Der Sklerotienporling im Videoporträt

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There are 9 replies in this Thread. The last Post () by abeja.

  • 2019-04-24-Der-Sklerotienporling-im-Videoportraet.jpg

    Dr. Lothar und Katharina Krieglsteiner porträtieren in einem YouTube-Video den Sklerotienporling oder Kleinen Schuppenporling (Polyporus tuberaster) inklusive des zugehörigen „Pilzsteins“. Den Pilz kannten übrigens schon die alten Römer und zogen ihn im Haus oder Garten.

    Quelle: https://www.dgfm-ev.de/news/de…nporling-im-videoportraet

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  • Da ich den Sklerotienporling selbst schon fand, habe ich mir das Video gespannt angeschaut. Auch ich habe eine spannende Geschichte zu diesem Pilz zu berichten. Ich fand in meinem Hauswald bei Darmstadt vor einigen Jahren einen Sklerotienporling und fing auch an, zu graben. Ich staunte nicht schlecht, als das Sklerotium, das ich in oft beschriebener Kindskopfgröße erwartete, immer größer wurde. Das Ausgraben und der Abtransport waren wirklich Schwerstarbeit. Lothars Missgeschick ist mir aber nicht passiert und ich konnte schließlich das ganze, gut 20 kg (!) schwere Sklerotium bergen. Das Sklerotium war dermaßen fest, dass sogar Steine darin verbacken waren, zudem schimmerte es an einigen Stellen fast schon kunststoffartig weiß. Dann ging es auf die Reise. Nach einer Vorführung in meinem Pilzverein wollte es eigentlich jemand zur BMG-Tagung mitnehmen, was aber daran scheiterte, dass es unerträglich stank. Schließlich grub es einer meiner Pilzfreunde bei sich zu Hause im Garten ein, wo es im folgenden Jahr tatsächlich neue Fruchtkörper hervorbrachte. Nach Auskunft des neuen, stolzen Besitzers wurde der Geschmack aber eher am unteren Ende der Skala angesiedelt.


    Hier sind die Grabungen im vollen Gange


    Geschafft! Erschöpft, aber glücklich ob des besonderen Fundes.

  • Hallo Babett,


    das ist ja ein richtiger Koloss, den Du da entdeckt hattest! 8|


    Ich dachte immer, die Art bildet nur in wärmeren Regionen wie den Mittelmeerraum Sklerotien. Aber Darmstadt ist ja auch eher wärmebegünstigt:

    Darmstadt und das Rhein-Main-Gebiet liegen am nördlichen Ende der Oberrheinischen Tiefebene, die klimatisch zu den wärmsten Regionen in Deutschland zählt.

    Hatte das Sklerotium bereits unmittelbar nach dem Ausgraben unangenehm gerochen oder hatte sich das Odeur erst in den kommenden Tagen während der "Sightseeingtour" entwickelt?


    Und der Abtransport - mit dem Leiterwagen oder Sackkarren durch den Wald? :D


    War da in der Nähe egtl. auch ein Ast oder Stamm gelegen oder fruktifizierte der Pilz scheinbar auf der Erde?


    Gruß, Andreas

  • Hallo Andreas,


    der Geruch entwickelte sich erst langsam. Ich denke, dadurch, dass das Sklerotium der Luft ausgesetzt war, trocknete es irgendwie ein, denn es verlor über die Zeit ein wenig an Gewicht und Volumen. Dafür müffelte es dann aber ganz schön.

    Der Sklerotienporling kam übrigens direkt aus der Erde, es war gar kein Totholz an dieser Stelle.


    Ja, der Abtransport....eine Sackkarre hätte ich wirklich brauchen können. Mangels einer solchen wuchtete ich das Teil in meinen Pilzkorb und schleppte es mit mehreren Pausen ca. 250 Meter weit bis zur Straße, wo mich dann mein Mann mit dem Auto abholte.


    Es würde mich ja interessieren, ob das Sklerotium inzwischen noch größer geworden ist. Vielleicht kann man ja mal nachgraben.


