PSV-Prüfung: Speisepilze, kritische Arten, Verzehrfreigabe

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There are 70 replies in this Thread. The last Post () by Peter Karasch.

  • Hallo Craterelle,


    sprichst Du gerade von Lepista irina? Ist der in vielen Büchern drin? Und dann auch jeweils noch als Speisepilz? Hätte ich eher nicht gedacht, aber da fehlt mir etwas der Überblick.


    Vielleicht hat man ihn einfach noch nicht aufgenommen weil man noch Klärungsbedarf sah und ihn nicht vorschnell als kritisch bewerten wollte?


    beste Grüße,
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    Ja, genau den, Lepista irina = Veilchen-Rötelritterling.


    Der ist in der allerkleinsten Ausgabe von Gerhardt (mit gerade mal 200 Pilzarten) drin, im Pareys natürlich, und im Laux.


    Allzu selten scheint er auch nicht zu sein, ungefähr gleichauf mit L. personata in der Pilzkartierung.


    Falls er auch in Pilzbüchern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschrieben war (ich habe da keine Quellen), würde ich stark annehmen, dass es genug Testpersonen gab.


    Beste Grüße,
    Craterelle


    P.S.: Wir sind ein wenig abgeschweift mit der Frage, was warum oder nicht auf den Listen des FA Tox steht. Hoffentlich nicht schlimm?


    Noch ein Nachtrag: in allen drei Büchern ist er als essbar angegeben. Im Pareys außerdem eine "Var. montana" mit alpiner Verbreitung, die ungenießbar sein soll.

  • Hallo zusammen,


    der Veilchen-Rötelritterling/Lepista irina ist bei Bon zumindest als essbar drin
    (bei Laux sind Messer und Gabel durchgestrichen ;) )


    @Peter Karasch: Ich sehe den Saitenstieligen Knoblauchschwindling, wenn man ihn denn verwenden wollte auch bei den Würzpilzen. Die Positivliste enthält den "Mousseron, Echter Knoblauchschwindling" ;). Ob man den Saitenstieligen Knoblauchschwindling in einer Liste braucht mal dahingestellt.


    Ich habe mir die damals als Speisepilz geführten Arten in dem Buch "200 Pilze" Dähncke einmal angesehen, da hat sich natürlich sehr viel geändert/ergeben.
    Vielleicht wäre es nett, eine kommentierte vierte Liste "Sonstige teilweise als Speisepilz bezeichnete Arten - kommentiert" zu haben, aber natürlich ist mir auch klar, dass da viele deutlich wichtigere Aufgaben kurzfristig kaum bewältigt werden können.


    Falls man im Leitfaden tatsächlich 200-300 Arten namentlich aufzählen wollte, die ein PSV weitesgehend kennen sollte, könnte man z. B. die mutm. Speisepilze bei Bon, Gerhard, Laux und Dähncke(200) sichten. Es besteht immer die Möglichkeit, dass Ratsuchende mal nach Arten aus diesem Pool "fragen".


    Viele Grüße,
    Thorsten

  • Hallo Thorsten,


    genau das ist das Problem: es gibt noch 100e Arten, die irgendwann von irgendwem als Speisepilz bezeichnet wurden, und die meisten davon sind irgendwo zwischen wertlos und ungenießbar.


    Ein PSV sollte m.E. da auch mal Stellung beziehen und sagen: man muss nicht alles essen! In Deutschland hat keiner sieben hungrige Kinder daheim.


    Wenn Du aber Arten, die in mehreren der gängigen Bücher als Speisepilz aufgeführt sind, in keiner Liste findest, dann bitte ich um Nachricht an den FA.


    Grüße
    Wolfgang

  • In dem Zusammenhang verweise ich gerne auf die tolle "Speisewert -strittig"-Reihe aus dem Tintling.


    Ein PSV sollte m.E. da auch mal Stellung beziehen und sagen: man muss nicht alles essen!

