Posts by Andreas

    Hallo,


    bei Lycoperdon (und auch bei anderen Bauchpilzen) sind die Sterigmen lang und nicht zugespitzt, kein Vergleich mit den gebogenen zugespitzten "Hörnchen" der aktiv Sporen abschleudernden Basidien.

    Diese hymenialen Strukturen dieser Bauchpilze zerfallen einfach bei Reife und lassen Sporen und teilweise eben auch Sterigmenreste übrig. Diese Sterigmenreste nennt man Pedicellen.

    Es gibt Arten, da brechen die Sporen ohne Stergimenrest (= Pedicellen) ab, bei anderen Arten bleibt das komplette Sterigmum dran, und bei manchen Arten bricht es irgendwo ab.

    Eure Art scheint eine zu sein, die an den Sporen einen kurzen Pedicellenrest dran hat, der größere Rest des Pedicellums aber lose im Präparat zu finden ist (das sind die Stäbchen/"Würmchen").


    Wolfgang wird mich korrigieren wenn ich das falsch dargestellt habe, Bauchpilze sind nicht so meins ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Andreas,


    das sieht man ja schon auf deinem Foto, dass der Pilz erst blaut bevor er schwärzt.

    Ich halte das für L. paelochroum. Die anderen Arten dieser Gruppe sind alle viel seltener, kenne ich bisher fast nur aus submediterranen oder zumindest so angehauchten Gebieten.


    LG, Andreas

    Hallo Marc,


    kann ich mir fast nicht vorstellen, dass die Art im NSG Kühkopf noch nicht nachgewiesen ist. Das Gebiet ist doch gut bearbeitet, ich erinnere mich dunkel sogar an eine ausführliche Publikation - irgendwo müsste die bei mir rumstehen ….


    LG, Andreas

    Hallo Babett,


    hättste mal durchgeschnitten, dann hättest Du eine schöne kohleschwarze Zonierung gesehen - das dürfte eine Daldinia sein. Welche müsste man mikroskopieren und vor allem auch nach dem Pigment unter der Kruste schauen (KOH auf Objektträger und ein kleines Schnipsel vom Pilz rein -> gelb, violett, grünlich oder so).


    Das Holz scheint Esche zu sein?


    LG, Andreas

    Hallo,

    Das mit der Guajak-Reaktion überrascht mich jetzt. Leider spricht meine verfügbare Täublings-Literatur (RUSSULARUM ICONES & Kibby's THE GENUS RUSSULA in Great Britain) bei den Chamaeleontinae durchwegs von "(sehr) schwach und langsam". Unter positiv verstand ich bisher eine sichtbare Reaktion in 5, maximal 10 Sekunden. Aber da vertraue ich natürlich deiner praktischen Erfahrung, da ich selbst noch keine Funde der Sektion untersuchen konnte.


    Viele Grüße

    Thiemo

    stimmt, Fehler meinerseits, Russula postiana ist da die Ausnahme als relativ stark positiv reagierende Art - die anderen Chamaeleontinae sind ebenso wie turci/amethystina praktisch negativ.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Thiemo,


    also das dunkle Sporenpulver wundert mich auch - bist Du da sicher dass es wirklich so dunkel ist?

    Mit Spp. IVc-e kommt man in den Schlüsseln in die Chamaeleontinae, und dort dann natürlich zu postiana, weil die die einzige Art in der Gruppe ist die auch violette Töne haben darf. Allerdings ist das ein anderes Violett, mehr rosalich-fleischfarben verwaschen und nicht so amethystina-blauviolett. Vor allem aber die schön abgesetzte Zonierung die man beim liegenden älteren Fruchtkörper sieht, die ist schon sehr typisch für amethystina/turci. Und was letztlich auch noch klar für diese beiden spricht, das ist die negative Guajak-Reaktion, denn die Chamaeleontinae sind positiv.


    Insofern für mich weiterhin amethystina, es sei denn die Russulogen haben noch andere Merkmale in der Hinterhand die mir nicht geläufig sind - was natürlich gut sein kann, bin ja kein Täublingskenner.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Thiemo,


    für mich hätte ich keinen Zweifel an Russula amethystina.

    Russula faustiana nenne ich nur die wirklich olivfarbenen Kollektionen mit fast orangegelbem Sporenpulver - das dunkelste aller (europäischen) Russulae, IVe+


    Aber da werden die molukaler gebrieften Russulogen sicherlich auch gleich Einwände haben … ;-)


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    nun ja, was soll man dazu sagen …. Jeder blamiert sich halt so gut er kann. Und nur weil's einer vom anderen abschreibt wird's dadurch nicht richtiger. Und dass 123-Pilze da auch gleich wieder mit dabei ist, überrascht mich auch nicht wirklich, sondern bestätigt nur meine Vorurteile über die Qualität der dort wohl weitestgehend unrecherchiert angehäuften Funfakts und Fakefakts.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Stefan,


    das verstehe ich nicht. Die Oxydasen von Pulvinsäure und deren Derivaten haben doch nichts mit Amyloidität zu tun?! Amyloidität ist doch eine Reaktion auf Jod bzw. Jod-Kaliumjodid.


