Zwei (verschiedene ?) extrem bittere weißliche Schleierlinge (Sektion Ochroleuci) --> Cortinarius cf. barbatus

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Es gibt 5 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von abeja.

  • Hallo,


    eigentlich hatte ich vor, die unten eingestellten Cortinarien in diesem Jahr noch einmal zu finden ... aber da tut sich nichts (nur "Kleinkram", wenn überhaupt...)


    Im letzten Jahr habe ich - vermutlich - recht seltene Cortinarien (Myxacium) gefunden,

    an zwei verschiedenen Stellen im gleichen Wald (ca. 300 m auseinander) und bisher haben die einen "oder-oder-oder"-Namen. :/


    Dabei wird es wahrscheinlich auch bleiben, trotzdem interessiert mich eure Meinung dazu.

    Was wäre der geeignete "Ableg-Namen", irgendein "Artenaggregat" eventuell?


    Fakten:

    Pilzgruppe 1, Oktober 2017

    Buchenwald auf Kalk, Hochrhein ca. 450 m Höhenlage, direkt bei Buche,

    fast gebüschelt, locker aneinander geheftet, nichts Schleimiges feststellbar (trockenes Wetter und nicht durch Anfeuchten überprüft), extrem bitter,

    zum Geruch leider nichts notiert (also nichts aufgefallen)


             


    Pilzgruppe 2, Oktober 2017

    Buchenwald auf Kalk (s.o.) aber am Wegrand, "krautig", wahrscheinlich nährstoffreich (zusammen mit von oben ähnlich aussehenden Schnecklingen),

    Als Einzelpilz wachsend, auch nicht schleimig bei trockenem Wetter (aber auch nicht angefeuchtet), unter der hellen Oberfläche eventuell gelblicher als bei bei Pilzgruppe 1(oben leider nicht überprüft),

    spindelig wurzelnd (Unterschied zu Gruppe 1), extrem bitter, Geruch leicht erdig bis rettichartig (Unterschied zu Gruppe 1)





    Pilz 3, Oktober 2017

    1 Woche später, gleicher Standort wie Pilze 2 (jetzt Einzelexemplar), vermutlich die gleiche Art (den habe ich mitgenommen und getrocknet)


           



    Bei der Suche bin ich im Bon auf Myxacium, Sektion Ochroleuci/Amarescentes gekommen ... C. ochroleucus, eburneus.

    Ich habe kein Buch, wo diese Cortinarien in großer Vielfalt enthalten wären.


    Vergleiche ich dann mit diversen Webinfos, dann ist die Verwirrung groß ... C. emollitus, C. barbatus, C. chrystallinus ...

    Ich halte es auch für möglich, dass das zwei verschiedene Arten sind.


    Hier so etwas Ähnliches:

    https://forum.pilze-bayern.de/index.php?topic=908.0


    Demnach könnte die Pilzgruppe eventuell Cortinarius barbatus sein? :/


    VG abeja

  • Hallo,

    hmmm ... es scheint so zu sein :/, dass diese Pilzarten nicht so oft gefunden werden und es daher wenig breitgefächerte Erfahrungswerte gibt - besonders was die eventuellen makroskopischen Unterschiede der genannten Arten betrifft.

    Ich lege alle diese Pilze einfach mal unter Cortinarius cf. barbatus ab (oder ? :)).


    VG abeja

  • Hallo Stefan,

    mein Gefühl 8-) ?

    Okay, du bringst mich da ans Rotieren, es gibt ja auch Fälblinge mit Cortina.

    Aber mit so einer schleierlingshaften Gürtelzone mitten auf dem Stiel?

    Und der Geschmack war wirklich von einer alles Bisherige in den Schatten stellenden Bitterkeit.

    Das musst du dir so vorstellen, dass du den Pilz nur berührst, also die Außenfläche (noch gar nicht ein Stückchen probierst) und dann +- versehentlich an deinem Finger leckst und dass diese kleine Anhaftung schon extrem bitter ist - so etwas hatte ich bei den Fälbingen noch nicht - und die Arten, die ich da jetzt auf Anhieb finde (mit Cortina und bitter), die sehen anders aus und wachsen woanders. Es war auch kein Geruch feststellbar, der typisch für Fälblinge gewesen wäre (Kakao, Rettich oder süßlich).


    VG abeja

  • Hallo Wolfgang,

    das ist ja ein prima Hinweis, dass ein Cortinarius-Experte die Pilze (alle, nehme ich an?) für C. barbatus hält.

    Mikromerkmale habe ich natürlich nicht - und ich kenne mich da auch nicht aus - ich habe jetzt nur mal "Cortinarius Cheilozystiden" gegoogelt.

    Auf der Seite von Interhias gibt es eine Reihe von Cortinarius-Arten, wo differenzierte Cheilozystiden genannt werden.

    Suche ich international "Cortinarius cheilocystidia" komme ich z.B. auf die Seite von Mushroomexpert

    https://www.mushroomexpert.com/cortinarius.html

    und ich zitiere mal:

    Zitat

    Microscopic Details

    Microscopic examination is generally required for identification of all but a few "field guide species" in the genus. Spore morphology is probably the most crucial among the microfeatures; spore shape, size, and the degree of ornamentation (from nearly smooth to strongly verrucose) can all be important in identification. Ideally, spores should be measured from a spore print so that they are unquestionably mature. A Roman aqueduct section, mounted in 2% KOH, will suffice for studying other microscopic features important in Cortinarius, which include the pileipellis (see the discussion and illustration above, under "Sliminess"), the presence or absence of clamp connections, and cystidia on the gills. Impressive, well defined cystidia are almost never heard of in Cortinarius (Cortinarius violaceus is virtually the only exception), but some species possess cylindrical to club-shaped cheilocystidia--sometimes designated as "marginal cells" when they are so inconspicuous as to be unworthy of a full-blown "cheilocystidia" designation (yes, the distinction is frustrating, and no, authors do not use these terms consistently and universally).

    In Flora Agaricina Danica

    http://www.svampe.dk/svampefor…ent/uploads/FAD-Vol-3.pdf

    steht etwas, was ich daraus nicht gut kopieren und einfügen kann:

    Cortinarii hätten keine Cheilozystidien (das sei im Zweifelsfall ein Unterschied zu Hebeloma und anderen nahe verwandten Gattungen), ABER einige wenige Myxacium-Arten hätten " the gill-edge adorned with conspicuous (vesiculose) cystidia ...


    VG abeja

  • abeja

    Hat den Titel des Themas von „Zwei (verschiedene ?) extrem bittere weißliche Schleierlinge (Sektion Ochroleuci) ?“ zu „Zwei (verschiedene ?) extrem bittere weißliche Schleierlinge (Sektion Ochroleuci) --> Cortinarius cf. barbatus“ geändert.