    Ansonsten sehe ich das genau so. Ich persönlich hätte gar nicht den Anspruch auf eine "Vollständigkeit" der Speisepilzliste der DGfM; aus genau dem Grund, welchen Wolfgang genannt hat.


    Zu Lepista irina: ich würde den ggf. gar nicht erkennen. Wenn ein blumiger Geruch bei der Art das einzige sichere Bestimmungsmerkmal darstellt, dann ist mir das auch zu unsicher. Gerüche sind immer so ne Sache und können bei extremer Witterung auch mal vollkommen anders sein.


    l.g.
    Stefan

  • Hallo zusammen,


    ich habe auch sicherlich keinen Anspruch auf eine vollständige Speisepilzliste.


    Wenn man aber schriftlich den Anspruch formuliert, dass ein PSV ca. 300 Arten kennen sollte, ist es IMHO nicht total verkehrt auch zu den Arten etwas sagen zu können, auf die man potentiell angesprochen wird.


    Ich möchte weder Ratsuchende, die bislang weiter östlich gesucht haben, belehren wollen, das alles was sie gesucht haben wertlos ist, noch empfehle ich irgendjemand irgendetwas.
    Wenn es um meine Handhabe ginge, war die bislang deutlich konservativer.
    Über Geschmäcker zu streiten ist ausserdem so eine Sache. Weder meiner Frau noch mir schmecken Reizker besonders.


    Der Ansatz von Andreas gefällt mir aber prinzipiell. Den kann man ja gerne diskutieren. Ich lasse mich ja gerade inspirieren, wie ich meine bisherige Linie (bin ja "frisch" dabei) weiterentwickel.
    Weiterentwicklung ziehe ich prinzipiell vor.


    Vieles wird sicher schnell anders verstanden durch "Medium online". Man kann viel Zeit für manche Dinge online sparen; man versteht jemand ohne direktes Gespräch aber auch schnell ganz anders.


    Viele Grüße,
    Thorsten

  • Hallo,


    Ich befürworte den von Wolfgang formulieren "eingeschränkten Vollständigkeitsanspruch".


    Geschmack sollte keine zentrale Rolle spielen (tut er ja offensichtlich auch nicht, wenn rehbraune Dachpilze in die Liste aufgenommen wurden :P). Es müssen aber schon genügend Esser vorhanden sein bzw. die Art seit langem ohne Probleme als Speisepilz genutzt worden sein, damit mögliche Probleme damit überhaupt erkannt werden könnten. Allzu selten darf sie dafür per se natürlich auch nicht sein. Als Gegenbeispiel möchte ich den Laubholz-Harzporling anführen: für den gibt es tatsächlich Rezepte, ich glaube jedoch nicht, dass er häufig verspeist wird - ich wäre zumindest nicht auf die Idee gekommen.


    Eine weitere Frage wäre die nach der (leichten?) Erkennbarkeit. Wolfgang, ist das für euch ein Kriterium und wenn ja, in welchem Rahmen? Da man ja auch Rauhköpfe mit Steinpilzen verwechseln kann (ist belegt), finde ich es schwer, hier eine Grenze zu ziehen.


    Den Schutzstatus würde ich ebenfalls nur vermerken, wie ihr es ja auch handhabt.


    Beste Grüße,
    Craterelle

  • Hallo Craterelle,


    die Verwechselbarkeit spielt dann eine Rolle, wenn es Zweifel an der Artbestimmung bei dokumentierten Vergiftungen gibt.


    Ansonsten ist das nicht unbedingt Rolle des FA Tox.


    Die Rauköpfe wurden meines Wissens mit Pfifferlingen verwechselt, was ich im Embryo-Stadium durchaus verstehen kann.


    Grüße
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    Nee, in dem Fall, den ich meinte, war die Verwechslung tatsächlich mit Steinpilzen (Pfifferlinge wurden wohl auch gesammelt, hatte aber mit der Verwechslung nichts zu tun):
    https://www.thenakedscientists…s-evans-poisonous-mistake


    Ich hoffe, Interview und Quelle sind seriös genug für dieses Forum. Ich fand den Artikel auf jeden Fall ein interessantes Lehrstück bzgl. Leichtgläubigkeit.


