PSV-Prüfung

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There are 12 replies in this Thread. The last Post () by PSV?.

  • Hallo.


    Ich habe mich hier angemeldet, da ich ursprünglich mal Interesse daran hatte innerhalb der nächsten Jahre eventuell die Prüfung zum PSV absolvieren zu wollen. Ich bin Autodidakt würde aber behaupten, dass mittlerweile eine ganz gute Artenkenntnis im Selbststudium erworben habe.


    Bei der Recherche bin ich aber dann über diesen Thread gestolpert, der mir ehrlich gesagt das Interesse an der Prüfung gründlich genommen hat. Wie dort bereits erwähnt finde ich sowohl die Fragen als auch die unklare Abgrenzung der Tiefe der Prüfungsanforderungen in der Prüfungsordnung ebenfalls schwierig und zum Teil klingt es danach als müsse man als PSV Anforderungen erfüllen die einem studierten Botaniker, Toxikologen, Mykologen, Züchter gleichzeitig das Wasser reichen sollen.


    Als Beispiele vielleicht ein paar Fragen:

    Muss ein PSV die diversen ungenießbaren Porlinge auf Artebene bestimmen können (der giftige Zimtfarbene Weichporling mal außen vor, da ich den zu dem Wissen über Giftpilze zählen würde, die ja berechtigterweise einen Schwerpunkt bilden sollten)?

    Für Phytopathogene Pilze sollen im Fragenkatalog 3 Arten genannt werden. Auch hier die Frage, inwiefern das wichtig ist. Gebe gerne zu, dass ich um Phytopathogene Pilze bisher einen Bogen gemacht habe.

    In der Prüfungsordnung werden Kenntnisse über kultivierbare Pilze verlangt. Muss ich als PSV Tipps geben können zu Holzbeimpfungen, passenden Substraten etc.?


    Das wie gesagt nur mal als Beispiele.


    Da der Thread ja mittlerweile ein Jahr alt ist, wollte ich fragen ob sich da mittlerweile etwas bewegt hat oder dieser Fragenkatalog weiterhin die Grundlage für die schriftliche PSV-Prüfung darstellen soll.


    Dankeschön.


    Mit freundlichen Grüßen,

    ein (ehemals?) interessierter Anwärter

  • Hallo,


    bevor ich hier Vermutungen verbreite, kann ich dir raten, Andreas Gminder ( psv@dgfm-ev.de) direkt zu fragen, falls er hier nicht zeitnah antwortet. Er ist der jetzig zuständige PSV Beauftragte und war mit dem Fragenkatalog (mit den damaligen Fragen) zum Teil auch eher unzufrieden.

    Da er gerade Kurse abhält, könnte es natürlich ein wenig dauern, bis er antwortet...


    VG, Jens

  • Hallo PS,


    da Andreas - wie Krötenhocker schreibt - im Moment beruflich in der Hauptsaison ist, gebe ich mal meinen Senf ab. Auch wenn ich nicht im FA PSV bin, habe ich immerhin schon zweimal angehende Prüfer geprüft.


    Was die Fragen angeht, solltest Du Dich nicht verrückt machen (lassen). Für die Antworten sind immer nur ein paar Zeilen vorgesehen, und keine Diplomarbeiten.


    >>Muss ein PSV die diversen ungenießbaren Porlinge auf Artebene bestimmen können (der giftige Zimtfarbene Weichporling mal außen vor, da ich den zu dem Wissen über Giftpilze zählen würde, die ja berechtigterweise einen Schwerpunkt bilden sollten)? <<


    Nein, ein PSV muss in der praktischen Prüfung nur Arten für Speisezwecke und die wichtigen Giftpilze auf Artebene bzw. auch die nur auf Gattungsebene bestimmen ( z.B. bei Filzröhrlingen, weißen Trichterlingen, Schirmlingen wäre Art-Ebene gar nicht möglich). Einzelne "kenn-ich-nicht"-Pilze müssen immer dabei sein, das gehört dazu, aber für den Ausgang der Prüfung wäre das nur relevant, wenn Du sie trotzdem freigeben würdest.


    Für Phytopathogene Pilze sollen im Fragenkatalog 3 Arten genannt werden. Auch hier die Frage, inwiefern das wichtig ist. Gebe gerne zu, dass ich um Phytopathogene Pilze bisher einen Bogen gemacht habe.


