Posts by Wolfgang Prüfert

    Hallo Felli,

    dass Arrhenia retiruga vom Moos auf benachbarte Stängel wechselt, um Fruchtkörper zu bilden, sehe ich öfter mal. Das wäre also kein Ausschlusskriterium. Ganz überzeugt bin ich von Andreas' Bestimmung dennoch irgendwie nicht, aber ohne einen besseren Vorschlag zu haben.

    Grüße,

    Wolfgang

    Bis jetzt (ob aktuell?) hat man die Art wohl nur in der Slowakei gefunden - alle "Verdachtsfälle" in Deutschland (Beiträge in Foren anderswo) waren H. mucronella.

    Einen makroskopischen Hinweis gibt es aber doch, zumindest wenn sehr junge Pilze dabei sind. H. amara ist von jung bis alt viel "orangefarbiger", während H. mucronella ganz jung viel stärker ins Rote spielt.

    Hallo Abeja,

    ich würde bei einer so jungen Art, die zudem erst aus einer Region bekannt ist, der Farbe allein als Trennmerkmal nicht trauen. Wir müssen wohl oder übel den Bestimmungen ein cf. voranstellen, bis sich die Unterschiede erhärtet haben.

    Grüße,

    Wolfgang

    es sei denn die cremeweißsporigen und die rosacremesporigen Kollektionen sind genetisch identisch und die Sporenpulverfarbe ist halt variabel

    Hi Andreas,

    genau der Eindruck drängt sich mir auch auf - ich habe auch schon das, was für mich "typische rhodosperma" sind, aussporen lassen, und der Spp war fast weiß. Die rosa Farbe verschwindet auch innerhalb 1-2 Tagen, es hängt also auch von der Frische des Sporenabdrucks ab.

    Die Unterscheidung zwischen rhodosperma und mastoidea var konradii geht auch m.E. viel besser über die Art des Aufreißens der Hutdeckschicht. Das müsste ich mal zusammenschreiben für die ZfM, wenn ich mal Zeit hätte, und in der Lage wäre die Sequenzierungsergebnisse vernünftig zu interpretieren. Das ist in der Gattung nämlich auch "besonders".

    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Walter,

    ich vermute, dass Dein Pilz im Ramariopsis kunzei-Aggregat zu suchen wäre, vielleicht R. robusta.

    Clavulinopsis umbrinella kann auch mal heller ausfallen, dann müsste der Pilz auf jeden Fall sequenziert werden. Das Aggregat ist noch nicht geklärt.

    Leider wird die Gattung ohne Mikroskop nicht final zu klären sein. Ramariopsis hätte kleine, stachelige Sporen, Clavulinopsis größere, glatte Sporen mit einem großen Öltropfen.

    Wenn Du mir einen Beleg schickst, kann ich mal 'reingucken.

    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo Felli,

    ich würde die mehrzelligen, sterilen Elemente an der Schneide für "Cheilozystiden im Sinne der Schlüssel", und den Pilz für typische E. phaeocyathus halten.

    Wann es anatomisch korrekt, wann es einfach nur für die Bestimmung praktikabel, und wann es eher missverständlich ist, eine sterile Zelle an der Schneide als "Cheilozystide" zu bezeichnen, ist im Einzelfall gar nicht so einfach zu entscheiden.

    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Svenja,

    ob und wie man Hallimasch mit Fungiziden bekämpfen kann, ist leider nicht mein Wissensgebiet. Das Entsorgen der Fruchtkörper wird das Pilzmycel aber nicht am Weiterwachsen hindern. Vielleicht mal einen Baumpfleger kontaktieren?

    Dass man erstmal versucht, den Baum zu erhalten, ist nachvollziehbar. Wenn er keine Gefahr für irgendeine Verkehrssicherungspflicht darstellt, z.B. weil er an einem Fußweg steht, kann man es ja einfach drauf ankommen lassen.

    Grüße,

    Wolfgang

    Hi Frank,

    Als was soll ich aber die mehr als 1600 Fundpunkte von M. konradii in Deutschland kennzeichnen?

    hast Du irgendeine andere Wahl als "konradii agg." oder "konradii s.l."?

    das M. konradii inzwischen nur eine Varietät von M. mastoidea ist, ist unumstritten

    Frag' dazu doch mal Andreas Gminder. Beim letzten Mal als ich ihn gefragt hatte - das schon ein paar Jahre her - wollte er die Möglichkeit nicht ganz ausschließen, dass konradii doch der gültige Name von rhodosperma sein könnte. Letztlich hätte man erst Gewissheit, wenn man den Typus sequenzieren würde. Dieser Argumentation kann man schwer widersprechen. Aber man kann eben auch nicht bis dahin warten, um Riesenschirmlinge zu kartieren.