    Ich finde es gut und richtig, dass Verwechselbarkeit über zweifelhafte Vergiftungsfälle hinaus für die Listen keine Rolle spielt.


    Beste Grüße,
    Craterelle

  • Alle Lepista-Arten sind prinzipiell essbar; allerdings ist mir Lepista irina noch nicht begegnet. An die Speisepilzliste sollte kein Anspruch auf irgendeine Vollständigkeit gestellt werden.

    Servus Stefan,


    ich wäre bei solchen Umkehrschlüssen sehr vorsichtig. Wer sagt, dass alle Lepista-Arten prinzipiell essbar sind? Zunächst ist da die Frage, was du hier mit Lepista noch meinst. "Lepista" flaccida soll ja auch durchaus Probleme verursachen können.
    Lepista nebularis ist sogar richtig problematisch.


    Und wer hat schon Lepista densifolia gegessen? Ist der wirklich essbar?


    Kann man Lepista martiorum essen? Was ist mit Lepista tomentosa? Wie oft wurde der probiert? Lepista multiformis? usw. usf.


    Oder engst du Lepista auf die "echten" Lepista-Arten im heutigen Sinn ein?


    Nebenbei bemerkt - ich habe einmal (und nie wieder) Lepista glaucocana probiert. Da war mir sofort klar, dass es nicht nur eine Varietät von Lepista nuda sein kann. Sowas von widerlich im Geschmack, absolut ungenießbar. Das ist zwar nur eine kulinarische Einzelmeinung, aber das Ding war so widerlich - würde ich den in einer Beratung freigeben, dann wäre mein Vertrauen bei den Beratenen vermutlich sofort weg. Bei dem Geschmack schmeißen die die Mahlzeit weg und denken vermutlich, ich hätte mich geirrt und sie hätten einen Giftpilz erwischt.


    Ich verstehe, warum der in der Schweiz(?) nicht als essbar geführt wird.


    Ich finde die ganzen Ummünzungen aus "kein Giftpilz bekannt" zu "alle Arten essbar" problematisch.
    Erfahrene Pilzberater haben vermutlich das, was sie freigeben, auch mal selbst probiert (ich habe das früher als Kostprobe ungewürzt zubereitet und nur den Geschmack getestet). Frischgebackene brauchen m.E. eine gut durchdachte Positivliste der Arten, die sie wirklich freigeben können, wenn sie denn mögen.


    Wenn ein PSV der DGfM wirklich mindestens 200, besser 300, idealerweise 500 Arten "kennen" soll (so habe ich das hier durchaus gelesen), wäre eine lange Liste nicht verkehrt. Da kann dann durchaus auch Tricholomopsis rutilans draufstehen - kulinarisch katastrophal, aber manchen wenigen schmeckt der sogar (ich war mal Zeuge). Aber bitte nicht "alle Arten essbar", denn ich habe keine Ahnung, ob Tricholomopsis sulfureoides essbar ist.


    Gerade im Bereich PSV sind Aussagen wie "alle Scheidenstreiflinge sind essbar", "alle Lepista-Arten sind essbar", "alle Riesenschirmlinge sind essbar" (usw.) mehr als problematisch. Letztere sogar falsch, wenn man Riesenschirmling wie im Deutschen verstanden, nimmt (inkl. Chlorophyllum und Leucoagaricus p.p.).


    Auch wenn das jetzt etwas sarkastisch klingt - ich darf ja intern nicht mitdiskutieren, daher hier - es wäre nicht verkehrt, wenn am geplanten Leitfaden für PSV auch Fachleute mitarbeiten dürften (z.B. die aktuellen Prüfer) und nicht nur nachträglich punktuell (!) Anmerkungen machen dürfen, die dann eventuell, wenn sich der FA PSV dazu "herablässt", auch berücksichtigt werden (die Formulierung war nicht so extrem, aber doch so grob, dass ich Andreas' Ausbruch gut verstehen kann).
    Und schaue ich mir die Fragen an, die online stehen, hoffe ich auf genügend Experteninput, der auch berücksichtigt wird.


