Posts by Andreas Kunze

    Hallo Jens,


    ich denke, Du hast Dich in Deinem letzten Beitrag vergaloppiert. Kann vorkommen - wir haben alle Mal einen schlechten Tag. Sollte aber nicht zur Regel werden. Zurück zum Thema:


    Nervig finde ich nur - oder ich habe die Option übersehen - dass ständig moniert wird, mein Standort kann nicht erfasst werden. Die App sollte meine Entscheidung als Benutzer respektieren und nicht ständig mit einer Fehlermeldung nerven.

    hatten wir auch am Anfang. Ich nehme an, dass ein Neustart des Betriebssystems das Problem beheben kann.

    Da habe ich mich offenbar missverständlich ausgedrückt: Ich habe Flora Incognita auf meinem Android-Smartphone kein Recht eingeräumt, meinen Standort zu erfassen. Sie versucht es dennoch, muss scheitern und quittiert das mit einer Fehlermeldung.


    Ich vermisse eine Option in den Einstellungen, um die Standort-Infos vom ID-Prozess ausklammern zu können. Wäre sie aktiviert, gäbe es keine nervige Fehlermeldung.


    Hallo Peter,

    Der Standort fliesst m. E. auch in die Bestimmungswahrscheinlichkeit mit ein. Denn z. B. eine Alpenaurikel findet man im Ruhrgebiet nur in Gartenanlagen. Ich finde es bei so einem Projekt nicht so problematisch, meinen Standort preiszugeben.

    Ohne zu wissen, ob die Standortdaten beim Bestimmungsprozess eine Rolle spielen, möchte ich Herr meiner Daten bleiben. Ein Kompromiss wäre die von mir erwähnte Option in den Einstellungen. Die Entwickler könnten ja beim Aktivieren der Option einen Hinweis ausgeben lassen, dass sich dadurch die Bestimmungswahrscheinlichkeit verschlechtern kann. Allerdings fand ich die Trefferquote bereits ohne Standort-Infos beachtlich.


    Gruß, Andreas

    Hallo Jens,


    habe die App diese Woche auch mal zur Bestimmung von blühenden krautigen Pflanzen und Sträuchern ausprobiert und war über die hohe Trefferquote überrascht. Selbst nicht richtig fokussierte, unscharfe Aufnahmen des Mittleren Wegerichs und des Kleinen Braunelle wurden identifiziert. Das hätte mir vor Jahren viel Arbeit bei der Kartierung der Grasheiden in und um Augsburg und München viel Arbeit erspart.


    Nervig finde ich nur - oder ich habe die Option übersehen - dass ständig moniert wird, mein Standort kann nicht erfasst werden. Die App sollte meine Entscheidung als Benutzer respektieren und nicht ständig mit einer Fehlermeldung nerven. Ohne Internetverbindung geht übrigens gar nichts, das muss man sich bewusst sein. Dann bleibt nur, Bilder zu knipsen und diese im Nachgang, wenn man wieder online ist, bestimmen lassen.


    Weitere Infos zu dem Thema gibt's auf der Website des Projekts: https://floraincognita.com/de/ und in unserem nächsten Rundbrief. 8)


    Gruß, Andreas

    Hallo beisammen,


    wer den Hainbuchen-Täubling (Russula carpini) einmal live erleben will, wird an der DOnau-Ries-Klinik in Donauwörth fündig. Er fruktifiziert gerade an der Hainbuche hinter dem Fahrradparkplatz.


    Viel Spaß beim Anschauen.


    Gruß, Andreas

    Guten Morgen abeja,


    Die Bilder bei 123 (die Einstellenden sind namentlich genannt, ich gehe davon aus, dass mikroskopiert wurde)

    das würde mich wundern, wenn alle Pilzfotos auf 123Pilze.de von mikroskopisch abgesicherten Funden stammen. Ziel war es offenbar, die porträtierten Arten mit einer nennenswerten Auswahl an Bildern zu illustrieren. Ich denke, dass zu diesem Zweck überwiegend eine "makroskopische Plausibilitätsprüfung" erfolgte. In einigen Fällen würde ich selbst dies anzweifeln ohne jedoch die Qualität der Bebilderung beurteilen und verallgemeinern zu wollen.


    Etliche Fotos wurden aus den Unweiten des Internets zusammengetragen. Dabei handelt es sich nicht selten um Bilder, die von den Rechteinhabern unter einer freien Lizenz (z.B. Creative Commons) veröffentlicht worden sind. Sie wurden dann auf 123Pilze.de durch den Seitenbetreiber lizenzkonform (z.B. unter Nennung des Bildautors und der Lizenz) eingebunden.