    Ein PSV sollte einen groben Überblick über das Reich der Pilze haben, und einzelne Vertreter seiner Wahl benennen können. Ich persönlich halte das Wissen um die Existenz von z.B. Schwarzrost an Getreide, Mutterkorn, Narrentaschen oder Ahorn-Runzelschorf für mykologische Allgemeinbildung. Mehr muss ein PSV zu so was aber nicht wissen.


    In der Prüfungsordnung werden Kenntnisse über kultivierbare Pilze verlangt. Muss ich als PSV Tipps geben können zu Holzbeimpfungen, passenden Substraten etc.?


    Nein. Allerdings solltest Du die wichtigsten Zuchtpilze (Er-)kennen. Gerade wenn mangels Frischpilzen mal ein Shii-Take in der Prüfung drankommen muss...


    Grüße,


    Wolfgang

  • Hallo,

    In der Prüfungsordnung werden Kenntnisse über kultivierbare Pilze verlangt. Muss ich als PSV Tipps geben können zu Holzbeimpfungen, passenden Substraten etc.?


    Nein. Allerdings solltest Du die wichtigsten Zuchtpilze (Er-)kennen. Gerade wenn mangels Frischpilzen mal ein Shii-Take in der Prüfung drankommen muss...

    Ich sehe hier eine, die akute Klimasituation missachtende Aussage eines Mitgliedes eines Präsidiums einer wissenschaftlichen Vereinigung.

    Wenn Shii-Take einer der möglichen Prüfpilze wird, solltest du, Fragensteller, deine Prüfung in Asien machen …


    Wenn wir es nicht schaffen, unser Klima runterzufahren, kannst du dir die Prüfung zum PSV sowieso schenken!


    In diesem Sinne,

    Jens (Krötenhocker)

  • Hallo Jens,


    dass wir in Deutschland dringend mehr Maßnahmen gegen Klimaerwärmung treffen müssen, da stimme ich mit Dir überein.


    Eigentlich sollten wir es uns (durchaus ganz selbstkritisch gemeint) nicht mehr leisten, für die Ausübung eines Hobbies mit dem Auto in weit entfernte Wälder zu fahren.


    Dass ein PSV den in Ausbreitung begriffenen Neophyten Lentinula edodes kennen darf, hat aber nur sehr indirekt damit zu tun.


    http://www.pilze-deutschland.d…edodes-berk-pegler-1976-1


    Und sei mir nicht bös, aber an einem weiteren Streitgespräch möchte ich hier nicht teilnehmen.


    Gruß,


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    nein, ein Streitgespräch wäre auch nicht meins und nicht nötig.

    Wenn ein PSV einen Pilz nicht kennt, darf er ihn eben auch nicht freigeben. Egal ob Neophyt.


    Und "

    Eigentlich

    bringt es auf den Punkt. Denn eigentlich müssen wir alle unser Verhalten ändern.

    Lass dass "eigentlich"! einfach weg, dann hast du sogar eine nötige Realität in deiner Aussage...


    Wenn ihr innovativ seid, warum ändert ihr nichts? Und wenn ihr nicht das "Brain" seid, dann fragt euch ,warum ihr so nichtssagend seid? Wo spiegeln sich die aktuellen Öko-Themen in diesem Präsidium?

    Und zwar ohne politisch zu werden. Ihr habt die Fakten. Wenn nicht, habt ihr eine Menge falsch gemacht.

    In diesem Sinne, Jens

  • Hallo.


    Danke schon mal für die Antworten. Die Klimasituation betrachte ich auch mit Sorge würde ich hier im Thread aber gerne ausklammern ebenso wie persönliche Animositäten.


    Zuchtpilze werde ich mir mal zu Gemüte führen.


    Es eilt nicht mit den Antworten. Wie gesagt es geht bei mir nicht um eine Prüfung in diesem Jahr.

    Wird dann der überarbeitete Fragenkatalog wieder online gestellt werden und wenn ja, gibt es dafür einen Termin? Dann ließe sich das für mich besser abschätzen wo ich nochmal nachlesen muss.


    Viele Grüße.

  • Lieber PS,


    bitte entschuldige die späte Antwort auf dieses Thema, ich bin wie von Wolfgang vorhergesagt gerade im Seminarbetrieb und muss mich nebenher noch um ein neues Auto kümmern und um den Ersatz meiner verlorengegangenen Bankkarten ….


