Posts by Wolfgang Prüfert

    Hallo abeja,


    Schwermetallbelastung in Pilzen hat der FA Tox für die nächsten Treffen auf der Tagesordnung. Leider gibt es nur sehr lückenhafte und widersprüchliche wissenschaftliche Fakten. Ich hoffe, dass am Ende ein Statement herauskommt wie bei den Heilpilzen, aber das wird noch lange dauern. Mit den Heilpilzen hat der FA 2-3 Jahre 'rumgemacht.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo Mia,


    Deine Pilze (zumindest die größeren) zeigen auf dem Foto die typischen Merkmale von Perlpilzen:

    - rötendes Fleisch

    - zwiebelförmige Knolle

    - geriefter Ring


    Bitte beachte: Bestimmungstipps in einem Forum sind keine Essensfreigabe. Die gibt es nur beim PSV vor Ort, der auch z.B. anhand von Geruch und Festigkeit den Zustand der Pilze beurteilen kann.


    Grüße,

    Wolfgang

    Hi Stefan,


    so leuchtend gelbrote Farben gibt es bei den Lacktrichterlingen m.E. nicht.


    Einige Saftlinge bevorzugen auch feuchte Standorte, z.B. helobia und turunda wären auch typische Arten der Moore. coccinea ist ökologisch breit aufgestellt.


    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo an alle,


    ich habe diesen Effekt auch schon bei unserer letzten Exkursion gesehen.


    Die seltsamen Gebilde bei mir waren abgefressene Büschel von Psathyrella piluliformis ("Weißstieliges Stockschwämmchen").

    In der Nähe waren noch intakte Büschel, sonst wäre ich nicht so schnell drauf gekommen.


    Bei Spinnich sehen die Stiele etwas zu gelb für diese Art aus, aber ich kann mir vorstellen, dass der Effekt bei allen stark längsfaserigen und hohlen Stielen auftreten kann.


    Beim Abfressen werden die verbleibenden Stiele anscheinend mehrfach längs eingerissen, und der Rest ist Physik ...


    Gruß,


    Wolfgang

    Möchte nur ausschließen, dass es ein weißer Knollenblätterpilz ist bzw. was es da noch so ähnliches gibt.

    Hallo Marilena,


    ein Knollenblätterpilz ist das nicht, aber ES GIBT GIFTIGE CHAMPIGNONS!!


    Als Anfängerin solltest Du besser um alle weißen Lamellenpilze einen Bogen machen, und Dich beim Sammeln auf leicht erkennbare Arten konzentrieren. Champignons gehören NICHT dazu.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Abeja,

    der Standort des Fruchtkörpers ist sicherlich variabel.


    Aber von Lycoperdon perlatum ist die Bildung von Ektomycorrhiza nachgewiesen (wobei die meisten Arten trotzdem immer noch als Saprobionten bezeichnet werden, auch wenn das in typischen Lycoperdon-Biotopen eine recht armselige Ernährungsweise wäre).


    Apioperdon ist aber wohl wirklich saprobionisch auf Holz.


    Die Ernährungsweise ist für den Bestimmer aber natürlich normalerweise nicht nachvollziehbar.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Abeja,


    von den "echten" Stäublingen unterscheidet sich der Birnen- schon durch das Wachstum auf Holz.


    Nach Lit. ist bei dem auch bei reifen Fruchtkörpern die Subgleba hell, im Gegensatz zu den Lycoperdi. Darauf hab' ich noch nie geachtet, bisher hab' ich Birnenstäublinge auch so erkannt.


    Der Grund für die eigene Gattung ist aber natürlich molekular...


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo Peter,


    es gibt im Fachausschuss keine neuen Erkenntnisse zu Hallimaschen, sondern nur das altbekannte, dass sie (1) roh sehr giftig sind, (2) von einigen nicht vertragen werden, und (3) allgemein abführend wirken.


    Daher stehen sie auf der Liste der uneinheitlich bewerteten Arten, ohne Unterscheidung zwischen mellea s.str. , gallica und ostoyae.


    Immer mit dem oben genannten Disclaimer, kannst Du sie aber natürlich freigeben. Der Ratsuchende sollte aber schon wissen, dass er damit ein gewisses Restrisiko eingeht.