    Vor allem bitte keine weiteren Umkehrschlüsse. Sonst sind wir wieder bei "No risk no Fun" statt "better safe than sorry" - ersteres wird zwar von Seiten der DGfM im eigenen Organ (Z. Mykol.) beworben, letzteres wäre aber besser für die Pilzberatung.


    Liebe Grüße,
    Christoph


    P.S.: Lepista irina ist auch für meinen Gaumen essbar, mir aber einen Tick zu parfümiert. Ich hatte die Art auch schon in einer Pilzberatung, die ich nach vollzogener Mahlzeit vornehmen "musste" - der Sammler war nachträglich unsicher, ob er den Pilz richtig bestimmt hätte. Als Veilchenritterling hatte er ihn in der Tat nicht bestimmt, er hatte Glück gehabt.


    Artenkenntnis schadet nie, aber ob man Lepista irina von einem PSV verlangen kann? Wie viele der aktiven PSV der DGfM können Lepista irina sicher bestimmen?!

  • Hi,


    prinzipiell meine ich schon Lepista um engeren Sinn; zumindest habe ich nebularis ausgeklammert, weil die Art ja lange Zeit bei Clitocybe stand, (bzw. wohl auch noch steht?). Welche Arten jetzt noch genau zu der Gattung gehören; dazu fehlt mir aktuell der Überblick. Aber danke für den Hinweis. :)




    Auch wenn das jetzt etwas sarkastisch klingt - ich darf ja intern nicht mitdiskutieren, daher hier - es wäre nicht verkehrt, wenn am geplanten Leitfaden für PSV auch Fachleute mitarbeiten dürften (z.B. die aktuellen Prüfer) und nicht nur nachträglich punktuell (!) Anmerkungen machen dürfen, die dann eventuell, wenn sich der FA PSV dazu "herablässt", auch berücksichtigt werden (die Formulierung war nicht so extrem, aber doch so grob, dass ich Andreas' Ausbruch gut verstehen kann).
    Und schaue ich mir die Fragen an, die online stehen, hoffe ich auf genügend Experteninput, der auch berücksichtigt wird.

    Sorry, aber den Post finde ich äußerst deplatziert. Ich bin langsam diese ewigen Provokationen leid. Es werden mir (uns) ständig irgendwelche Dinge, wie z.B. Arroganz unterstellt. Viele von euch kennen mich persönlich und ihr solltet wissen und mich gut genug einschätzen können, dass ich durchaus Fehler habe, aber arrogant bin ich nun wirklich nicht. Wenn einige von euch meinen, aus meinen Posts eine Arroganz herauszulesen (vielleicht sogar unterbewusst herauslesen wollt; ist jetzt nicht als Vorwurf sondern vollkommen wertneutral gemeint!), ist das nicht mein Problem.


