Posts by Wolfgang Prüfert

    Liebes DGfM-Forenpublikum,

    wir planen, am 19.6.2026 von ca. 12:00-15:00 dieses Forum von einem selbst betriebenen Server in die Woltlab-Cloud umzuziehen.

    Hintergrund ist, dass wir keinen ehrenamtlichen Webmaster finden konnten, und wir als DGfM unsere Kernkompetenz in der Funga und nicht im Betreiben von IT-Systemen sehen. Insofern ist der Umzug ein Schritt zur Professionalisierung, weil wir so weniger von Einzelpersonen abhängig sind und spezialisierte Dienstleister den IT-Betrieb in höherer Stabilität sicherstellen können.

    Auf der neuen Plattform sind wir dann auf der aktuellsten Software-Version des Forums, und haben damit neue technische Möglichkeiten, unsereren Mitgliedern und Interessenten Informationen anzubieten.

    Während des Umzugs wird das Forum für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein.


    Für das Präsidium

    Wolfgang Prüfert

    Hallo an alle,

    Vielen Dank für den Vorschlag. Mit Harry Andersson stellt die DGfM einen Vertreter im Ausschuss für Pilze im Lebensmittelbuch.

    Man darf den Einfluss der DGfM aber nicht überschätzen - kommerzielle Züchter und Importeure haben dort mehr Gewicht.

    Grüße,

    Wolfgang

    Der FA Tox hat mittlerweile beschlossen, Morcheln in der uneinheitlich bewerteten Liste zu führen, aber dort auch auf den Charakter als zugelassenem Marktpilz zu verweisen.

    Dort erwarten die Leser alle Arten, zu denen es mehr zu sagen gibt als nur "essbar".

    Und neben dem Rohverzehr gibt es ja auch das neurologische Syndrom.

    Hallo Marcel,

    wenn man die von Dir aufgeführte Lebensmittelvergiftung dazunimmt, gibt es mindestens vier unterschiedliche Vergiftungssyndrome mit Morcheln.

    - neurologisch (bei Frisch- und Trockenmaterial gekocht)

    - gastrointestinal (bei Frisch- und Trockenmaterial gekocht)

    - sehr schwer gastrointestinal (bei Frisch- und Trockenmaterial roh)

    - gastrointestinal (bei alten Exemplaren)


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Marcel,

    hast Du eine genaue Quellenangabe für die Zubereitungshinweise?

    Nach meinem Verständnis ist der genannte Vorschlag nicht von den bisherigen toxikologischen Erkenntnissen gedeckt.

    Damit "Kochwasser wegschütten" Sinn ergibt, müsste ein Gift wasserlöslich aber temperaturstabil sein. Die Gifte sind nicht bekannt, insofern kennt man ihre Eigenschaften nicht. Mindestens eines ist aber nicht temperaturstabil.

    Wie Du selbst schreibst, werden Morcheln nach ausreichender Erhitzung (ohne Wegschütten des Kochwassers) tausendfach gut vertragen, solange es bei kleinen Mengen bleibt. Sind ja immerhin zugelassene Marktpilze.

    "Kochwasser wegschütten" kann auch irgendwann mal als Analogie zu anderen Pilzarten in die Küchenhinweise geraten sein, und wurde dann immer wieder abgeschrieben. Ich persönlich würde nicht ohne guten Grund den leckeren Sud vom Überbrühen der Pilze wegschütten.

    Danke und Gruß,

    Wolfgang

    Hallo an alle,

    solange genetisch noch gar nicht klar ist, was "insipida s.str." überhaupt ist, kann man selbst nach Sequenzierung keinen einzigen Fund diesem Taxon zuordnen. Derzeit sinnvoll zu verwenden scheinen nur "insipida agg." und "garajonayensis", wobei es aus DE noch keinen gesicherten Fund von letzterem gibt (was aber nur eine Frage der Zeit zu sein scheint)? Im Moment ist also noch keine Eile geboten.

    Ich hatte letzten Herbst auch "komische insipida" mit ausgeprägt roter Stielspitze. Muss ich wohl bald zu Pablo schicken...

    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo Felli,

    dass Arrhenia retiruga vom Moos auf benachbarte Stängel wechselt, um Fruchtkörper zu bilden, sehe ich öfter mal. Das wäre also kein Ausschlusskriterium. Ganz überzeugt bin ich von Andreas' Bestimmung dennoch irgendwie nicht, aber ohne einen besseren Vorschlag zu haben.

    Grüße,

    Wolfgang

    Bis jetzt (ob aktuell?) hat man die Art wohl nur in der Slowakei gefunden - alle "Verdachtsfälle" in Deutschland (Beiträge in Foren anderswo) waren H. mucronella.

