungelöste Frage, ob nicht die "Unverträglichkeiten" etwas mit dem Alter der Fruchtkörper zu tun haben.
    Ich weiß mittlerweile, dass sich bei manchen Speisepilzen abhängig vom Alter der Fruchtkörper der Geschmack stark ändert. Das heißt für mich, dass sich die chemische Zusammensetzung ändert. Warum soll das nicht auch bei Hallimaschen der Fall sein?
    Hallimasch gilt hier bei vielen als der "einfachste Speisepilz". "Da kann man nichts falsch machen" habe ich schon gehört.
    Und natürlich weiß von den Betreffenden keiner, dass der lange gegart werden soll.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo zusammen,
    Ich halte es für fahrlässig von der DGFM eine feste Garzeit von 20 Minuten anzugeben!
    Die Angabe "Kochwasser wegschütten", die sich schon seit mindestens den 1970er Jahren in den Pilzbüchern findet, deutet eindeutig auf wasserlösliche Giftstoffe hin, die durch viel Wasser ausgeschwemmt werden müssen.
    Wenn ein Koch scharf angebraten hat, kann das Gift nicht mehr ausgeschwemmt werden, auch wenn er nachher Wasser zugibt, denn die Poren sind dann dicht.
    Langes Garen ergibt bei vorher scharf angebratenen Pilzen nur dann einen Sinn, wenn die Gifte hitzelabil sind. Aber auch da gilt:
    Nach scharf anbraten ist das Pilzstück ein geschlossenes System. Wenn die Reaktion, die das Gift zersetzt, eine Gleichgewichtsreaktion ist, bleibt darum immer noch etwas von den giftigen Anfangsprodukten enthalten.
    Die alten Pilzbücher schrieben auch öfter etwas von 20 Minuten "kochen". Ich habe aber auch von lebensbedrohlichen Vergiftungen bei mehreren Teilnehmern einer Mahlzeit gelesen, die Stein und Bein schworen, 30 Minuten gegart zu haben.
    Der Fall, an den ich mich da erinnere, betraf Nebelkappen. Obschon die mittlerweile nicht mehr empfohlen werden, habe ich aber sonst nirgendwo etwas von Aufenthalten auf der Intensivstation nach ihrem Verzehr gelesen.
    Die Anweisung müsste eher lauten: roh giftige Pilze nicht scharf anbraten, sondern dünsten!
    Beim Blanchieren soll übrigens nach dem Erhitzen in Eiswasser abgeschreckt werden. Ich habe noch nie von jemanden gehört, der eiskalte Pilze verzehrt.
    Eine weitere wichtige Anweisung wäre: roh giftige Pilze klein schneiden.
    Auch dies wurde in den alten Bücher "wegen der Verträglichkeit" wärmstens empfohlen.
    Wieder Beispiel Nebelkappe: Die sind recht massig. Wenn die einer als 2-3 große Stücke brät, sind die nach 20 Minuten nicht gar.
    Gegenbeispiel Pfifferlinge: Wer typische Pfifferlinge länger als 5 Minuten gart, hat einen völlig geschmacklosen Magenfüller.
    (Wenn ich ausnahmsweise mal riesige Exemplare habe, schneide ich die auf die normale Größe, damit alles gleichzeitig gar wird.)

    Gruß,
    Marcel

    Hallo Svenja,
    Schwefelköpfe bilden keine Rizomorphen.
    Zitat Wikipedia:
    "RhizomorphenSingular: die Rhizomorphe – sind aus Hyphen bestehende, verdickte Stränge von einigen Ständerpilzen, die sich aus isolierenden äußeren und größeren und gestreckteren inneren Hyphen zusammensetzen. "
    "Rhizomorphen dienen vor allem zum Erschließen neuer Substratquellen"
    Hausschwamm bildet auch Rizomorphen. Ich habe schon welche an der Außenwand von Häusern gesehen. Dann hat das Haus keine hohe Lebenserwartung mehr.

    Die Fruchtkörper von Schwefelköpfen sind deutlich ausdauernder. Man sieht sie oft den ganzen Winter durch.
    Im übrigen schmecken Grünblättrige impertinent bitter und sind damit ungenießbar.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo Kai,
    das Problem ist, dass "blanchieren" kein eindeutig definierter Begriff ist.
    Es sagt nur aus, dass das Gargut in gesalzenem, kochendem Wasser gegart wird.
    Es wird da zwar meistens "kurz" geschrieben, man findet aber auch die Angabe, dass die Garzeit vom "Gemüse" abhänge.
    Man findet durchaus aber auch die Meinung, ein Mal kochendes Wasser über das in einem Sieb platzierte Gargut zu schütten, sei Blanchieren. Das wäre beim Hallimasch natürlich ein Problem.
    Dasselbe Problem kann aber auch auftreten, wenn die Pilze - wie von vielen gemacht - scharf angebraten und dann noch weiter gebraten werden. Durch das scharfe Anbraten werden die "al dente". Beim Dünsten werden die hingegen weich.

