Posts by Andreas

    Hallo Matthias,


    Blanco-Dios ist ein Spanier, der sicherlich den Böhmerwald-Röhrling nicht aus eigener Anschauung kennt. Soweit ich die Publikation im Kopf habe, ist das eine rein nomenklatorische Arbeit (ich hoffe ich tue ihm da jetzt nicht unrecht ....). Die ganzen Umkombination sind als reiner Umkombinierungsliste im Index Fungorum erschienen ohne weiteren Begleittext oder gar Erläuterungen. Bei der Gelegenheit hat er auch Arten wie Rubroboletus legaliae und R. rubrosanguineus und selbst R. satanas und I. torosus zu Suillellus umkombiniert, die nach damaliger wie heutiger Ansicht sicher nicht congenerisch mit luridus sind. Insofern stehe ich dieser "Arbeit" sehr sehr skeptisch gegenüber, zumal jegliche Diskussion und Begründung zu fehlen scheint (ich habe jedenfalls keine entsprechende Publikation gefunden).

    Aber egal ob oder ob nicht, man müsste erst mal nachforschen, auf Basis welchen Beleges denn seine verwendete gabretae-Sequenz basiert - falls er überhaupt molekular gearbeitet hat, was ich bezweifele. Falls aber doch, und für den Fall dass es der Typusbeleg sein sollte, und eine Überprüfung dieses Typusbeleges ergäbe eine negative Jodreaktion trotzdem, dass er molekular bei Suillellus steht, dann gebe ich Dir recht. Aber erst mal müsste geprüft werden, ob die Kollektion (falls er überhaupt eine untersucht hat) sicher "Boletus" gabretae ss. orig. ist. Generell muss man mit Sequenzen und deren Bestimmung in den öffentlichen Datenbanken vorsichtig sein und kritisch auswählen welche man verwendet im Hinblick auf Bestimmungssicherheit!


    Meine persönliche Meinung ist, das diese Publikation nicht ernst zu nehmen ist, bei allem Respekt.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    meines Wissens gilt die positive Jod-Reaktion als Gattungsmerkmal von Suillellus, trifft somit auf alle Arten DIESER Gattung zu. Sollte sich zukünftig erweisen, dass es bisher nicht bekannte Arten gibt, die molekular zu Suillellus gehören, aber eine negative Jod-Reaktion zeigen, muss die Gattung Suillellus emendiert werden in der Hinsicht, dass eben positive wie negative Jod-Reaktionen vorkommen können. Gattungen werden immer wieder mal emendiert, um das Konzept auszuweiten oder einzugrenzen, das ist ein üblicher und recht häufiger Vorgang.


    Bei anderen Gattungen wie Caloboletus oder Rubroboletus ist die Jod-Reaktion uneinheitlich und daher kein Gattungsmerkmal, wohl aber ein Artmerkmal zur Abgrenzung der Arten innerhalb der der Gattung.


    Solche Beispiele gibt es viele. Z.B. ist das Merkmal "Sporen amyloid" bei vielen Gattungen ein Gattungsmerkmal (alle Arten dieser Gattung haben zwingend dieses Merkmal sonst gehören sie nicht dazu), dagegen kommt innerhalb Amanita beides vor.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    das sollte in der Tat Limacella furnacea sein! Allerdings sollte dann auch Holz drunter gewesen sein.

    Sonst gibts da nur noch Limacella subfurnacea, aber das ist eine mediterrane Art unter Kiefer.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Dirk,


    ich habe mir deine Bilder nochmal angeschaut, in der Originalgröße, und ich stimme Dir zu. In der Vorschau sahen die Pilze ziemlich dunkel, eher schwarzblau aus, aber in Originalgröße sieht man violette und braune Töne, und keine blauschwarzen. Damit fällt in der Tat lepidissimum s.l. raus. E. allochroum wird dann wohl doch die beste Option sein, aber die fast identische Färbung von Stiel und Hut widerspricht meinen drei Kollektionen von allochroum deutlich, denn da war immer der Stiel deutlich anders (rotviolett) als der Hut gefärbt (graubraun)


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    anbei der entsprechende Artikel von Manfred Enderle und mir über Entoloma lepidissimum und die neue var. pauciangulatum (jetzt E. chytrophilum).