    Nur um das noch mal klarzustellen: Ich habe mehrmals sehr viele Dinge, die ihr kritisch angemerkt habt, unabhängig von den aktuellen Diskussionen schon vor langer Zeit im FA-PSV angesprochen und bin da mehrmals auf sehr heftigen Widerstand gestoßen. Ich diskutiere gerne mit euch, aber dann bitte fair und ohne irgendwelche Seitenhiebe. Wie Andreas so schön schrieb: "Das ist ein Spagat, der mir nicht gelingen kann". Das sehe ich inzwischen auch so. Ich bin jetzt wirklich am Überlegen, ob ich hier überhaupt noch auf eure Anfragen antworten sollte, denn aus meiner Sicht macht es keinen Unterschied. Schreibe ich was, werden bestimmte Dinge, wie z.B. Arroganz, Untätigkeit oder sonst was in die Antworten hereininterpretiert; schreibe ich nix, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich darüber auch aufgeregt wird. Also folgt daraus: Egal was ich mache; es herrscht Unzufriedenheit bei den gleichen Personen. Die 2. Option hat allerdings den "Vorteil", dass es meine Gesundheit, Nerven und Kräfte schont und ich mich um für mich wichtigere Dinge, wie z.B. meiner Gesundheit, Jobsuche, dem Tricholoma-Projekt oder dem Sachsenatlas widmen kann. Denkt bitte auch daran, dass ich alles ehrenamtlich mache und ich absolut keinen persönlichen Nutzen in der Sache habe; überhaupt keinen. Wenn so viele von euch sich konstruktiv in das PSV-Wesen einbrigen wollt, dann lade ich euch alle ein beim FA-PSV nach der Wahl mitzumachen. Mein Amt als Sprecher könnt ihr dann wegen mir auch gerne haben. Ich hab mich Ende 2017 ehrlich gesagt nur dazu bereit erklärt, weil das sonst keiner machen wollte.


    l.g.
    Stefan

  • Hallo zusammen,


    ich hab mich sicherlich an "wertlos"-Klassifikationen und Geschmacksfragen etwas aufgehängt.
    Für die derzeitigen Listen gehe ich absolut mit, dass hier keine Vollständigkeit anzustreben ist.
    Für die Positivliste leuchtet der Gedanke "mit gutem Gewissen zur Freigabe vertretbar" ein.


    Zur Bewertung für Pilze die in mehreren Werken geführt werden könnte ich jetzt noch den Butterrübling und den Grubigen Wurzelrübling (Syn. Xerula radicata) und sicher weitere Arten aufführen, welche in mind. vier Werken als Speisepilz genannt werden. Im Mischgericht können Einzelexemplare der Arten IMHO mit Einzelexemplaren vom Rehbraunen Dachpilz mithalten - aber ok Geschmäcker ;)


    (Für ein TOX-Gremium halte ich die Bewertung von "Kindergarten-Pilzen", die kein Erwachsener als Speisepilz in Erwägung zieht für wichtig. Da muss man - IMHO - alles diskutieren, was im Alltag Thema für die Giftinfozentralen wurde/werden kann.)


    Für die "kritische" und "uneinheitliche" Liste hingegen könnte man schon überlegen, ALLE in einem Werk als Speisepilz bewertete Arten aufzuführen, WELCHE schon einmal dokumentiert zu Problemen geführt haben.
    (Hier vielleicht durchaus sinnvoll. Lepista irina und als Ergänzung auch Leucoagaricus holosericeus (Seidiger Egerlingsschirmling) usw. ergänzen, da es hier schon Probleme gab.)
    Ob man bei einer Ausweitung alle Arten von einem PSV erwarten möchte, steht auf einem anderen Blatt (ggf. z. B. Lepista irina), da viele PSV auch noch nicht alle Arten der beiden anderen Listen in Natura gesehen haben.


    Sonstige von einzelnen oder mehreren Autoren als Speisepilze bezeichnete Arten können als Vorschlag dienen, wenn man einen Katalog aufstellen wollte, welche 250++ Arten man kennen sollte.


    Da kann dann durchaus auch Tricholomopsis rutilans draufstehen - kulinarisch katastrophal, aber manchen wenigen schmeckt der sogar (ich war mal Zeuge). Aber bitte nicht "alle Arten essbar", denn ich habe keine Ahnung, ob Tricholomopsis sulfureoides essbar ist.

    Nein, natürlich/bitte nicht alles was nicht eindeutig giftig ist, essbar nennen...
    Ob man den Saitenstieligen Knoblauchschwindling als Würzpilz oder als "ungeniessbar" bezeichnet dahingestellt. Auf einer Führung sollte man dem Dingo aber IMHO einen Namen geben können, wenn jemand fragt, da er nicht wirklich selten vorkommt.