    Ich bin jetzt 64 Jahre alt und habe im Leben genau ein Mal Hallimasch gegessen. Das war in einem Restaurant in Südtirol.
    Ich habe die nie selbst gesammelt und zubereitet. Es wurde schon immer über Unverträglichkeiten berichtet. Für mich selbst würde ich das durchaus ausprobieren. Wenn ich aber für andere sammele, kann ich das nicht verantworten.

    Ich habe mich darum sehr gewundert, als ich Hallimasch zu Filetspitzen in Südtirol auf der Karte fand. Es wäre jetzt natürlich interessant zu erfahren, welchen Hallimasch die verwendet hatten. Offensichtlich hatten die nie den Fall, dass es bei Gästen Unverträglichkeiten gab.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo Svenja,
    mit Weiden kenne ich mich leider nicht aus. Das einzige, was mir dazu einfällt, ist, dass die es gerne feucht mögen.
    Dazu fällt mir ein, dass die letzten Jahre - zumindest bei uns - viel zu trocken waren.
    Bei uns sind viele kleine Gewässer auch dieses Jahr wieder trocken gefallen.
    Die einfachste Baumpflegemaßnahme ist immer das Wässern.
    In meiner Kindheit hatte mein Opa Obstbäume.
    Da ist neben schädlicher Trockenheit immer auch das Auseinanderbrechen des ganzen Baumes oder das Abbrechen großer Äste ein Thema. Bei den Obstbäumen natürlich vornehmlich durch die Last der Früchte bedingt.
    Ein starker Wind kann da aber auch schwere Schäden verursachen.
    Bei den Obstbäumen ist natürlich das Schneiden das A und O, damit der Baum die Last seines eigenen Gewichts auch tragen kann.
    Vorsichtige Menschen desinfizieren das Schneidewerkzeug.
    Bei Obstbäumen arbeitet man aber auch mit Stützen. Wenn das richtig gemacht wird, ist das manchmal die bessere Lösung.
    Wenn man das macht, sollte man aber im Geiste ein Kräftediagramm ziehen.
    Deine Weide steht unmittelbar neben anderen Bäumen. Wenn an diesen Bäumen irgendetwas verändert wird, wird auch deine Weide unter Umständen instabil. Das kenne ich aus dem Wald: Irgendein Narrenkopf entnimmt die falschen Bäume. In den nächsten 10 Jahren fallen die Nachbarbäume nacheinander um. Ein Baum ist stabil in seiner Umgebung mit den Nachbarbäumen, die da waren, als er ein kleiner Baum war.

    Gruß,
    Marcel

    Liebe Svenja,
    ich habe hier einen interessanten Artikel gefunden:

    Hallimasch – Biologie und forstliche Bedeutung
    Hallimasch-Pilze ernähren sich vorwiegend von totem Holz. Manche unter ihnen sind gefürchtete Parasiten, die Fäulen verursachen oder lebende Bäume abtöten…
    www.waldwissen.net

    Zitat: "Als Besonderheit bildet der Hallimasch wurzelähnliche Stränge (Rhizomorphen) und weisse Myzelmatten (Abb. 3), die sich in Funktion und Form unterscheiden."
    Es gibt auch ein Bild dazu.

    Du hast keine Rizomorphen gefunden.
    Wenn Du welche gefunden hättest, hätte der Baum keine lange Lebenserwartung.
    Auch weiße Myzelmatten sehe ich nicht.

    Den honiggelben findet man bei uns im Wald eher selten, aber sehr wohl in Gärten.
    Dort häufig auf vergrabenem Totholz.
    Von Schäden an lebenden Bäumen in den betroffenen Gärten ist mir nichts bekannt.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo Svenja,

    man sollte immer auch bedenken, dass Hallimasche zunächst einmal Totholzzersetzer sind.
    Wenn ich aktuell durch den Wald gehe oder laufe, sehe ich an jeder Ecke Hallimasche.
    Das heißt aber nicht, dass der halbe Wald abstirbt.
    Früher glaubte man das und hat Holzreste feinsäuberlich aus dem Wald entfernt, um die "Weiterverbreitung" des Hallimaschs zu stoppen.
    Der Wald wirkte wie ausgekehrt. Das Waldsterben hat das aber nicht verhindert, sondern befördert. Bei uns starben hektarweise Bäume mit Nasskern ab.
    Mittlerweile wird bei uns ein großer Teil auch des geschlagenen Holzes im Wald belassen. Wenn ein Wald mit dem Holzernter bearbeitet wird, werden nur die leicht verwert- und transportierbaren Teile entnommen. Wenn irgendetwas beim Aufladen herunterfällt, bleibt das liegen, wenn es den Weg nicht versperrt.
    Deshalb findet man bei uns Hallimaschfruchtkörper zu dieser Zeit in Massen. Das Myzel schafft es aber bei uns nicht, gesunde Bäume zu schädigen.
    Es könnte also durchaus sein, dass dort Holzreste im Boden sind. Weiden werden ja nun unter Umständen auch beschnitten.
    Das ist natürlich auch Futter für den Hallimasch.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo liebe Foristen,
    Julia Kruse hat mir bestätigt, dass ich diesen Fund korrekt bestimmt habe.
    Die Stelle, an der ich das Blatt fotografiert habe, liegt in der Nähe
    von Kaiserslautern zwischen Aschbacher Hof und KL-Mölschbach am Fuße des
    großen Krebsers.
    Unter https://www.pilze-deutschland.de/ ist die Art für Rheinland-Pfalz nur sehr spärlich kartiert. Die nächste Fundstelle, die ich in der Karte finde, ist der Saupferch bei Bad Dürkheim.

