Posts by Andreas

    Hallo Benno,


    ich verstehe und sehe die Problematik des Fundmeldungen Überprüfens und ggf. Korrigierens. Dieses Problem hat jeder Landeskoordinator.

    Was ich nicht verstehe bei deiner Tirade sind zwei Dinge:


    Du beklagst Dich darüber "nur" Stellvertreter zu sein. Warum? Was ist dein Problem? Ist Dir der Titel nicht würdig genug und es geht Dir eigentlich um den Titel Landeskoordinator an sich? Oder sind Dir deine Kompetenzen nicht genug? Wäre das denn anders wenn Du statt "nur" stellvertretender LK "der" LK wärst? Ich kann da keinen Unterschied erkennen, mir persönlich wäre es vollkommen wurscht ob ich nun LK oder stellvertretender LK wäre, es ginge mir mehr um die Aufgabe der bestmöglichen Datenhaltung als solche.


    Du sprichst immer wieder von "Fehlerkorrektur" von "falschen Bestimmungen die Du korrigierst" und ähnlichem. Das scheint bei Dir sehr viel Raum einzunehmen zeitlich gesehen. Das kenne ich weder von meiner LK-Tätigkeit in Ba.-Wü., noch von der in Thüringen. Auch da gibts mal was zu korrigieren oder nachzufragen, aber doch in sehr bescheidenem Umfang. Vor allem auch wäre ich sehr zurückhaltend, anderer Leute mit nachgewiesen gutem Kenntnisstand in ihren Fundmeldungen rumzupfuschen, insbesondere dann wenn Du noch nicht mal selbst hundert Prozent sicher sein kannst über Deine Korrektur. Und anhand eines Deiner letzten Postings, wo Du etliche Beispiele zu korrigierender Artauffassungen genannt hast, muss ich Dir sagen, dass ich in mehreren Fällen gar nicht Deiner Meinung war. Beispiel Lactarius uvidus-violaceus-luridus z.B. Wäre ich in Deinem Bundesland, das würdest Du mit meinen Funddaten nur ein Mal machen, danach würde ich nie wieder an Dich melden, ganz offen gesagt. Ich persönlich finde Du maßt Dir da bisweilen an, die einzig richtige Auffassung zu haben. Ich wäre wie gesagt nicht bereit das so zu tolerieren als Melder, Diskussionen um kritische Funde natürlich gerne.


    Ich persönlich lasse dir Daten wie gemeldet, bis auf wirklich astrein nachvollziehbare Fehler, und überlasse die Interpretation der Daten dann demjenigen der sie für seine Zwecke auswerten möchte. Je nachdem, was man mit den Daten anfangen möchte, ist auch das unterschiedlich. Deutlich mehr Kontrolle lege ich auf alle naturschutzrelevanten Arten, dass da möglichst wenig Unsicherheit bei den Daten besteht. Aber ob jetzt jemand Mollisia cinerea meldet obwohl es vielleicht gar keine ist - also das ist mir zu wenig wichtig als dass ich da Energie reinlegen würde.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Ingo,


    ein einmaliger Fund und 10 Jahre Untersuchungszeitraum wäre mir noch zu wenig um das als "Beweis" für die Klimaerwärmung zu akzeptieren, dazu kommen manche Pilze einfach zu sporadisch vor. Was natürlich nicht heißen soll dass es nicht sein kann.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ja, dass in FNE 3 das so steht, das weiß ich wohl. Aber meine Frage war, ob das tatsächlich bei uns auch schon jemand so gefunden hat? Also Grünlinge bei Fichte.

    Zitterpappel-Grünlinge kenne ich mehrere Standorte, die meisten auf eindeutig nährstoffarmen, teils sandigen Böden. Nix mit humus rich oder calcareous ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo zusammen,


    letzten Herbst habe ich zum ersten Mal Grünlinge in einem reinen Fichten-Tannenforst gefunden, am Ostrand des Südschwarzwaldes auf Kalk, in einem Wald der als Phlegmacien-Eldorado bekannt ist. Ich habe sehr genau geschaut, es war defintiv weder eine Kiefer noch irgendein Laubbaum in der Nähe. Auch keine Mini-Zitterpappel oder Birke oder Weide. Soweit ich sehen konnte war auch die in diesem Wald sonst eingestreute Weißtanne in näherem Umkreis nicht vorhanden, aber da bin ich nicht sicher. Begleitpilze in unmittelbarer Nähe (ca. 2 Meter Umkreis): Cortinarius aurantiobasalis, percomis, variicolor, Lactarius fulvissimus, Clavariadelphus truncatus.