    Bei E. lepidissimum hatte ich in der Typuskollektion ähnliche Zystiden gefunden, in E. chytrophilum nicht. Aber das haöte ich ebenso wie die Lamellenfarbe bläulich oder nicht bläulich für ein recht schwaches Merkmal.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Dirk,


    wäre meiner Ansicht nach ein Kandidat für eine Sequenzierung.


    Schlüsselt man mit Morozova et al, dann kommt auch wieder nur E. chytrophilum (= E. lepidissimum var. pauciangulatum) in Frage, aber die Sporen hätte ich dafür als zu deutlich eckig eingestuft. Sonst würde alles passen, auch wenn die ARt eigentlich immer in Verbindung mit (Nadel-)Streu oder Holz vorkommt.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    für E. allochroum passt mir die Stielfarbe nicht, die müsste mehr rotviolett statt blauviolett sein und deutlich anders als der Hut gefärbt sein.

    E. coelestinum hätte einen glatten Stiel, und der scheint mir auch wegen kleinerer Sporen nicht zu passen.


    An so dunklen einfarbig schwarzblauen Entolomen würde mir spontan noch Entoloma lepidissimum einfallen, den ich aber nur aus der Nadelstreu kenne und nicht als Wiesenpilz. Ob das aber wirklich wichtig ist bei diesen Arten?

    Man kommt da mit Fungi Europaei 5A (key 2) nicht hin, weil der nur bei den Arten mit blauen Lamellen geschlüsselt ist. Im ersten Band Entoloma, also Fungi Europaei 5, ist die Art noch bei beiden Alternativen geschlüsselt (also mit blauen oder mit weißen Lamellen). Das mit den blauen Lamellen ist meiner Erfahrung nach nicht immer so, ich hatte eine Kollektion mit mindestens 10 Fruchtkörper, wo nicht einer blaue Lamellen hatte, auch nicht die ganz jungen. Ich habe das in meinem Artikel mit Manfred Enderle zusammen schon 1996 diskutiert: Gminder A, Enderle M (1996): Zur Variabilität von Entoloma lepidissimum (Svrcek) Noordeloos. Beiträge zur Kenntnis der Pilze Mitteleuropas X: 59-64. Unsere damals beschriebene var. pauciangutaum scheint mir das hier nicht zu sein, aber E. lepidissimum ss.str. halte ich für eine sehr gute Möglichkeit. Die Abb. 47 in Pilze der Schweiz (als E. lepidissimum) stellte sich als die var. pauciangulatum heraus (Sporen mit mehr Ecken, diese aber schwächer ausgebildet, Fruchtkörper dunkler als ss.str.).


    Vergleich doch mal mit E. lepidissimum, ob da abgesehen von der oft als blau beschriebenen Lamellenfarbe der Rest passen könnte.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Thomas,


    das liegt im Ermessen deines zuständigen Finanzbeamten. Manche haben Glück, andere nicht.

    Chancen gibt es eigentlich nur dann, wenn man dem Finanzamt in Aussicht stellen kann, dass sich daraus einmal Einkünfte entwickeln. Wenn die dann allerdings nach einer Zeit x nicht spürbar fließen, dann wird das Finanzamt das meist irgendwann dann nicht mehr anerkennen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Abeja,


    schneide doch mal ein Stroma schräg an und schaue, wie die Pigmentkörner unter der Lupe aussehen. EIgentlich sind die bei petriniae orange, bei perforatum braungelb. Das scheint mir deutlicher zu sein als die Pigmente in KOH.


    Zum Vergleich hier mal was, dass meiner Ansicht nach H. perforatum ist. Man sieht schon makroskopisch, dass die Pigmentkörner eher gelb und nicht orange sind.