    Viele Grüße,
    Thorsten

  • Servus Stefan,



    ich meinte nicht dich persönlich und wollte dir auch keine Arroganz unterstellen. Das bezog sich auf den FA PSV als Gremium und dessen Politik. Du hast die Botschaft überbracht - das heißt nicht, dass du die Botschaft genau so meinst.


    Ich dachte, das sei klar - bezieh Kritik am Verhalten des FA PSV und hinsichtlich dessen Umgangs mit beispielsweise den aktuellen Ausbildern oder auch die ganze Misere der Fragen bitte nicht auf dich persönlich.


    Ich wollte dich auch nicht provozieren oder persönlich angreifen.


    Ich fände es aber auch unfair, wenn man den FA PSV und dessen Outputs nicht kommentieren und kritisieren dürfte, weil du den Sachsen-Atlas machen willst, dich auch um andere Dinge kümern willst.
    Nirgends steht "du warst arrogant", nirgends steht, "du hast die Prüfungsfragen verbockt".


    Unabhängig davon bleibe ich, um zum Thema zurückzukommen, bei Pauschalaussagen vorsichtig - da liegt vermutlich das Problem: es mischt sich normales Diskutieren über Speisepilze mit Kritik am FA an sich - ersteres ist eine Diskussion mit dir auf rein fachlicher Ebene, zweites ist eine andere Diskussion über die Politik eines Gremiums. Ich hatte gehofft, dass die Trennung über die Bezüge "du" vs. "der FA PSV" klar genug sei. Ich ging vom Speziellen zum Allgemeinen - letzteres bezog sivh nicht auf dich.


    Liebe Grüße,
    Christoph

  • Hallo,

    In der Ausgabe von 2010 (Der große Kosmos Pilzführer) nicht. Wäre interessant, warum sich die Bewertung geändert hat.

    kann ich beantworten: Weil ICH die letzten beiden Auflagen des "Laux" überarbeitet habe und die Bewertung geändert habe. Ich hatte von Unverräglichkeiten gehört (ich meine im FA Tox., von Harry Anderson oder Siegmar Berndt) und da ich die Bestimmung der Art eh für kritisch erachte habe ich die Art lieber auf "kein Speisepilz" gesetzt.


    beste Grüße,
    Andreas

  • Hallo Stefan, hallo Christoph

    Hi,


    prinzipiell meine ich schon Lepista um engeren Sinn; zumindest habe ich nebularis ausgeklammert, weil die Art ja lange Zeit bei Clitocybe stand, (bzw. wohl auch noch steht?). Welche Arten jetzt noch genau zu der Gattung gehören; dazu fehlt mir aktuell der Überblick. Aber danke für den Hinweis. :)

    soweit mir bekannt, ist Clitocybe nebularis die Typusart der Gattung Clitocybe - kann also gar keine Lepista sein ....