    Wir können im FA Tox aber überlegen, in der nächsten Version die 3 Arten einzeln aufzuführen, um Missverständnisse zu vermeiden - Danke für den Hinweis.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo abeja,


    vielen lieben Dank für Deine Bilder, zu denen es leider viel zu selten ein Feedback von den Lesern gibt.


    Beim dritten Pilz müsstest Du, glaube ich, die Gattung in Frage stellen. Der Pilz wird ohne Mikroskop kaum sicher zu bestimmen sein.


    Ich würde da einen Clitopilus (scyphoides s.l, hobsonii, ...) eher vermuten als einen Crepidotus.

    Das würde ein Blick auf die Sporen aber leicht klären.


    Auch bei den Hemimycenen würde ich es ohne Mikroskop bei der Gattung belassen, auch wenn es vielleicht ein paar Experten gibt, die die Arten im Feld auseinanderhalten können.


    Viele Grüße,

    Wolfgang

    Hallo an alle,


    die Meinung, gegen die wir ankämpfen müssen, ist eigentlich die Grundidee der App, dass jeder gefundene Pilz in eßbar oder giftig klassifiziert werden muss.


    Meistens wird die Absurdität dieser Vorgehensweise den Zuhörern klar, wenn ich es mit Pflanzen und Tieren vergleiche: Welche Spinnen, Wanzen oder Vögel sind denn essbar und welche giftig? Geht man in den Wald und sammelt Beeren, die man fotografiert und sich von der App die Eßbarkeit bestätigen lässt? Oder sammelt man nicht vielmehr gezielt Himbeeren oder Heidelbeeren, die man kennt?


    Genau so muss es ja bei Pilzen laufen: man kennt Steinpilze und Maronen, sammelt nur diese, und braucht dafür gar keine App.

    Insofern ist mein Vorwurf an die Apps, dass sie bei den Benutzern eine Erwartung wecken, die völlig realitätsfern ist.


    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo PS,


    eine Zweiteilung der PSV in Pilzberater und PSV wie in Bayern steht aktuell nicht an (diskutieren tun das natürlich immer mal Leute - seit Jahren)..


    Was das faktische Niveau des PB(BMG) vom PSV(DGfM) in der Prüfung unterscheidet, ist im wesentlichen die genauere Kenntnis über die Vergiftungssyndrome. Die praktische Prüfung ist nach meiner Kenntnis vergleichbar, allerdings darf man der BMG wirklich ein Kompliment für die gute Formulierung der Anforderungen zu diesem Bereich machen.


    Zu den Vergiftungssyndromen findest Du auf der Homepage der DGfM eine Zusammenstellung, mit der Du auch die Fragen in der Theorie-Prüfung beantworten kannst.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Jens,


    dass wir in Deutschland dringend mehr Maßnahmen gegen Klimaerwärmung treffen müssen, da stimme ich mit Dir überein.


    Eigentlich sollten wir es uns (durchaus ganz selbstkritisch gemeint) nicht mehr leisten, für die Ausübung eines Hobbies mit dem Auto in weit entfernte Wälder zu fahren.


    Dass ein PSV den in Ausbreitung begriffenen Neophyten Lentinula edodes kennen darf, hat aber nur sehr indirekt damit zu tun.


    http://www.pilze-deutschland.d…edodes-berk-pegler-1976-1


    Und sei mir nicht bös, aber an einem weiteren Streitgespräch möchte ich hier nicht teilnehmen.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo PS,


    da Andreas - wie Krötenhocker schreibt - im Moment beruflich in der Hauptsaison ist, gebe ich mal meinen Senf ab. Auch wenn ich nicht im FA PSV bin, habe ich immerhin schon zweimal angehende Prüfer geprüft.


    Was die Fragen angeht, solltest Du Dich nicht verrückt machen (lassen). Für die Antworten sind immer nur ein paar Zeilen vorgesehen, und keine Diplomarbeiten.