    Die KOH-gelösten Pigmente auf dem Objektträger unterscheiden sich allerdings wenig - ich habe links zum Vergleich Hypoxylon fragiforme, das ja oranges Pigment hat. Als ich die beiden Tropfen dann auf eine Küchenrolle aufgetupft habe, war der Unterschied aber dann doch erkennbar.


    Ich verwende KOH 20% und ich schabe ein Stück flach von der Oberfläche des Stroma ab und rühre es etwas in der KOH und betrachte nach ca. 20-30 Sekunden.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo zusammen,


    also ich muss schon nochmal klar stellen, dass ich das Mikroskop NICHT wirklich getestet habe und daher nichts über seine optische Qualität aussagen kann. Ich dachte ich hätte das klar genug geschrieben. Es kann also durchaus sein, dass es eine brauchbare oder auch gute Abbildungsqualität hat.


    Was mich abgehalten hat, dass Mikroskop wirklich zu testen, war der instabile Eindruck, verbunden mit dem fehlenden Okular - es war übrigens auch im zweiten Paket nur ein Okular - und die von mir nicht vorher erkannte binokulare Ausführung. Da kann Bresser nun wirklich nichts dazu, das gebe ich gerne zu. Da ich aber diese Mikroskope als Kursmikroskope einsetzen wollte, und nach erstem Inaugenscheinnahme das Gerät als zu teuer empfunden habe - selbst wenn es eine gute Optik hätte - habe ich keinen Sinn darin gesehen, das Gerät mit Immersionsöl und Fingerabdrücken zu versehen, wenn ich es ja sowieso zurückschicken werde.


    Mir reichte die für meinen Geschmack zu wenige solide Bauweise, um zu sagen, dass mir das Gerät für meine Zwecke 500 Euronen nicht wert ist. Ich habe kein Problem damit, dass andere zu anderer Ansicht kommen, zumal ich auch nicht getestet habe, ob die Kamera, die ja im Preis dabei ist, was taugt. Aber ich brauche halt keine Kamera wenn ich keinen dritten Tubus habe - hin- und herwechseln im Okular mache ich ganz sicher nicht!


    Insofern bitte ich darum, dass jemand der das Gerät komplett getestet hat, seine Meinung darüber abgibt. Ich habe auf einen Test aus oben geschilderten Gründen verzichtet.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    habe die Geräte gestern zugeschickt bekommen und eines davon gleich ausgepackt.

    Die erste Ernüchterung war, dass es nur binokular ist - ich hatte aufgrund der mit im Paketpreis enthaltenen Digitalkamera ein trinokulares Gerät erwartet. Okay, da hätte ich mich mal vorher selber schlau machen können - mein Fehler ....


    Da der Tisch sich nicht höherverstellen lies, vermutete ich eine Transportsicherung, was mir auch durch einen beiliegenden rosa Zettel bestätigt wurde. Die darauf verzeichneten Transportsicherungsschrauben konnte ich nur zum Teil finden. Nachdem ich eine entfernt hatte, funktionierte die Höhenverstellung des Tisches trotzdem. Keine Ahnung, wo sich die anderen auf dem Beipackzettel beschriebenen Schrauben befinden sollen ....

    Ich gebe zu, ich war bis jetzt schon ziemlich genervt von dem Teil, auch weil beim hoch und runterdrehen des Tisches ziemlich deutliche Kratzgeräusche zu hören waren vom Grobtrieb.

    Zur Entnahme der Transportsicherungsschraube musste ich den Lampenkasten im Fuß rausziehen - das ist also nur ein Plastikkasten mit Köhlerblende der dann wieder über die LED geschoben wird. Die LED saß definitiv nicht 100% waagrecht und auch alles andere an dem Mikroskop war in meinen Augen nicht solide, überall hatte es etwas Spiel und bewegte sich.

    Als ich dann auch noch feststellte, dass nur ein (1!) Okular mitgeliefert wird, weil in das andere dann wohl die Einsteckkamera soll, hatte ich genug von diesem Gerät und packte alles wieder ein, ohne es überhaupt eingeschaltet zu haben.


