Umbennenungen

    • PSV

    Es gibt 12 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Christoph.

    • Umbennenungen

      Servus Kollegen,

      die ständigen systematischen Änderungen ( z.B. Hemileccinum, Coprinellus und Co.) sind zwar sicher begründet, nerven aber trotzdem.

      Hat jemand eine Idee wie eine einfacher PSV wie ich mich auf dem laufenden halten kann, ohne mich über die Maßen damit zeitlich auseinandersetzen zu müßen ?

      Ist vieleicht ein aktualiesertes Sammelwerk ( ähnlich wie " Der große Kosmos Pilzführer) als einfaches, aktualisiertes "Gattungsüberblickswerk" geplant ?

      Im Bewußtsein das die o.g. Zuordnungen wohl nie abgeschlossen sind sage ich Danke und verbleibe mit kollegialem Gruß

      Erik
    • Hallo Erik,

      In Kürze wird auf der DGfM-Homepage eine Taxonomie-Referenzliste aller mitteleuropäischen Pilzarten zum Download bereitstehen. Sie wird von Frank Dämmrich in Zusammemarbeit mit Pilzexperten für einzelne Gattungen gepflegt, und dient als Grundlage für die Kartierung mit MYKIS. Dort sind knapp 30.000 Arten und Synonyme aufgeführt.
      Zwar werden auch dort nicht alle taxonomischen Neuerungen sofort eingefügt (Hemileccinum und Xerocomellus beispielsweise fehlen noch, dagegen sind Coprinellus, Coprinopsis und Parasola schon enthalten), aber diese Liste ist auf jeden Fall aktueller als jedes aktualisierte Sammelwerk.

      Beste Grüße
      Martin
    • Hallo Erik,

      ein Druckwerk zu diesem Thema wäre wohl schon nicht mehr aktuell wenn es erscheinen würde. Ich denke bei taxonomischen Fragen ist es auch immer sinnvoll den Index Fungurom (resp. Species Fungorum) und MycoBank zu Rate zu ziehen. Der Weisheit letzter Schluss ist allerdings dort auch nicht zu erwarten, zumal manche Gattungszuordnungen auch vom "persönlichen Geschmack" mancher Autoren abhängig sind.

      Beste Grüße

      Harald
    • Hallo Erik,
      wenn ich jetzt schreibe: "panta rhei", dann ist das zwar etwas platt, aber es stimmt.
      Es ist für einen "einfachen PSV" aus meiner Sicht nicht unbedingt notwendig zu wissen, wie der jeweils aktuelle, nomenklatorisch "richtige" Name eines Pilzes lautet.
      Der Pilz bleibt ja derselbe.
      Andererseits wird der weitergehend Interessierte natürlich immer bestrebt sein, nomenklatorisch auf dem Laufenden zu bleiben. Aber das würde theoretisch nur gelingen, wenn Du Dir so 15 - 20 internationale Fachzeitschriften hältst, das dürfte aber kaum zu machen sein. Also wird man als Laie abwarten müssen, bis man das in der Sekundärliteratur liest (Internet wäre schneller) und sich der neue Name dort durchgesetzt hat. Das sehe ich auch absolut als nicht tragisch an. Ob Du nun Hemileccinum depilatus sagst oder Boletus depilatus - Dein Gesprächspartner wird wissen, welchen Pilz Du meinst.
      Und manchmal dauert es sowieso länger, bis Umbenennungen allgemeine Anerkenntnis finden.

      Wenn sich dann demnächst alle PSV fragen, warum es neuerdings " Lactifluus volemus s. l." heisst, weil sie noch nicht gelesen haben, dass zum einen neuerdings (in Mitteleuropa) 3 Brätlinge unterschieden werden und diese zum anderen zusammen mit wenigen anderen Milchlingen von Lactarius abzutrennen sind, dann würde jedes gerade erschienene Druckwerk schon wieder veraltet sein.
      Demnächst kann also das Rätselraten losgehen, ob der Brätling auf Abbildung x in Pilzbuch y nun ein Lactifluus volemus oder ein Lactifluus subvolemus oder ein Lactifluus oedematopus ist.

      Ich würde meinerseits zunächst erst einmal gar nicht versuchen, den ratsuchenden Pilzsammlern den Unterschied erklären zu wollen. Es ist der Brätling - und gut.

      So lange wie wir leben,
      wird es immer was Neues geben.

      (Reimt sich und könnte man eben mit "panta rhei" gleichsetzen.)

      BG Peter
    • Hallo Erik,

      dann gebe ich meinen Senf auch mal dazu ;)

      Mich persönlich nervt der Zuwachs an Wissen (oder auch vermeintlichem Wissen, denn manche Änderungen werden auch zurückgenommen) gar nicht. Im Gegenteil, ich finde es spannend, dass man unseren geliebten Schwammerln immer mehr auf die Schliche kommt. Manche Änderungen kann man auch in der Pilzberatung nutzen.

      Beispiel Kremplinge (weil das unter anderem mein Spezialgebiet ist):
      Dass der Samtfußkrempling nicht einmal sehr nahe mit den echten Kremplingen verwandt ist, lässt die Wahrscheinlichkeit auf Paxillus-Syndrom äußerst gering erscheinen (auch: andere Inhaltsstoffe). Dass aber z.B. Melanogaster und Gyrodon sehr nahe mit Paxillus s.str. verwandt sind, lässt mich persönlich den Erlengrübling nicht in der Pilzberatung als Speisepilz empfehlen oder freigeben. (Er ist in Südbayern stellenweise sehr häufig). Und die für manche wohlschmeckende Schleimtrüffel käme mir auch nicht an die Pasta.