    >>Muss ein PSV die diversen ungenießbaren Porlinge auf Artebene bestimmen können (der giftige Zimtfarbene Weichporling mal außen vor, da ich den zu dem Wissen über Giftpilze zählen würde, die ja berechtigterweise einen Schwerpunkt bilden sollten)? <<


    Nein, ein PSV muss in der praktischen Prüfung nur Arten für Speisezwecke und die wichtigen Giftpilze auf Artebene bzw. auch die nur auf Gattungsebene bestimmen ( z.B. bei Filzröhrlingen, weißen Trichterlingen, Schirmlingen wäre Art-Ebene gar nicht möglich). Einzelne "kenn-ich-nicht"-Pilze müssen immer dabei sein, das gehört dazu, aber für den Ausgang der Prüfung wäre das nur relevant, wenn Du sie trotzdem freigeben würdest.


    Für Phytopathogene Pilze sollen im Fragenkatalog 3 Arten genannt werden. Auch hier die Frage, inwiefern das wichtig ist. Gebe gerne zu, dass ich um Phytopathogene Pilze bisher einen Bogen gemacht habe.


    Ein PSV sollte einen groben Überblick über das Reich der Pilze haben, und einzelne Vertreter seiner Wahl benennen können. Ich persönlich halte das Wissen um die Existenz von z.B. Schwarzrost an Getreide, Mutterkorn, Narrentaschen oder Ahorn-Runzelschorf für mykologische Allgemeinbildung. Mehr muss ein PSV zu so was aber nicht wissen.


    In der Prüfungsordnung werden Kenntnisse über kultivierbare Pilze verlangt. Muss ich als PSV Tipps geben können zu Holzbeimpfungen, passenden Substraten etc.?


    Nein. Allerdings solltest Du die wichtigsten Zuchtpilze (Er-)kennen. Gerade wenn mangels Frischpilzen mal ein Shii-Take in der Prüfung drankommen muss...


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Babett,


    vielen Dank, Bärentraube hatte ich als "Fichten-Ersatz-Partner" noch gar nicht auf dem Schirm.


    Einmal kurz gegoogelt (z.B. http://www.funga.fi/Karstenia/Karstenia_53-1-2_2013-5.pdf) , scheint das Heidegewächs auch NICHT überwiegend ericoide Mycorrhiza zu machen, wie bei Wikipedia behauptet.


    Schade, dass es bei uns im Rhein-Main-Gebiet keine Bärentrauben gibt, da müssen wir uns im Offenland auf die Sonnenröschen konzentrieren, um klassische Mykorrhizapilze zu finden. Aber z.B. Dermocybe pratensis gibts hier bei Sauergräsern, was auch ziemlich weit weg vom klassischen Waldbaum ist. Da gibt's noch so viel zu lernen...


    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo Abeja,


    der erste Pilz mit dem ganz gelben Fleisch wäre für mich voll in dem Spektrum, das ich X. communis/engelii nennen würde. Die karottenfarbenen Punkte sieht man manchmal nur im Bino (oder auch dort nicht).

    Einen Pilz ganz ohne Weinrot im Stielfleisch würde ich nicht ohne weiteres als chysenteron durchgehen lassen.


    Aber am Ende bräuchte man wohl mal wieder den Sporenquotienten... und vielleicht benenne ich auch meine Funde falsch.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    Frau Dr. Bräuer war so nett, mir den Link zur finalen Version der US-Behörden zu schicken - ich hatte eine vorläufige Version gegoogelt.

    In der finalen Version wird der BMDL10 mit 0,43 mg/kg Körpergewicht/Tag angegeben.


    Gleichzeitig hat sie mich darauf hingewiesen, dass der MoE-Faktor von 10.000 eine von der EFSA festgelegte Konstante und nicht im Einzelfall zu verhandeln oder zu vernachlässigen ist.


    Ich wollte in meinem ersten Schluss aber nicht ausdrücken "weil wir es nicht besser wissen, ist es heute egal ob wir 90 g oder 900 kg verzehren". Das wäre in der Tat eine Negierung von unbekannten Risiken, die ich so nicht gemeint habe. Die Spanne von 90 g zu 900 kg sollte nur das Maß unseres Unwissens plastisch verdeutlichen.



    Grüße,


    Wolfgang



    Lactarius : Zum Hanta-Virus fehlen uns selbst noch einige Hintergrund-Informationen. Das wird noch einige Zeit dauern.