    Zunächst: Ja, der derzeitige Fragenkatalog auf der DGfM-Seite ist die Grundlage für die derzeitigen Prüfungen, wobei wir (= der FA PSV-Wesen) schon ein paar ganz besonders schlecht zu beantwortende Fragen "stillgelegt" haben. Aufgrund des Computerprogrammes, das die Fragen nach einem vorgegebenen System für die Prüfung zusammenstellt, können wir momentan Fragen nur stilllegen, aber nicht komplett löschen.

    Dass der Fragenkatalog aber einer Überarbeitung bedarf, insbesondere was die Eindeutigkeit der Fragestellung betrifft, das wissen wir. Und dank der Mithilfe einiger Pilzfreunde ist da schon intern viel Vorarbeit geleistet. Wir hätten auch gerne noch vor der Saison einen überarbeiteten Fragenkatalog präsentiert, aber es hat uns zeitlich leider nicht gereicht. Was in erster Linie mein Verschulden ist, dies nicht stark genug vorangetrieben zu haben.


    Zu den von Dir angesprochenen Fragen konkret: Die DGfM sieht im Pilzsachverständigen der DGfM einen Pilzkenner, der mehr kann als "nur" essbar von giftig zu trennen. Wir (= die DGfM) hätten gerne, dass der PSV-DGfM auch Ansprechpartner für weitere Fragestellungen ist, Mulitplikator für die Faszination Pilz und eben auch über den Kochtopf hinaus Kenntnisse hat. Nun kann man natürlich immer darüber diskutieren, wie tief man in welchem randlich mit der Mykologie verwobenen Thema geht. Und da finde ich persönlich das derzeit abgefragte Spektrum einerseits für jeden Naturinteressierten machbar (natürlich durchaus mit etwas Lerneinsatz), andererseits aber auch vieles an Fragen abdeckend die einem so im Zusammenhang mit Pilzen begegnen können. Ich finde es durchaus gut, wenn der PSV auch ein paar der gängigen großen Porlinge kennt, auch wenn die natürlich keiner isst. Und auch rudimentäre grundlegende Fragen zur Pilzzucht finde ich nicht schlecht, ebenso wie ganz grundlegende Dinge zur Ökologie.

    Die konkrete Frage zu drei Phytoparasiten finde ich auch nicht übertrieben speziell, denn mit Birnen-Gitterrost wird man öfters mal konfrontiert, Maisbeulenbrand hat auch schon fast jeder mal gehört genau wie den Mehltau an Rosen.


    Zum Fragenkatalog: Wir hoffen sehr, diesen über den Winter dieses Mal wirklich soweit bereinigt und konkretisiert zu haben, dass rechtzeitig vor der Saison ein überarbeiteter "neuer" Fragenkataog auf der DGfM-Homepage verfügbar sein wird. Das wird auf jedem Fall im Forum dann bekannt gegeben und auch im Rundbrief der DGfM.


    beste Grüße,

    Andreas

    (auch im Auftrag des FA PSV-Wesen)

  • Hallo.


    Wie gesagt, es eilt bei mir nicht mit einer Antwort und 2 Tage sind doch eine gute Reaktionszeit angesichts der stressigen Umstände. Das ist gar kein Problem.


    Ich denke der Fehler liegt hier auch ein wenig bei mir, da ich den Kompetenzrahmen für den PSV der DgfM etwas unterschätzt habe. Mit einer Veröffentlichung für Fragen könnte ich dann abschätzen inwiefern das für mich ein gangbarer Weg wäre. Machbar wäre das sicherlich mit ein wenig Pauken. Wahrscheinlich wäre eine Pilzberaterausbildung der BMG e.V. eher das was ich mir vorstellen könnte nur liegt Bayern in der ganz anderen Ecke des Landes. Die in der dortigen Prüfungsordnung geforderten Kenntnisse würde ich mir beispielsweise momentan auch ohne Kurs bereits zutrauen. Allerdings ist dort ja auch eine Unterscheidung zwischen Pilzberater und Pilzsachverständigen angedacht. Ich nehme an in der DgfM ist eine derartige Trennung nicht erwünscht (was natürlich in Ordnung wäre)?


    Da die Fragen ja ohnehin überarbeitet werden, lohnt es sich ja auch nicht da groß weiter drauf einzugehen.