      Beispiel Keulenfußtrichterling...
      Man möchte bei einer Exkursion den Unterschied zwischen normalen Lamellen und den wachsartigen Lamellen der Schnecklinge zeigen... und nimmt den Keulenfußtricfhterling "Clitocybe" clavipes als normalen Lamellenpilz. Und siehe da, sie sind wachsartig weich!

      Jetzt steht er in einer eigenen Gattung "Ampulloclitocybe" und wird offiziell den Wachsblättlern zugeordnet (er steht genetisch zwischen Saftlingen und Ellerlingen).

      Finde ich Klasse, dann jetzt muss ich hier eine Ausnahme weniger erklären (Mehlräsling und Frauentäubling bleiben ja noch als Ausnahmen).

      Wie auch immer - in der Pilzberatung ist der brandaktuelle Gattungsname oftmals/meist/generell(?) nicht entscheidend (wie auch schon von anderen Diskutanten geschrieben). Auch als Collybia butyracea ist der Butterrübling essbar, auch wenn er eine Rhodocollybia ist. Entscheidend ist die Kenntnis der Art. Der zu Beratende wird mit den Fachausdrücken ohnehin selten etwas anfangen und ihn auch nur Butterrübling nennen. Deshalb finde ich persönlich nur das Abändern von deutschen Namen nach Gattungsänderungen nervig. Ich nenne den Georgsritterling oder Maipilz weiterhin so und nicht "Georgsschönkopf". Die wahre Verwandtschaft finde ich jedoch wie oben erklärt sehr spannend.

      Liebe Grüße
      Christoph
    • Danke für die guten Tipps. Mycobank hab ich ausprobiert ist mir weitaus sympatischer als der Index.f., der mir einfach immer zu unübersichtlich war.

      Danke Christoph für deinen Senf. Fände ich die Mykologie nicht ebenfalls spannend, würde ich nicht nach einer 70 Stundenwoche Sonntags abends noch einen Tüte Pilzmatsch

      bestimmen. Ich bin willig mich weiterzubilden-schön wäre es aber wenn Ihr Obermykologen vieleicht eine Möglichkeit finden würdet, den Pilzfreunden mit weniger Zeit

      ein Medium hier einzurichten, in dem die für die Sachverständigen relevanten Änderungen ( und hier mein ich kein Asco auf einem Kaninchenköttel) leicht zugänglich publiziert

      werden würden.

      Grüße

      Erik
    • Hallo Erik,

      erik schrieb:

      Ich bin willig mich weiterzubilden-schön wäre es aber wenn Ihr Obermykologen vieleicht eine Möglichkeit finden würdet, den Pilzfreunden mit weniger Zeit

      ein Medium hier einzurichten, in dem die für die Sachverständigen relevanten Änderungen ( und hier mein ich kein Asco auf einem Kaninchenköttel) leicht zugänglich publiziert

      werden würden
      ein interessanter Vorschlag.
      Wie Du ja sicher schon bemerkt hast, haben wir versucht, die DGfM - Mitteilungen (Beilage der ZfM) deutlich in Umfang, Inhalt und Form aufzuwerten.
      Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein "Obermykologe" in gewissen Abständen für Pilzberater taxonomisch relevante bzw. interessante Änderungen genau dort publiziert und kurz kommentiert. Z. B. dass vom für die Pilzberatung interessanten Keulenfußtrichterling festgestellt wurde, dass er nicht zu den Trichterlingen (Clitocybe) gehört, auch die tatsächlich richtige Zuordnung der Riesenschirmpilze ist sicher interessant und sollte für diejenigen, die sich nicht zu den "Obermykologen" zählen, wie Du und ich, mal in diesem Medium darstellbar sein.

      Liebe Grüße - Peter
    • "ein Medium hier einzurichten, in dem die für die Sachverständigen relevanten Änderungen ( und hier mein ich kein Asco auf einem Kaninchenköttel) leicht zugänglich publiziert

      Hi Erik,

      was soll das bedeuten ?( . Gerate die sind wichtig :D

      Gruß Peter
      Es soll sich regen, schaffend handeln, erst sich gestalten, dann verwandeln; Nur scheinbar steht's Momente still. Das Ewige regt sich fort in allen, denn es muss in Nichts zerfallen, wenn es im Sein beharren will. (aus Goethes: Eins und Alles)
    • erik schrieb:

      Ich bin willig mich weiterzubilden-schön wäre es aber wenn Ihr Obermykologen vieleicht eine Möglichkeit finden würdet, den Pilzfreunden mit weniger Zeit ein Medium hier einzurichten, in dem die für die Sachverständigen relevanten Änderungen ( und hier mein ich kein Asco auf einem Kaninchenköttel) leicht zugänglich publiziert werden würden.
      Grüße
      Erik

      Dem schließe ich mich mal vorbehaltlos an. Denke, es gibt viele PSV mit wenig Zeit. Habe zwar nicht ganz 70 Arbeitsstundenvon Erik, aber auch noch Familie und andere Hobbies.