Fragen zur PSV-Ausbildung

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Es gibt 114 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Climbingfreak.

  • Oder auch hier direkt gefragt: Meinst du, zuehli hätte nicht die nötige Qualifikation?


    Wieso soll er sie durch Beistzen bei Prüfungen zeigen, wenn er schon zigmal beisaß und auch in der Vergangenheit von der DGfM anerkannte PSV-Kurse abhielt?

    Hallo Christoph,


    da hast Du was falsch verstanden. Ich habe weder zigmal beigesessen, noch PSV-Kurse abgehalten.


    Grüße
    Harald

  • Servus Harald,


    danke für die Klarstellung. Ich hatte deine Kurse in Bad Laasphe gemeint. Du hattest F1-Kurse geschrieben, die ich als Teil von PSV-Kursen ansah. Dass du bei den Prüfungen auch nicht dabei warst, wusste ich nicht.


    Unabhängig davon sehe ich bei dir die nötige Fachkompetenz .


    Liebe Grüße,
    Christoph

  • Hallo,


    die Idee, dass man in der breiten Fläche Kurse besuchen kann - egal wo und egal bei wem - und sich dann prüfen lassen kann, ist nicht neu.
    Auch im alten - nicht aber im ganz alten - System gab es das, jeder der Prüfer wird sich an externe Prüflinge erinnern, die sich zusätzlich zu den F2 Kurs-Besuchern, zur schriftlichen und mündlichen Prüfung angemeldet hatten.
    Prominentestes Beipiel für einen solchen PSV ist die aktuelle PSV-Beauftragte im Präsidium, die vor Ihrer Prüfung zum PSV nie einen Kurs in einer zertifizierten Ausbildungsstätte besucht hatte (so zumindest hatte sie es angegeben).


    Es gab auch die Leute in der DGfM, denen man a. G. ihrer fachlichen Qualifikation zutraute, Prüfungen abnehmen zu können und Aus- und Weiterbildungen abzuhalten. Man könnte sich sicherlich fragen, ob wirklich jeder dieser "Referenten der DGfM" genannten Personen wirklich dazu in der Lage war, aber von der Sache her und vom Prinzip her, war das geregelt.


    Dieses System hätte man ausgestalten können und als DGfM Kurse in der Fläche anbieten können und Prüfungen nach einem einheitlichen System durchführen können. Dazu gibt es in der Fläche in allen Ländern genügend qualifizierte Leute.


    Ein Kursmaterial erarbeiten, Unterlagen dafür anbieten, Inhalte definieren und vor allem Klarheit über das was ein PSV können muss - das wäre meine Vorstellungen gewesen, auch im FA PSV.
    Organisationshilfe bei der Organisation von Kursen, Hilfe bei der Ausbildung durch Stellung von Material ...


    Was man gemacht hat ist schlichtweg eine drastische Überregulierung, die sich nun als kontraproduktiv -herausstellt. Man hat Aktionismus statt Sachverstand walten lassen. Es musste unbedingt was komplett anderes her. Ggf. auch gegen den Willen von einigen FA-Mitgliedern.


    Ich persönlich glaube nach vielen Äußerungen die ich - auch von der jetzigen PSV-Verantwortlichen - gehört habe, dass ein mit meinen Vorstellungen nicht kompatibles Verständnis von dem was die Gesellschaft leisten soll, besteht. Es ist m. E. nicht ausreichend, wenn die DGfM nur Möglichkeiten schafft, PSV zu werden oder Prüfer zu werden.
    Nach meinem Verständnis muss die DGfM dafür sorgen, dass genügend PSV in der Fläche zur Verfügung stehen.


    Aber, wie gesagt, dass ist mglw. eine nicht maßgebliche Einzelmeinung.


    Jetzt hat man ohne jedwede Not rd. 40 Referenten vor den Kopf gestoßen und denen mitgeteilt, dass man sie nicht mehr braucht und auch nicht mehr haben will. Man hat sich nicht getraut weitere neue, jüngere Referenten zu berufen um so das Potential an Ausbildern und Prüfern zu vergrößern. Ein einheitliches Prüfungssystem hätte man unabhängig davon schaffen können, das wäre ohne weiteres auch mit den Referenten gegangen. Es gab keine Notwendigkeit der Abschaffung des Referentensystems - man hätte es nur verbessern müssen.