    Insofern kann ich leider nicht mit einem echten Test dienen, wie gut wohl die Optik gewesen wäre. Aber ein Mikroskop, das nur über eine Einsteckkamera bedienbar ist, kommt für mich nicht in Frage. Und anderes kann man es nicht bedienen, außer man kauft sich extern ein Okularpaar dazu.


    Fazit: Für 500 Euro ein nur binokulares Mikroskop mit nur einem Okular und mäßig stabiler Verarbeitung ist trotz der im Preis enthaltenen Einsteckkamera einfach zu viel. Die Verarbeitungsqualität ist lausig, viel Plastik und viel Beweglichkeit in den Bauteilen - kenne ich von billigeren Bresser-Geräten auch schon so.

    Abgesehen davon, wird für die meisten dies eine nicht nutzbaren Ausführung sein, denn die Mikroskopkamera dürfte für die große Mehrheit der Pilzmikroskopiker eine nette Zusatzoption sein, aber nicht die alleinig mögliche. Die Qualität dieser Kamera habe ich übrigens nicht getestet, aber meine bisher gemachten Erfahrungen mit der sehr mäßigen Bresser-Qualität sind nicht besser geworden durch das Gesamtpaket ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich hab mal zwei bestellt und werde mir die anschauen. Sieht nach nem ganz netten Kursmikroskop aus.

    Auch wenn ich bei Bresser immer seeeehr vorsichtig bin. Aber die höherpreisigen Geräte sind oft gar nicht sooo schlecht wie der Ruf von Bresser ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo abeja,


    ich habe schon mehrfach Steinpilzgranulat und auch Rohware aus dem Handel untersucht. Und ich habe zum Vergleich aus eigenen Steinpilzvorräten Proben gezogen und untersucht, aus diversen Jahren und diverse Steinpilzarten.

    In meinen eigenen Steinpilzen habe ich nie auch nur eine einzige Konidie gefunden. Was mich nicht wundert, denn der Goldschimmel ist schon ziemlich fortgeschritten wenn er anfängt Konidien zu bilden. Dann geht der weiße Belag in Goldgelb über, denn es sind die Konidien die diese Farbe haben. Also wenn ich das leicht graue Röhrenfutter von Rotfußröhrlingen mikroskopiere dann sehe ich da auch noch keine Konidien.

    Im Granulat und der Rohware aus dem Handel finde ich so gut wie nie Konidien. Selten mal ganz vereinzelt. Nur eine Probe hatte ich mal da waren sie auch häufiger, und das war genau eine Probe von einem Lieferanten, der meinem Auftraggeber eh etwas suspekt war.

    Und dass nun im Pulver einerseits eine nennenswerte Menge an Agaricus-Sporen zu finden war, andererseits auch eine nennenswert höhere Menge an Hypomyces-Konidien, das deutet für mich darauf hin, dass das Steinpilzpulver zumindest zum Teil aus qualitativ minderwertigen und anderweitig nicht mehr veräußerbaren Steinpilzen hergestellt wurde, und zudem noch mit Champignon gestreckt wurde.

    Aber wie gesagt, ich konstatiere nur, was das dann für Auswirkungen nach sich zieht ist letztlich nicht mein Bier. Aber es interessiert mich halt :)


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    weiß jemand ob es Richtlinien dafür gibt, wieviel Goldschimmel in Trockenprodukten mit getrockneten Steinpilzen toleriert wird, und ob es Erfahrungen für gesundheitsbedenkliche Konzentrationen gibt?

    Ich untersuche immer mal Handelsware und stoße dabei auch gelegentlich auch mal auf Hypomyces-Konidien. Wenn ich nun aber in jeder meiner Stichproben etliche Konidien finde, dann stellt sich mir irgendwann mal die Frage, ist diese Qualität noch tolerierbar. Ich habe dazu aber keine Angaben gefunden. Im Lebensmittelbuch ist nur die Klassifizierung anhand gestochener Anteile als Qualitätsmerkmal drin.


    beste Grüße,

    Andreas