    Hat jemand von Euch schon einen Grünling unter Fichte (Tanne) gefunden? Für mich jedenfalls neu, und in diesem Wald auch meines Wissens bisher nie gefunden. Der Wald ist sehr gut untersucht seit den 90er Jahren schon. Baden-Württemberg, zwischen Waldhausen und Unterbränd, südlich des Kirnbergsees, zwischen Kreisstraße und "Altem Sträßle", 810 m NN, 30.09.2020.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Thomas,


    also ja, meiner Meinung nach kommt da kaum was anderes in Frage bei dem Substrat. Es gibt zwar noch zwei/drei weitere flächig-kissenförmig wachsende Phellinus-Arten mit vergleichbarem Aussehen, aber an Kirsche dürfte es höchstwahrscheinlich Ph. tuberculosus sein.


    Inwieweit man dem Einhalt gebieten kann weiß ich nicht. Ich bezweifle es aber, da die befallenen Äste schon weitgehend durchwachsen sein dürften. Alle befallenen Äste abzuschneiden ist im Regelfall keine Option, da zumindest bei Schlehe und buschigen Zwetschgensorten der Stamm mit als erstes besiedelt wird. Andererseits sind Phellinus-Arten ja nicht gerade aggressive Parasiten, sondern eher Schwächeparasiten. Da stellt sich die Frage, ob Du überhaupt was dagegen tun musst.

    Aber dazu kannst Du bestimmt mal konkret einen Baumpfleger befragen. Wenn Du keinen kennst mal beim Gartenbauamt deiner Stadt nachfragen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ja, ich hatte die auch schon mehrfach am selben Stamm gefunden und halte sie in etwas älterem, trockenen Zustand für genauso gefährliche Doppelgänger wie Gift-Häubling vs. Stockschwämmchen. Insbesondere weil viele denken, dass es im Winter keine Gift-Häublinge geben würde. Dabei kommt die Art rund ums Jahr vor, insbesondere wenn der "Winter" wie derzeit mit 12-15 Grad aufwartet ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    trockene Stereums muss man immer anfeuchten wenn man sie röten lassen will, oft reicht ein angefeuchteter Daumen. Aber ohne gehts bei trockenen Pilzen nicht.

    Der gelbliche RIndenpilz kann vieles sein, den kann ich ohne Mikroskop nicht erkennen. Ich würde mal auf eine Phanerochaete (sordida) tippen, aber wenn der Pilz dick genug für Vesiculomyces ist (kannman auf den Bildern schlecht einschätzen), dann könnte er das natürlich auch sein.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo abeja,


    wenn ich ehrlich bin, dann habe ich meinen äthiopischen Fund zunächst im Feld als "Hypocreales" angesprochen - hatte allerdings nur den älteren dunkleren Fruchtkörper und nicht den schöner gefärbten.

    Bei mir wuchsen die Pilze auf der Rinde eines stehenden noch lebenden Baumes, so etwa in Kopfhöhe. Auch sonst bei uns glaube ich nicht an die Vorliebe für feucht liegende Äste.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo abeja,


    Hypoxylon-Arten haben allesamt KOH-lösliche Pigmente. Hypoxylon ticinense und subticinense haben wie auch H. fragiforme orange Pigmente in KOH. Daher nimm doch mal ein Eckchen vom Stroma, also einfach ein Stückchen Pilz mit Oberfläche dran, und tunke es für eine Weile in einen Tropfen KOH 20% oder mehr auf einem Objektträger. Dann müsste sich ein lebhaft oranges Pigment lösen, und dann wäre man schon ziemlich sicher bei Hypoxylon.


    Anbei noch Bilder dieser Art aus Äthiopien.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich kenne Amanita submembranacea (bisher) nur und ausschließlich auf sauren Böden unter Fichte, vor allem montan.

    Das passt mir überhaupt nicht zu Tiefland-Buchenwälder auf basischem Boden, ehrlich gesagt.

    Wäre mal was für eine Sequenzierung und ausführliche Dokumentation, finde ich. Was man generell als Projekt "Amanita" ins Auge fassen sollte, finde ich ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    meiner Meinung nach ja, ich nenne sowas jedenfalls immer inolens. Heißt zwar "Geruchloses" Graublatt, riecht aber frisch nach Mehl. Der Geruch verfliegt aber sehr schnell und ist nur frisch zerdrückt deutlich.