    Gruß, Andreas

    Hallo abeja,


    ich würde die Drüslinge als E. nigricans (vormals E. plana) ansprechen - die Frk. von E. saccharina haben i.d.R. ein viel wärmeres, rötlicheres Braun. Der Teerflecken-Drüsling schreibt sich übrigens E. pithya. Mit dem schwarzen Glibber hatte ich mich mal im Tintling beschäftigt.


    Pleurotus ostreatus ist ein Allesfresser. Mir begegnet der Pilz regelmäßig an Stubben in Fichtenforsten, allerdings nicht Anfang Juni sondern im "Winterhalbjahr". In Wien wird der Pilz übrigens nachhaltig auf dem Kaffeesatz der Kaffeehäuser angebaut. Das Substrat wird von Radfahrern eingesammelt, ebenso werden die Pilze erntefrisch ausgeliefert. Forscher an der Uni Gießen ernähren den Pilz sogar in Flüssigkultur mit den Fruchtresten aus der Saftherstellung, um aus der Pilzmasse eine vegane Wurst herzustellen.


    Gruß, Andreas

    Guten Morgen beisammen,


    dass Daldinia-Arten eine gelatinöse Trama aufweisen können, war mir neu. :thumbup:


    Gernot hatte das von abeja verlinkte Foto in seinem und Ilse Wendelins Aufsatz "Wer suchet, der findet: Seltene und interessante Ascomycota vom Jägerberg (Steiermark, Österreich)" wie folgt erläutert:

    Quote

    Besonders auffällig bei diesem Fund ist das flüssig-gelatinöse, zonierte Innere der Stromata, die im Alter oder bei Austrocknung schließlich hohl werden. Dem Konzept von STADLER & al. (2014) folgend, gehört der vorliegende Fund eindeutig in die „Daldinia vernicosa – Daldinia loculata group“ und ist innerhalb dieser entweder D. vernicosa s. str. oder der sehr ähnlichen und wenig bekannten D. gelatinoides zuzuordnen. Da die Artkonzepte in dieser Gruppe noch nicht abschließend geklärt sind (STADLER & al. 2014), ordnen wir den Jägerberg-Fund zwischenzeitlich dem Aggregat um D. vernicosa zu.


    Vielleicht auch interessant: Beim Stöbern via Google Scholar bin ich auf eine Arbeit von Khalil et al. (2015) gestoßen. Die Autoren haben sich - basierend auf Studien zu D. concentrica und D. eschscholtzii - mit der konzentrischen Struktur der Trama beschäftigt und sind zu folgenden Erkenntnissen gelangt:

    • Die stromatale Ringzonierung in Daldinien beruht auf wechselnder Orientierung von Hyphen.
    • Die konzentrische Zonierung wird nicht durch abgebrochene Perithezien verursacht, wie einmal vorgeschlagen.
    • Die Ringe entstehen alle innerhalb einer einzigen Vegetationsperiode.
    • Es wird angenommen, dass die Ringzonierung den Wasserverlust aus den Stromata reduziert.


    Gruß, Andreas

    Hallo Nina,


    anhand der Bilder würde ich tatsächlich auf eine Daldinia-Art tippen. Schneide doch mal den neuen Knubbel durch, von oben bis nach unten, wo er am Birkenstamm angewachsen ist. Oftmals werden dann konzentrische Strukturen sichtbar. Allerdings weiß ich nicht, ob diese bereits bei jungen Exemplaren in der Wachstumsphase zu sehen sind.


    Ob die Sporen des Pilzes harmlos sind, weiß ich nicht. Glaube kaum, dass es Studien hierzu gibt. Wenn Du die Frk. vor ihrer Reife entfernst, gibt es keine Sporenbelastung in den Wohnräumen. Doch der Pilz wird weiter das Substrat, also das Holz Deiner Garderobe, zersetzen.


    Gruß, Andreas

    Hallo Nina,


    herzlich Willkommen hier im Forum! :)


    Ohne Foto wird es leider schwer bis unmöglich, eine Einschätzung abzugeben.


    War das Gebilde eher hart oder weich? Bei einer härteren Konsistenz fiele mir allenfalls die Gattung der Holzkohlenpilze/Kohlenkugelpilze (Daldinia) ein. Aber ich kenne nur Fruchtkörper bis etwa Tischtennisballgröße. Schau mal mit der Google-Bidlersuche, ob das passen könnte.