    Julia Kruse teilt meine Meinung, dass die Art für Rheinland-Pfalz massiv unterkartiert ist.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo Matthias und Abeja,

    ich würde bei mir auch auf Hypomyces viridis tippen, obwohl ich das Grün etwas anders in Erinnerung habe, mehr mit Blaustich.
    Ich hatte zu dem Fund am 17. August 2014 im PilzePilze Forum berichtet, aber keine Bilder gemacht. Ich war da fotografisch noch nicht so gut gerüstet.

    Die Bestimmung durch Begleitbäume funktioniert im Pfälzer Wald nicht. Man muss da mit folgenden Bäumen rechnen:

    Eichen, Buchen, Fichten, Kiefern, Birken, Lärchen, Linden, Eschen, Esskastanien, Vogelbeerbäume, Douglasien, Weymouth Kiefern, verwilderte Obstbäume. Hainbuchen kommen mitten im Wald eher selten vor, dafür aber im stadtnahen Bereich. Früher kannte ich noch Ulmenstandorte, aber die hat das Ulmensterben dahingerafft.

    Ich habe mir früher den Spaß gemacht, jedes Mal, wenn ich beim Lauftraining einen Goldröhrling sah, die Lärche zu suchen. Die steht aber unter Umständen 20 Meter entfernt. Ich kenne nur eine einzige Stelle bei uns im Wald, an der die vorkommenden Baumarten sehr begrenzt sind: Dort gibt es sehr alte Eichen, untermischt mit ein paar Buchen. Überall, wo Naturverjüngung stattfindet, kann man nur raten, zu welchem Baum das Myzel gehört.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo Abeja,

    ich habe auch schon einen Essversuch mit von pilzlichen Parasiten befallenen Reizkern gemacht.

    Das war in Bezug auf Pilzmahlzeiten das Leckerste, was ich je gegessen habe. Das Aroma war völlig Reizker untypisch.
    Ich esse normalerweise eher selten Reizker, weil ich bei allen Reizkern - auch beim Edelreizker - eine für mich unangenehme Bitterkeit wahrnehme. Fichtenreizker sind für mich ungenießbar.

    Das Aroma war bei dem Steinreizker irgendwie blumig mit leicht süßer Komponente - vielleicht vergleichbar mit eßbaren Blumen, die man gelegentlich auf dem Markt erwerben kann.

    Die Konsistenz war sehr fest und machte damit dem Namen alle Ehre. Ich habe ca. 30 Minuten gegart. Danach war das Mundgefühl so wie bei eher festem Fleisch. Fühlte sich sehr angenehm an. Eine gegrillte vorher feste Birne wird ähnlich.

    Bei meinem Exemplar war die Deformation so weit fortgeschritten, dass eine genauere Bestimmung als "Reizker" nicht mehr möglich war.

    Auf der Unterseite gab es anstatt Lamellen eine grüne Schicht. Da ich bei Dir nichts Grünes sehe, könnte es sein, dass bei Dir ein anderer Parasit am Werke war.

    Gruß,
    Marcel

    Hallo Jasper,
    ich fang dann mal mit der Kritik an:

    Verfärbung:
    Der sich intensiv blau verfärbende flockenstielige Hexenröhrling ist viel leichter sicher zu bestimmen als ein Steinpilz, also meiner Meinung nach eher ein Anfängerpilz.
    Bei vielen blau verfärbenden Arten ist die Verfärbung zum Beispiel bei ausgetrockneten Exemplaren für Anfänger eher schwer feststellbar.

    Helle Farbe der Huthaut:
    Bei Satansröhrlingen kann die Farbe durchaus auch mal hellbraun sein. Es gibt weitere zumindest giftverdächtige Arten in der Ecke.
    Ich habe leider keinen Überblick darüber, was aktuell als Art geführt wird.

    Farbe der Poren:
    Auch junge Steinpilze sehen von unten weiß aus.
    Porenfarben sind nach meiner Erfahrung zu beachten, aber man sollte sich nicht darauf verlassen.
    Das ist ein Merkmal, man sollte alle Merkmale sorgfältig prüfen.
    Beispiel: Gallenröhrlinge muss man bei geeignetem Lichteinfall betrachten. Dann sieht man ein zartes Rosa.
    Anfänger sehen man wie in deinem Beispiel nur weiß. Ich hatte einen Fall, in dem die Poren eher braun erschienen.

    Bitterkeit:
    Die Bitterwahrnehmung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
    Ich nehme zum Beispiel die Bitterkeit eines Gallenröhrlings wahr, aber eher schwach, während andere sie als ekelerregend empfinden.
    Gegenbeispiel: Grünblättrige Schwefelköpfe. Der Geschmack ist für mich stark ekelerregend bitter.

    Gruß,
    Marcel