    Diese Art ist regelmäßig Wirt für Rhodocybe stangliana, achte mal drauf wenn größere Gruppen dieses Graublatts rumstehen, ob da nicht ein kleiner weißer Blätterpilz mit rosalicher Tönung dazwischen steht, der an einen Filzkrempling oder einen kleinen Zwerg-Egerling erinnert ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    der Name Amanita battarrae wurde bis vor wenigen Jahren einheitlich und eigentlich unzweideutig für den Zweifarbigen Scheidenstreifling verwendet. Eine Art auf sauren Böden unter Nadel- aber auch Laubbäumen (Quercus rubra z.B.). Gleiche Biotope wie Amanita submembranacea und Amanita fulva. Kennzeichen außer dem mehrfarbig gezonten Hut sind eine rostfleckige Volva und schwarz gestrichelte Lamellenschneiden.

    Dieser Pilz heißt nun seit einigen Jahren Amanita umbrinolutea.

    Dähncke 462 zeigt die Art eigentlich ganz typisch, vielleicht ein wenig hell. GPBW (unter dem damals gebräuchlichen Namen battarrae natürlich) zeigt die Art ebenfalls absolut typisch, vielleicht ein kleiner Rotstich im Druck. Auch bei Ludwig einigermaßen gut erkennbar.


    Das was jetzt neuerdings A. battarrae genannt wird ist ein Pilz der in der Hutfärbung eher gelbbraun bis rötlichbraun ist, nicht so grau wie der Zweifarbige aus dem sauren Nadelwald, und mit nicht immer so klar gezontem Hut. Volva ebenfalls rostfleckig, Lamelenschneiden NICHT dunkel gestrichelt. Auf lehmigen, basenreichen Böden unter Laubbäumen (Eiche, Hainbuche, vielleicht ausschließlich?), wärmebegünstige Lagen. Ein meist etwas größerer, recht stabiler Pilz, aber so eine dicke Volva wie sie bei Ludwig beschrieben ist konnte ich bisher nicht feststellen. Auch war sie bei meinen FUnden (bzw. was ich dafür halte ....) eher rostfleckig wie der Zweifarbige und nicht ockerfleckig.


    Amanita submembranacea hat mit diesen beiden Arten gar nichts zu tun, aufgrund grau werdender Volva die viel brüchiger ist und folglich mehrheitlich aus rundlichen Elementen besteht.


    Wenn Du unter A. battarrae eine eher kleine Art mit anthrazitgrauem Hut verstehst, dann dürfte das nicht dasselbe sein wie die submediterrane battarrae wie sie jetzt verstanden wird. Vielleicht auch nicht umbrinolutea, aber ich wüßte nicht was dann.


    Bei der Beurteilung der Bilder musst Du genau darauf achten, in welchem Sinne die jeweiligen Autoren den Namen battarrae verwenden. Das ist ja immer das leidige Problem wenn Pilze neue Namen bekommen und die alten Namen dann auf andere umgedeutet werden (siehe Leccinum aurantiacum ....).


    Für GRAUE Amanitopsis gibt es eine neue Bearbeitung von Moreau & Hanssen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    wäre für mich Russula solaris, und ich würde denken dass Du zu wenig Sporenpulver hattest für einen korrekten Farbvergleich.

    Russula raoultii ist meines Wissens eine Sammelsurium von gelben Farbvarianten verschiedener Arten. Jedenfalls ist das was ich als raoultii immer angesprochen habe glattrandig und eher grünlichgelb und keinesfalls leuchtend.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Thorben,


    die Pileozystiden führen einen schon zu Simocybe centunculus. DIe Art ist in der Größe sehr variabel, kann total winzig sein. Ich hatte in Berchtesgaden mehrere Funde auf der Innenseite von Nadelholzborke die wie winzige Hemimycenen aussahen und alle nur 0,3-0,5 cm Hutdurchmesser hatten. Sowas würde man dann wohl mit filopes identifizieren, aber ausser der Größe war nichts an Unterschieden festzustellen. Ich halte nicht viel von dieser Varietät.


    Die sporengröße ist allerdings deutlich größer. Das könnte auf die 1-2 sporigen Basidien zurückzuführen sein. EIgentlich ist keine Simocybe mit Sporen dieser Größe beschrieben, die Maße in der Literatur beziehen sich aber auch immer auf 4-sporige Basidien ....


    beste Grüße,

    Andreas