    Sporen können generell allergische Reaktionen hervorrufen - ein paar Beispiele hat unser Toxikologe Dr. Berndt im Artikel über die Rußrindenkrankheit der Ahorne erwähnt. Das hängt von der Menge der Sporen ab, von welcher Art sie stammen und natürlich wie stabil das Immunsystem der Menschen ist.


    Sofern es ein Pilz war, können nach dem Entfernen des/der Fruchtkörper/s keine Sporen mehr gebildet werden. Insofern schätze ich das Potenzial einer Gesundheitsgefährdung als eher gering ein.


    Gruß, Andreas

    Hallo Babett,


    an der Stelle könnte ja durchaus geeignetes Subtrat gelegen haben, das später aufgesammelt und abtransportiert wurde. Noch wahrscheinlicher wäre die Möglichkeit, dass der Pilz Wurzelreste im Boden zersetzt hat - die sieht man aus überirdischer Perspektive natürlich nicht.


    Wie groß war egtl. der 20-Kilo-Brummer?


    Gruß, Andreas

    Hallo Babett,


    ich denke nicht, dass das Sklerotium nochmal zugelegt hat. Dafür bräuchte der Pilz ja Substrat, das er zersetzen kann, um die daraus gewonnenen Nährstoffe dort einzulagern.


    Ich hatte den Sklerotienporling zuletzt im September 2015 im Riedlinger Holz bei Donauwörth auf den Ausläufern der Riesalb gesehen:




    Leider hatten von den Ästen keinerlei Hyphen Kontakt zum Boden, was kein Sklerotium erwarten ließ. Vielleicht habe ich eines Tages mehr Glück. ;)


    Gruß, Andreas

    Hallo Babett,


    das ist ja ein richtiger Koloss, den Du da entdeckt hattest! 8|


    Ich dachte immer, die Art bildet nur in wärmeren Regionen wie den Mittelmeerraum Sklerotien. Aber Darmstadt ist ja auch eher wärmebegünstigt:

    Darmstadt und das Rhein-Main-Gebiet liegen am nördlichen Ende der Oberrheinischen Tiefebene, die klimatisch zu den wärmsten Regionen in Deutschland zählt.

    Hatte das Sklerotium bereits unmittelbar nach dem Ausgraben unangenehm gerochen oder hatte sich das Odeur erst in den kommenden Tagen während der "Sightseeingtour" entwickelt?


    Und der Abtransport - mit dem Leiterwagen oder Sackkarren durch den Wald? :D


    War da in der Nähe egtl. auch ein Ast oder Stamm gelegen oder fruktifizierte der Pilz scheinbar auf der Erde?


    Gruß, Andreas

    Hallo Alis,


    sind wir überhaupt schon soweit, Spitzmorcheln auf Fotos auf Artniveau bestimmen zu können? Ich denke, das wird noch eine ganze Weile dauern, bis belastbare makros- und mikroskopische Merkmale zur Differenzierung vorliegen.


    Könnte mir aber vorstellen, dass es sich bei "der" Rindenmulchmorchel mit den deutlich ausgeprägten Längsleisten und den kürzeren, niedrigeren Querverbindungen um Morchella importuna handelt. Also die Art, die im deutschsprachigen Raum mitunter als Strickmustermorchel (M. vaporaria) bekannt ist. Aber das ist nur eine Vermutung.


    Außerdem: Gibt es wirklich nur die eine Rindenmulchmorchel oder können auf Rindemulch mehrere Spitzmorchelarten vorkommen?


    Gruß, Andreas



    PS: Ich wäre jetzt gerne an einem Ort mit ausreichend Regen und einem nennenswerten Aspekt an frischen Frühjahrspilzen.

    Hallo Stefan,

    hallo Harald,


    schön, wenn ihr damit etwas anfangen könnt. :)


    Weil heute auf Facebook noch die Frage gestellt wurde, was es mit den halbfreien Morcheln auf sich hat - das habe ich bereits 2016 im Artporträt von Morchella semilibera auf meiner Website erläutert.


    Nachtrag: Mein Artporträt von M. semilibera bedarf der Aktualisierung, da M. populiphila inzwischen auch in Europa (Spanien, Türkei) nachgewiesen wurde.


    Diese Taschensequenzierer gibt es ja schon, wenn ich mich recht entsinne. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.


    Gruß, Andreas

    Liebe Morchelfreundinnen und Morchelfreunde,


    ich habe meine Übersicht "Systematik der Morcheln" aktualisiert.


