Nachdem die Fortsetzung dieses Threads ins digitale Nirwana entschwunden ist, möchte ich bei späteren Lesern nicht den Eindruck vermitteln, ich sei unhöflich und hätte nicht geantwortet. Mit Abeja habe ich mich persönlich ausgetauscht, meine Antwort an Christian hier:
Hallo Christian,
merci für Deinen Hinweis!
Dass in einem Schlüssel von Exsikkat-Eigenschaften ausgegangen wird, hatte ich nicht auf dem Radar.
Nun habe ich meine inzwischen staubtrockenen Belege mit 20x-Auflicht angeschaut:
Maximal 20% des Hymeniums ist tatsächlich "± glatt" (Zitat GpBW Bd.1, Schlüssel 10, Frage 5* ––> Meruliopsis) – 1. Foto; weitere ca. 50% weisen deutliche "Wellen" auf – 2. Foto; die restlichen 30% sind nachwievor klar (netzartig-)faltig – 3. Foto:

Ergänzung zum besseren Verständnis aus #4:
Zitat aus dem Schlüssel 10 (GpBW Bd.1, S. 142)
5 Hymenium merulioid bis poroid ––> 6
5* Hymenium glatt ––> Meruliopsis
Daraus folgt für mich, dass die Kriterien an dieser Stelle im Schlüssel nicht wirklich "glücklich" gewählt sind. Auch wenn ich nachlese, wie sich die nachfolgend ausgeschlüsselten Gattungen darstellen, sehe ich Verbesserungsbedarf. So hätte man z.B. einen Großteil der Gattungen/Arten über die Zystidenform (pfriemförmig, kopfig, weder-noch, dünn- vs. dickwandig) unterscheiden können. Die Gattung Athalia wird im Text S. 154 mit "Oberfläche des Hymeniums feucht zuweilen leicht runzelig-faltig, trocken stets glatt..." beschrieben = Widerspruch zu Schlüsselfrage 5, vor allem im Vergleich zu den Lederfältlingen. Hinzu kommt, dass sich in dieser Gattung nur 2 Arten ohne Schnallen befinden, und bei diesen die Sporenform anders ist (deutlich breiter / nicht allantoid wie bei Meruliopsis). Über die nächste artenreiche Gattung Phanerochaete steht auf S. 283: "Bcarp. resupinat ... glatt, warzig oder zähnchenförmig," = also nicht merulioid – siehe oben, erneuter Widerspruch zu Schlüsselfrage 5. Für die beiden Gattungen trifft wohl zu, dass sie rein resupinat sind, also weder Hütchen bilden noch einen flauschigen Rand bilden.
Tja, das erneute Fazit lautet wiederum: ich brauche bessere Bestimmungsliteratur...
Viele Grüße – Rika