    Gruß,

    Wolfgang

    Hi Frank,

    leider gibt es ja keine vollständige Einigkeit, was "konradii s.str." ist.

    Daher würde ich stattdessen für "mastoidea var. konradii" plädieren (und damit dem Artkonzept von Vellinga folgen).

    Rein taxonomisch ist "konradii s.l." übrigens kein "Aggregat" im Sinnes eines Clades mit mehreren Subclades, sondern ein Sammelname für zwei manchmal ähnlich aussehende, aber nicht eng verwandte Arten.

    Grüße,


    Wolfgang

    Oder sollte das Zufall sein?

    Hallo an alle,

    Zufall ist es sicher nicht, dass die CHEGD-Arten vergesellschaftet auftreten. Aber die Deutung "A parasitiert auf B" ist nur eine beliebige, vermutlich unterkomplexe Spekulation zu diesem nicht verstandenen Artenverbund.

    Da es meines Wissens keine Untersuchungen zur Ernährungsweise der Clavariaceen gibt, würde ich es beim ehrlichen "wir wissen es nicht" belassen.

    Grüße,


    Wolfgang

    Der häufige Sternschuppige Riesenschirmling heißt m.E. am besten Macrolepiota rhodosperma.

    Leider wird er in mehreren vielgenutzten Pilzbüchern M. konradii genannt.

    M. konradii ist nach Vellinga aber der Name für eine Form (?) im mastoidea-Komplex.

    M.E. müssten fast alle Fundpunkte von "konradii" mit rhodosperma gleichgesetzt werden.

    Aber wie kartiert man, wenn man eine echte M. konradii gefunden hat?

    noch schnell ein Exsikkat machen zur weiteren Untersuchung! Liegt der schon 2 Tage? Gibt es noch mehr am Standort?

    Wäre wohl eine Sequenz wert, es gibt ja noch weitere mediterrane Arten wie A.singeri, die durch den menschgemachten Klimawandel vielleicht gerade einwandern. Nach 2 Tagen im Kühlschrank wird es mit der ITS aber schwierig.


    Wolfgang

    Hallo Wolfi,

    Du zeigst einen großen, reifen Stäubling von einem Wiesen-Habitat. Den ausgeprägten Pseudostiel kann man erahnen. Ein Bild von der Außenseite und ein Querschnitt fehlen. Leider sehen von oben fast alle in Frage kommenden Arten so aus.

    Mein Favorit wäre ein Beutelstäubling (Lycoperdon excipuliforme), der sich auf die Wiese "verirrt" hat. Ich würde aber auch einen Hasenstäubling (L. utriforme) nicht ganz ausschließen, wobei der Klee für einen sehr nährstoffreichen Standort spricht.

    Das sind die beiden häufigsten Arten, die regelmäßig so eine Größe erreichen und einen Pseudostiel haben.

    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo Jasper,

    erstmal vielen Dank, dass Du Dich (1) auf YouTube um die Aufklärung von Pilz-Verwechslungspartnern bemühst und (2) Dich hier der öffentlichen Kritik stellst.

    Wie immer fallen einem mehr die negativen als die positiven Aspekte auf, das soll Dich keinesfalls demotivieren!

    An Anfang stellst Du den Gallenröhrling als Dickröhrling dar. Er sieht ganz so aus, aber von der Verwandtschaft ist er wegen der rosa Sporen zu Recht in einer eigenen Gattung, und damit im Alter leicht von fast allen anderen Röhrlingen (Spp. oliv) zu unterscheiden. Diese Info hätte es m.E. verdient, erwähnt zu werden, zumindest am Ende wenn Du systematischer wirst.

    Wenn ich mir überlege, was bei einem blutigen Anfänger hängen bleibt, wäre die Aussage: "nimm nix was blau wird" eher kontraproduktiv. Die häufigen Anfängerpilze Marone und Hexenröhrling wären raus, wie Du selbst erklärst, Wurzelnde Bitterröhrlinge blauen oft nur schwach.

    Etwas zu kurz kommen m.E. die roten Farben, die am Stiel (Schönfuß) bzw. an den Poren (Satans- und Ochsenröhrling) Giftpilze abgrenzen.

    Fun Fact: wer kein bitter schmecken kann, kann Gallenröhrlinge wohl problemlos essen, während Schönfüße Magen-Darm-giftig sind. Bei Wurzelnden Bitterröhrlingen weiß ich es leider nicht.

    Gruß,

    Wolfgang