    beste Grüße,
    Andreas

  • Hallo Stefan,

    Sorry, aber den Post finde ich äußerst deplatziert. Ich bin langsam diese ewigen Provokationen leid. Es werden mir (uns) ständig irgendwelche Dinge, wie z.B. Arroganz unterstellt. Viele von euch kennen mich persönlich und ihr solltet wissen und mich gut genug einschätzen können, dass ich durchaus Fehler habe, aber arrogant bin ich nun wirklich nicht. Wenn einige von euch meinen, aus meinen Posts eine Arroganz herauszulesen (vielleicht sogar unterbewusst herauslesen wollt; ist jetzt nicht als Vorwurf sondern vollkommen wertneutral gemeint!), ist das nicht mein Problem.
    Nur um das noch mal klarzustellen: Ich habe mehrmals sehr viele Dinge, die ihr kritisch angemerkt habt, unabhängig von den aktuellen Diskussionen schon vor langer Zeit im FA-PSV angesprochen und bin da mehrmals auf sehr heftigen Widerstand gestoßen. Ich diskutiere gerne mit euch, aber dann bitte fair und ohne irgendwelche Seitenhiebe. Wie Andreas so schön schrieb: "Das ist ein Spagat, der mir nicht gelingen kann". Das sehe ich inzwischen auch so. Ich bin jetzt wirklich am Überlegen, ob ich hier überhaupt noch auf eure Anfragen antworten sollte, denn aus meiner Sicht macht es keinen Unterschied. Schreibe ich was, werden bestimmte Dinge, wie z.B. Arroganz, Untätigkeit oder sonst was in die Antworten hereininterpretiert; schreibe ich nix, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich darüber auch aufgeregt wird. Also folgt daraus: Egal was ich mache; es herrscht Unzufriedenheit bei den gleichen Personen. Die 2. Option hat allerdings den "Vorteil", dass es meine Gesundheit, Nerven und Kräfte schont und ich mich um für mich wichtigere Dinge, wie z.B. meiner Gesundheit, Jobsuche, dem Tricholoma-Projekt oder dem Sachsenatlas widmen kann. Denkt bitte auch daran, dass ich alles ehrenamtlich mache und ich absolut keinen persönlichen Nutzen in der Sache habe; überhaupt keinen. Wenn so viele von euch sich konstruktiv in das PSV-Wesen einbrigen wollt, dann lade ich euch alle ein beim FA-PSV nach der Wahl mitzumachen. Mein Amt als Sprecher könnt ihr dann wegen mir auch gerne haben. Ich hab mich Ende 2017 ehrlich gesagt nur dazu bereit erklärt, weil das sonst keiner machen wollte.


    l.g.
    Stefan

    ich habe in meinem hier angesprochenen Post im anderen Thread extra sorgfältig darauf geachtet, zu schreiben, dass ich den FA meine und nicht Dich persönlich!
    Ich habe Dir gar nichts unterstellt, aber ich lese aus den Formulierungen heraus, was da steht: Wir Prüfer dürfen dann, wenn der Leitfaden fertig ist, mal drüberlesen und noch eventuell vorhandenen kleinere Unstimmigkeiten melden, und vielleicht werden die dann geändert oder eben auch nicht. So steht es nun mal da. Das ist keine Zusammenarbeit, sorry!


    Wir brauchen dazu in DIESEM Post auch gar nichts mehr diskutieren, aber so stehen lassen konnte ich das einfach nicht.


    beste Grüße,
    Andreas

  • kann ich beantworten: Weil ICH die letzten beiden Auflagen des "Laux" überarbeitet habe und die Bewertung geändert habe. Ich hatte von Unverräglichkeiten gehört (ich meine im FA Tox., von Harry Anderson oder Siegmar Berndt) und da ich die Bestimmung der Art eh für kritisch erachte habe ich die Art lieber auf "kein Speisepilz" gesetzt.


    Hallo,


    sind denn die (in der Schweiz?) aufgetretenen Probleme irgendwie dokumentiert? Im Netz habe ich dazu gar nichts gefunden, einzig für den nordamerikanischen Raum:
    Poisonous Mushrooms of the Northern United States and Canada, Joseph F. Ammirati 246ff.
    Demnach wird die Art (so sie identisch ist) dort ebenfalls gern verzehrt, es kommt aber häufiger zu individuellen Unverträglichkeiten.



    Beste Grüße,
    Craterelle

  • Hallo Christoph,

    Gerade im Bereich PSV sind Aussagen wie "alle Scheidenstreiflinge sind essbar", [...] mehr als problematisch.

    Genau die stehen allerdings tasächlich als Untergattung (Amanita subgen. Amanitopsis - Scheidenstreiflinge) auf der Positivliste. Ist auch der einzige Fall, und ich denke, es wird sorgfältig erwogen worden sein. Inwiefern ist das jetzt "mehr als problematisch"?


    Beste Grüße,
    Craterelle


    P.S.:

    Bei dem Geschmack schmeißen die die Mahlzeit weg und denken vermutlich, ich hätte mich geirrt und sie hätten einen Giftpilz erwischt.

    Fehlt es da an Aufklärung, dass man Giftpilze mitnichten am schlechten Geschmack erkennen kann? ;)