    Einen makroskopischen Hinweis gibt es aber doch, zumindest wenn sehr junge Pilze dabei sind. H. amara ist von jung bis alt viel "orangefarbiger", während H. mucronella ganz jung viel stärker ins Rote spielt.

    Hallo Abeja,

    ich würde bei einer so jungen Art, die zudem erst aus einer Region bekannt ist, der Farbe allein als Trennmerkmal nicht trauen. Wir müssen wohl oder übel den Bestimmungen ein cf. voranstellen, bis sich die Unterschiede erhärtet haben.

    Grüße,

    Wolfgang

    es sei denn die cremeweißsporigen und die rosacremesporigen Kollektionen sind genetisch identisch und die Sporenpulverfarbe ist halt variabel

    Hi Andreas,

    genau der Eindruck drängt sich mir auch auf - ich habe auch schon das, was für mich "typische rhodosperma" sind, aussporen lassen, und der Spp war fast weiß. Die rosa Farbe verschwindet auch innerhalb 1-2 Tagen, es hängt also auch von der Frische des Sporenabdrucks ab.

    Die Unterscheidung zwischen rhodosperma und mastoidea var konradii geht auch m.E. viel besser über die Art des Aufreißens der Hutdeckschicht. Das müsste ich mal zusammenschreiben für die ZfM, wenn ich mal Zeit hätte, und in der Lage wäre die Sequenzierungsergebnisse vernünftig zu interpretieren. Das ist in der Gattung nämlich auch "besonders".

    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Walter,

    ich vermute, dass Dein Pilz im Ramariopsis kunzei-Aggregat zu suchen wäre, vielleicht R. robusta.

    Clavulinopsis umbrinella kann auch mal heller ausfallen, dann müsste der Pilz auf jeden Fall sequenziert werden. Das Aggregat ist noch nicht geklärt.

    Leider wird die Gattung ohne Mikroskop nicht final zu klären sein. Ramariopsis hätte kleine, stachelige Sporen, Clavulinopsis größere, glatte Sporen mit einem großen Öltropfen.

    Wenn Du mir einen Beleg schickst, kann ich mal 'reingucken.

    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo Felli,

    ich würde die mehrzelligen, sterilen Elemente an der Schneide für "Cheilozystiden im Sinne der Schlüssel", und den Pilz für typische E. phaeocyathus halten.

    Wann es anatomisch korrekt, wann es einfach nur für die Bestimmung praktikabel, und wann es eher missverständlich ist, eine sterile Zelle an der Schneide als "Cheilozystide" zu bezeichnen, ist im Einzelfall gar nicht so einfach zu entscheiden.

    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Svenja,

    ob und wie man Hallimasch mit Fungiziden bekämpfen kann, ist leider nicht mein Wissensgebiet. Das Entsorgen der Fruchtkörper wird das Pilzmycel aber nicht am Weiterwachsen hindern. Vielleicht mal einen Baumpfleger kontaktieren?

    Dass man erstmal versucht, den Baum zu erhalten, ist nachvollziehbar. Wenn er keine Gefahr für irgendeine Verkehrssicherungspflicht darstellt, z.B. weil er an einem Fußweg steht, kann man es ja einfach drauf ankommen lassen.

    Grüße,

    Wolfgang

    Hi Frank,

    Als was soll ich aber die mehr als 1600 Fundpunkte von M. konradii in Deutschland kennzeichnen?

    hast Du irgendeine andere Wahl als "konradii agg." oder "konradii s.l."?

    das M. konradii inzwischen nur eine Varietät von M. mastoidea ist, ist unumstritten

    Frag' dazu doch mal Andreas Gminder. Beim letzten Mal als ich ihn gefragt hatte - das schon ein paar Jahre her - wollte er die Möglichkeit nicht ganz ausschließen, dass konradii doch der gültige Name von rhodosperma sein könnte. Letztlich hätte man erst Gewissheit, wenn man den Typus sequenzieren würde. Dieser Argumentation kann man schwer widersprechen. Aber man kann eben auch nicht bis dahin warten, um Riesenschirmlinge zu kartieren.

    Gruß,

    Wolfgang

    Hi Frank,

    leider gibt es ja keine vollständige Einigkeit, was "konradii s.str." ist.

    Daher würde ich stattdessen für "mastoidea var. konradii" plädieren (und damit dem Artkonzept von Vellinga folgen).

    Rein taxonomisch ist "konradii s.l." übrigens kein "Aggregat" im Sinnes eines Clades mit mehreren Subclades, sondern ein Sammelname für zwei manchmal ähnlich aussehende, aber nicht eng verwandte Arten.

    Grüße,


    Wolfgang