    Der Artikel ist ein Entwurf in meinem Benutzernamensraum der deutschsprachigen Wikipedia, aber noch kein offizieller Bestandteil der freien Enzyklopädie. Er dient mir in erster Linie dazu, bei der Revision der Gattung Morchella den Überblick zu behalten. Falls er auch anderen als Orientierungshilfe nützt, würde mich das natürlich freuen.


    Sollte ich etwas übersehen haben oder sich ein Fehler eingeschlichen haben, bitte einfach melden. :)


    Allen ein schönes Wochenende - heute Nachmittag soll ja bei uns der lang ersehnte Regen fallen. :thumbup:


    Gruß, Andreas

    Hallo beisammen,


    gestern war ich mit Tobias Luschner vom Augsburger Pilzverein auf Morcheltour. Obgleich es recht trocken anmutete und wir das Schlimmste befürchteten, war einiges Gemörch geboten. Allerdings nicht in Augsburg, sondern ein gutes Stück weiter südwestlich.


    Interessant fand ich ein Vorkommen mit gelblichen Speisemorcheln, die jung übrigens gar nicht so "blond" aussehen, sondern grau mit einem oliven Anflug. Vermutlich werden die Aveolen erst mit zunehmender Reife durch das gelbliche Sporenpulver entsprechend gefärbt. Kann aber auch sein, dass sie mit zunehmendem Alter ausblassen - oder beides.


    Beid en beiden kleinen Exemplaren gingen die Stielbasen in eine längliche, härtere Verdickung im Boden über - möglicherweise ein Sklerotium zur Überdauerung:



    Mal sehen, ob mehr zu erkennen ist, wenn ich das Gebilde unter fließendem Wasser mit einem Pinsel vorsichtig reinige. Das muss aber noch bis morgen Abend warten.


    Habt ihr sowas bei Speisemorcheln schon mal gesehen?


    Gruß, Andreas

    Hallo Harald,


    wie Du wahrscheinlich bemerkt hast, wurden die Inhalte im Menü neu verortet. Der Link zum Forum befindet sich nach wie vor im Servicebereich. Der einzige Unterschied ist, dass die Rubrik jetzt in die Menüzeile rechts oben gewandert ist und nicht mehr "Ausbildungen & Service" heißt.


    Außerdem kann das Forum wie bisher über den QuickLink auf der Startseite angesteuert werden.


    Die Umbauarbeiten sind noch nicht abgeschlossen: In der Desktop-Ansicht, also auf größeren Bildschirmen am Notebook oder stationären Rechner, wird künftig zusätzlich eine am rechten Bildrand fixierte Leiste mit Schaltflächen die Navigation ergänzen. Dort werden u.a. das Forum und die Sofortmaßnahmen bei Pilzvergiftung verlinkt sein.


    Ich bitte um Nachsicht, dass nicht alles auf einmal umgesetzt werden konnte. Die Restrukturierung der Website und die Erstellung hunderter Weiterleitungen war und ist immer noch ein enormer Kraftakt.


    Gruß, Andreas



    PS: Vorübergehend habe ich das Forum zusätzlich im Top-Menü verlinkt.

    Lieber Bernd,


    danke für den Hinweis. Ich verfolge das Gesetzfindungsverfahren der EU seit dem die geplante Reform im Frühjahr des vergangenen Jahres von Rechtsanwalt Solmecke in einem YouTube-Video thematisiert wurde. Als Leser der NachDenkSeiten, von Telepolis sowie Netzpolitik.org glaube ich darüber ausreichend informiert zu sein.


    Am vergangenen Mittwoch, den 27.2.2019, um die Mittagszeit hatte ich übrigens Pablo durch die E-Mail-Funktion unseres Forums auf https://foren-gegen-uploadfilter.eu/ aufmerksam gemacht, nachdem ich auf pilzforum.eu zu dem Thema keine Diskussion vorfand.


    Ob sich die DGfM als Betreiberin dieser Diskussionsplattform an einer Aktion wie dem upload-freien Sonntag beteiligt, weiß ich nicht. Ich werde die Aktion im Präsidium thematisieren, halte sie aber bei schwach frequentierten Diskussionsplattformen wie dem DGfM-Forum für nicht wahrnehmbar und würde deshalb eher darauf verzichten wollen. Eine große und aktive Community wie auf pilzforum.eu vermag natürlich eine ganz andere Durchschlagskraft zu entfalten.


    Gruß, Andreas