    LG, Andreas

    Hallo abeja, hallo alle anderen Interessierten,


    Abeja hatte mir vor ein paar Tagen das (ziemlich zerbröselte) Exsikkat eines der Pilzchen zugesandt. Es war gut getrocknet und konnte gut nachmikroskopiert werden.

    Es ist tatsächlich eine Lactocollybia, aber über die Artzugehörigkeit bin ich mir nicht ganz sicher, weil ich auf einige Literatur momentan nicht zugreifen kann.


    Die Gattungsbestimmung geht schnell und problemlos, denn die vielen Gloeocystiden sind deutlich erkennbar und kommen bei keiner anderen mir bekannten Gattung mit diesem Fruchtkörperhabitus vor. Also z.B. auch eine klare Abgrenzung gegenüber Hydropus.


    Der Pilz hatte Cheilozystiden als mehr oder weniger geschlossenenes sterile Band, dazu zerstreute cheilozystidenartige Pleurozystiden und reichlich sackförmige Gloeo-Pleurozystiden (gut erkennbar am lichtbrechenden Inhalt - die "schimmern" so ölig im Präparat).

    Die Sporen sind mandel- bis schiffchenförmig und auffallend breit, 9,4-10,1 x 5,4-5,8 mit einem auffallend einheitlichen L/B-Quotienten von 1,74-1,75.


    Das stimmt komplett mit meinem eigenen Fund von Lactocollybia cycadicola überein - doch diese Art soll ausschließlich auf der Rinde von (lebenden) Cycadeen (Palmfarne) vorkommen. In meinem Falle in Jena war das Substrat Dioon edule.

    Nach der Literatur bis 2008 kommt aufgrund der Sporen eben nur L. cycadicola in Frage.

    Von den neuer beschriebenen, teils in Orchideen-Töpfen gefundenen Arten scheidet L. dendrobii aufgrund der Sporenmaße sofort aus. Falls L. variicystis identisch ist mit L. liciosae, dann hat diese Art ebenfalls kleinere Sporen. Ich habe allerdings die Originalbeschreibung von L. variicystis nicht um vergleichen zu können, nur die von L. liciosae. L, epia hat auch kleinere Sporen und außerdem (fast) keine Pleuros.


    Momentan muss ich davon ausgehen, dass es sich um L. cycadicola handelt, trotz des vielleicht anderen Substrats - in dem Orchideentopf waren bestimmt Rindenstückchen, weißt Du zufällig woher die stammen könnten?


    beste Grüße,

    Andreas


    Hallo Felix,


    das widerspricht aber den Angaben bei Chalange, der auch ganz andere Zeiten auflistet.


    Wie klassifizierst Du dann schwache und starke Reaktion - über die Farbintensität nach 8 Sekunden? Also tief blaugrün wäre stark und olivgrün wäre schwach?


    Ich habe das immer über die Zeitdauer bis zum Farbumschlag eingestuft: bis 3 s stark, bis 20 s mäßig, bis ca. 40s schwach, > 1 min negativ. Das hat sich eigentlich nicht schlecht bewährt, dachte ich immer. Z.B. um R. griseascens von R. emetica zu trennen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Abeja,


    die zuletzt zitierte Literaturstelle ist von Täublingsspezialisten, u.a. Felix der ja auch hier schreibt, und sie sind eigentlich das Maß der Dinge im Gegensatz zu mir. Dennoch denke ich, dass es sich in diesem Fall um eine heute so nicht mehr praktizierte Vorgehensweise handelt. CHALANGE, auf den sich HAMPE et al. ja bereits beziehen, gibt eine Abstufung von negativ (0) über schwach (+), mäßig (++) bis stark positiv (+++) an - das liese sich zeitlich nicht in eine 5-Sekunden-Zeitspanne packen. Insofern denke ich schon, dass die von mir angegebenen Zeitspannen in etwa heute praktiziert werden und vermutlich ist es so ähnlich auch bei CHALANGE. Obwohl er das wohl noch etwas weiter definiert, denn er gibt in seiner Tabelle auch so Zeitspannen an wie "++ et +++ en 3-15 s" bei R. claroflava oder "++ et +++ en 20-30 s" bei R. firmula. Oder sogar bei R. gracillima "lames et pied ++ en 60 s", was meinem Verständnis der Reaktion doch etwas widerspricht.

    Ich kann leider nicht direkt nachschauen momentan wie CHALANGE seine Test praktiziert, da ich nur die Tabelle digital habe und meine Bibliothek nur halb hier ist und das BSMF ist eben noch in Jena.

    Auf jeden Fall ist es wichtig, solche Test nach bestimmten Normen durchzuführen, andererseits auch die Variabilität innerhalb einer Art zu berücksichtigen und auf den Zustand des Exemplars zu achten (trockene Exemplare reagieren oft verzögert, durchnässte oft heller ….)


    beste Grüße,

    Andreas