Essbare Trüffel..welcher, wo und wann?

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Es gibt 7 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von AK_CCM.

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe ich bin hier mit meinen Fragen an der richtigen Adresse.
    Ich bin Student und erstelle in einem Projekt für die Uni eine Website mit Informationen und insgesamt Wissen über Trüffel.
    Nun bin ich, in diesem Themengebiet, noch sehr unwissend. Daher meine Fragen und die Hoffnung, dass mir hier jemand weiterhelfen kann und möchte :)


    Welche Trüffelarten wachsen in Deutschland und welche sind genießbar?


    Was versteht man unter "richtigen" und "falschen" Trüffel, wie unterscheidet man diese (grob, für den Anfänger ;) )?


    Sind Trüffelhunde, nachdem sie Trüffelschweine abgelöst haben, die einzigen Tiere mit deren Hilfe Trüffel gesucht werden?


    .....


    Ich weiß, alles sehr grundlegende Fragen, aber vielleicht erbarmt sich ja jemand ;)


    Lieber Gruß,
    Björn

  • Hallo Björn,


    am besten wäre, Du würdest zuerst mal definieren, was Du unter "Trüffel" verstehst. Meinst Du damit die Gattung Tuber (= Trüffel), oder verstehst Du damit alles was knollig unterirdisch wächst?
    Meinst Du mit "richtige Trüffeln" die gesamte Gattung Tuber (obwohl nicht alle Arten zu Speisezwecken genutzt werden) oder meinst Du mit "richtige Trüffeln" alle zu kulinarischen Zwecken verwendete Arten egal von welcher Gattung (also auch Terfezia, Mäandertrüffel, ...).
    Entsprechend auch die Frage, was Du mit "falsche Trüffeln" meinst? Alle unterirdisch wachsenden Knollen? Das sind etwa 450 Arten in Europa und sie gehören den allerunterschiedlichsten Verwandtschaftskreisen an, weil in fast jedr Gruppe Pilze diese unterirdisch-knollige Wuchsform unabhängig voneinander entstanden ist.


    Zur Gattung Tuber kannst Du Dir auf ww.pilze-deutschland.de die in Deutschland nachgewiesenen Arten und ihre Verbreitung anschauen, wobei natürlich nur die Fundpunkte dargestellt sind die auch gemeldet wurden. Gerade bei Trüffeln ist dies sicherlich nicht das komplette Verbreitungsbild, aber doch deutlich mehr als nur "die Spitze des Eisbergs"wie manche Trüffelfans glauben machen wollen.


    Giftig ist vermutlich keine der Tuber-Arten, aber zu kulinarischen Zwecken werden ausschließlich die schwarzen Trüffeln, Tuber magnatum und Tuber borchii genutzt - wobei in Deutschland überhaupt gar nicht gesammelt werden darf weil die gesamte Gattung Tuber unter striktem Artenschutz steht (BArtSchG). Tuber magnatum und T. melanosporum, die beiden mit großem Abstand teuersten Trüffel-Arten, kommen nördlich der Alpen sowieso nicht vor.


    beste Grüße,
    Andreas

  • Hallo Andreas,



    ich denke bei ("richtigen") Trüffeln an, wie du es beschrieben hast, "alle zu kulinarischen Zwecken verwendete Arten egal von welcher Gattung (also auch Terfezia, Mäandertrüffel, ...)."


    Einfach so schon mal vielen Dank! Ich werde mich auf der Website umgucken.


    "Gerade bei Trüffeln ist dies sicherlich nicht das komplette Verbreitungsbild, aber doch deutlich mehr als nur "die Spitze des Eisbergs"wie manche Trüffelfans glauben machen wollen."


    Meinst du, dass durch solche Äußerungen der Preis höher gehalten soll, oder sind zu diesem Thema auf Grund von nicht ganz vollständigen Daten, falsche Schlüsse schnell gezogen?

  • Hallo,


    der Hauptgrund dürfte sein, die Gattung Tuber aus der Bundesartenschutzverordnung rausbekommen zu wollen, damit Ausnahmegenehmigungen zum (gewerblichen) Sammeln beantragt werden könnten. Dies ist bei streng geschützten Arten ungleich schwieriger (um nicht zu sagen hoffnungslos) als bei nicht geschützten Arten.


    beste Grüße,
    Andreas

  • Hallo,


    von meiner Seite auch noch was dazu. Es gibt inzwischen schon mit Trüffelmycel "infizierte" Bäume zu kaufen. Erste "Trüffelplantagen" soll es bereits schon geben. Ich habe unlängst eine interessante Doku gesehen, wo ein Winzer in BW neben Wein auch schon erste selbst gezüchtete Trüffel an umliegende Restaurants verkauft.


    l.g.
    Stefan

  • Hallo beisammen,


    Christoiph Hahn hat sich auf der BMG-Website Gedanken zur Trüffelsuche in Deutschland gemacht und zieht folgendes Fazit:

    Ich plädiere daher dafür, die Artenschutzverordnung ernst zu nehmen und deren Sinn und Zweck zu erkennen – den Schutz heimischer Arten vor kommerziellem und privatem Übernutzen. Die Kehrseite: Trüffeln müssen gekauft werden und nicht gesammelt. Und für Hunde gibt es noch andere spannende Möglichkeiten. So z. B. Agility, Fährtengehen etc. Muss es denn unbedingt das Ausgraben der heimischen Trüffeln sein?

    Quelle: http://www.pilze-bayern.de/ind…edanken-zur-trueffelsuche


    Gruß, Andreas