    Viele Grüße.

  • Hallo PS,


    eine Zweiteilung der PSV in Pilzberater und PSV wie in Bayern steht aktuell nicht an (diskutieren tun das natürlich immer mal Leute - seit Jahren)..


    Was das faktische Niveau des PB(BMG) vom PSV(DGfM) in der Prüfung unterscheidet, ist im wesentlichen die genauere Kenntnis über die Vergiftungssyndrome. Die praktische Prüfung ist nach meiner Kenntnis vergleichbar, allerdings darf man der BMG wirklich ein Kompliment für die gute Formulierung der Anforderungen zu diesem Bereich machen.


    Zu den Vergiftungssyndromen findest Du auf der Homepage der DGfM eine Zusammenstellung, mit der Du auch die Fragen in der Theorie-Prüfung beantworten kannst.


    Gruß,


    Wolfgang

  • Lieber PS

    Ich habe dieses Jahr die PSV Prüfung gemacht. In meinem Leben habe ich schon viele Prüfungen absolviert aber noch nie durfte ich eine machen, wo alle Fragen vorher bekannt waren. Man kann Fragen hinterfragen, aber wenn du alle Fragen durchgehst, wirst du bemerken, dass du einen wirklichen Lernerfolg erreicht hast. Nur Mut, es wird keine Frage kommen, die du nicht kennst :).

    SG

  • Hi.

    Danke für die weiteren Antworten und auch für den Hinweis auf die Vergiftungssyndrom-Übersicht, die ich bisher nicht gesehen hatte und mir direkt abgespeichert habe.

    Was das faktische Niveau des PB(BMG) vom PSV(DGfM) in der Prüfung unterscheidet, ist im wesentlichen die genauere Kenntnis über die Vergiftungssyndrome.

    Das sehe ich ein wenig anders. Laut der Prüfungsordnung dort müsste man zum Beispiel nicht mal eine Tanne von einer Eiche unterscheiden können. Baumkunde und Zeigerpflanzen sind da gar nicht mit drin was für die angedachte Aufgabe als, ich sage es mal salopp, "Korbsortierer" ja auch nur bedingt nötig ist, da sicherlich viele nicht mehr sagen können was für Bäume/Pflanzen am Standort vorhanden waren und ob diese richtig erkannt wurden. Auch keine Fragen zur Vereinstätigkeit (Nennen Sie drei Möglichkeiten, wie Sie sich aktiv in die DGfM einbringen können.)
    Das ist von mir übrigens wertungsfrei gemeint. Die Konzeption vom PB zum Pilzsachverständigen ist halt eine andere und das ist natürlich auch in Ordnung. Der PSV hat ja ein breiteres Aufgabenspektrum angedacht als der PB und da wäre es natürlich schön wenn der PSV etwa die zum Goldröhrling gehörende Lärche auch erkennen würde.


    Lieber PS

    Ich habe dieses Jahr die PSV Prüfung gemacht. In meinem Leben habe ich schon viele Prüfungen absolviert aber noch nie durfte ich eine machen, wo alle Fragen vorher bekannt waren. Man kann Fragen hinterfragen, aber wenn du alle Fragen durchgehst, wirst du bemerken, dass du einen wirklichen Lernerfolg erreicht hast. Nur Mut, es wird keine Frage kommen, die du nicht kennst :).

    SG

    Der zweite und der letzte Satz widersprechen sich. ;)
    Und wie bereits angemerkt - beim Führerschein und auch beim Fischereischein die ich jeweils absolviert habe waren die Fragen vorher bekannt. Im Studium natürlich nicht aber auch da war klar welche Themengebiete "prüfungsrelevant" sind. Also eben nicht einfach "Jura/Recht" sondern das was im Seminar/der Vorlesung auch behandelt wurde, beispielsweise "Verwaltungsrecht" und die prüfungsrelevante Fachliteratur die man dazu gelesen haben sollte.

    Die PSV-Prüfung soll ja auch ohne vorheriges Seminar machbar sein welches die Themengebiete genau eingrenzt und dafür ist so ein Fragenkatalog meiner Meinung nach unumgänglich. Prüfungsthema "Pilze" wäre sonst ein wenig weit meiner Meinung nach.

    Die Veröffentlichung des Fragenkatalogs finde ich da schon sehr hilfreich.


    Beste Grüße.