    Ich habe übrigens gestern im gleichen Wald wieder einen Sklerotienporling gesehen. Das Graben habe ich mir aber dieses Mal verkniffen. ;-)


    Viele Grüße von

    Babett

  • Hallo Babett,


    ich denke nicht, dass das Sklerotium nochmal zugelegt hat. Dafür bräuchte der Pilz ja Substrat, das er zersetzen kann, um die daraus gewonnenen Nährstoffe dort einzulagern.


    Ich hatte den Sklerotienporling zuletzt im September 2015 im Riedlinger Holz bei Donauwörth auf den Ausläufern der Riesalb gesehen:




    Leider hatten von den Ästen keinerlei Hyphen Kontakt zum Boden, was kein Sklerotium erwarten ließ. Vielleicht habe ich eines Tages mehr Glück. ;)


    Gruß, Andreas

  • Hallo,

    den Sklerotienporling finde ich bei mir recht häufig, mehrfach pro Jahr (Fundbilder habe ich von Mai bis August, aber hauptsächlich von Juni/Juli im frischen Zustand)

    Meistens wuchs er Holz, eher seltener auf dem Erdboden, wobei ich nicht immer kontrollierte, ob da Kontakt zu kleinsten Holzstückchen war.

    Ein paar Mal habe ich Sklerotien gesucht, aber bisher nichts gefunden - da könnte ich auch noch mal gezielt nachschauen.

    Der Pilz bleibt schön zart und ich finde ihn lecker - leider mögen ihn auch einige Tierchen, er ist recht schnell angenagt, oft auch madenzerfressen.


    Ein kleiner "Hübscher"




    Einer, der auf dem Boden wuchs

    VG abeja

  • Hallo Andreas,


    da hast du bestimmt Recht, das Komische aber ist, dass da rund umher außer altem Laub auf dem Boden nichts war. Kein Holz, kein Häcksel, kein gar nichts. Der Boden in diesem Habitat ist eher sandig, es ist ein Mischwald mit Kiefern und Buchen, sehr viele Traubenkirschen und gelegentlich eine Eiche. Ich zeige noch mal ein anderes Bild, da sieht man den sandigen Boden im Ausgrabungsloch. Worauf ich hinaus will ist - wovon hat der Pilz dann wohl dieses riesige Sklerotium gebildet??? Ein Rätsel....


    Viele Grüße von Babett



  • Hallo,

    vor einer guten Woche habe ich einen (nicht mehr schönen) Sklerotienporling, Polyporus tuberaster gefunden. Er wuchs scheinbar auf dem Erdboden (Hochrhein, 500 m, Mischwald überwiegend Buche auf Kalk).


    Einmal kurz "gezupft" ... schon hatte ich ihn in der Hand .... Da fiel mir erst ein, dass ich mal nach einem Sklerotium Ausschau halten wollte. Mit dem Pilzmesser habe ich dann "gestochert". Die normale Erde ist dort dunkelbraun und locker.

    Dort, wo ich den Pilz entfernt hatte, war jedoch ein Bereich heller. Dieser Bereich wirkte von der Farbe her wie Sand oder Lehm und dieses Material war fest verbacken. Mit dem Messer konnte ich jedoch nur kleine brüchige Stücke entfernen.

    Ein Rundung oder eine merkliche festere Begrenzungschicht konnte ich nicht feststellen.

    In diesen dichten, ziemlich schweren, jedoch brüchigen Stücken waren weißliche mycelartige Gebilde eingearbeitet.

    Dieses Sklerotium roch relativ angenehm, ein bisschen süßlich, ein bisschen fruchtig.


    Ich hatte es für zwei Tage in einem Döschen im Kühlschrank. Währenddessen hat sich der weiße "Flaum" etwas ausgebreitet und der Geruch hat sich stark in Richtung Bittermandel entwickelt.

    Das gute Stück habe ich jetzt in einen meiner "Miniatur-Ökotop-Balkonkästen" eingesetzt.


    Meint ihr, dass so ein kleines Stück ausreicht, damit sich - genügend Feuchtigkeit vorrausgesetzt - mal ein Fruchtkörper bildet?


    Pilz auf Holz abgelegt, nicht direkt am Fundort




    VG abeja