    Beste Grüße - Peter

  • Lieber Peter,


    jetzt widersprichst Du m.E. Dir selbst:


    einerseits hast Du kritisiert, dass die DGfM sich von der Ausbildung (gemeint eigentlich nur ein 5-Tage-Kurs, der ja bestenfalls ein kleiner Teil der Gesamt-Vorbereitung sein kann) verabschiedet hat. Dieses System sei überwacht und qualitätsgesichert gewesen.


    Jetzt gibst Du zu, dass man sogar nach dem alten System ohne diesen Kurs PSV werden konnte. Das stimmt. Ich selbst hatte immerhin einen F2-Kurs besucht, hätte ihn aber im Nachhinein nicht gebraucht.


    Das heißt doch, dass es in Punkto Ausbildung de facto fast keinen Unterschied zum jetzigen System gibt, außer dass durch die einheitliche Prüfung das Niveau angeglichen wurde?



    Mit dem Referenten-System machst Du eine ganz neue Baustelle auf. Das war tatsächlich kommunikativ sehr schlecht gelaufen, weshalb es später noch einen erklärenden Brief des Präsidiums an alle Referenten mit Bitte um Rückmeldung gab. Darauf gab es 6 (!) Rückmeldungen, davon 3 mit dem Tenor, man sei zu alt und würde sich nicht mehr einbringen können. Soviel als Fakten-Hintergrund zu Deinem Vorschlag, auf dem Referentensystem ein bundesweites Prüfer-System zu etablieren.


    Viele Grüße,


    Wolfgang

  • Lieber Wolfgang,


    nein - ich denke, ich widerspreche mir nicht.
    Dass es jederzeit auch die Möglichkeit geben sollte, dass man ohne Kurse, die im Namen der DGfM oder von mir aus auch mit Zertifizierung der DGfM abgehalten werden, Prüfungen absolvieren kann, gab es und daran ist m. E. absolut nichts falsch.


    Für falsch halte ich, dass sich die DGfM aus der Verantwortung für eine qualitätsvolle Aus- und Weiterbildung herauszieht.


    Alles was man mit der Weiterbildung zu tun haben will, beschränkt sich wiederum nur auf Kontrolle, so enorm wichtig ist die rechtzeitige Anmeldung. Diese rechtzeitige Anmeldung ist selbst bei Prüfungen, die die geprüften Prüfer abnehmen wollen, enorm wichtig. 4 Wochen vorher! Wahrscheinlich werden die Prüfungsfragen dann mit der Schneckenpost weitergeleitet.


    Kontroll- und Regulierungswahn. Das scheint mir gegenwärtig der Haupttenor des PSV-Wesens der DGfM. Eigentlich wichtige Inhalte scheinen unwichtig. Nimm ein ganz einfaches Beispiel: Da verkündet der komplette Fachausschuss der Öffentlichkeit per Artikel in einer populären Pilzzeitschrift, dass man PSV werden kann wenn man 300 - 500 Pilzarten sicher erkennt.
    In der vom FA erarbeiteten und vom Präsidium verabschiedeten Ordnung ist von "mindestens 200" die Rede.


    Wahrscheinlich wissen nicht mal die FA-Mitglieder, was ein PSV wissen und können muss.


    Sollte man nicht als allererstes ganz klare Rahmenbedingungen schaffen.
    Sollte man nicht dafür sorgen, dass es ein dichtes Netz von Pilzberatern in ganz Deutschland gibt?


    Die DGfM ist per Satzung ein gemeinnütziger und selbstlos tätiger Verein, agiert derzeit im PSV-Wesen aber eher wie eine bürgerfeindliche Kontrollbehörde einer Verwaltung.
    Dazu gehört auch der Umgangston, das hat auch Zuehli oben schon angesprochen.


    Schau mal bitte wie sich die Möglichkeiten der Pilzberatung allein hier auf der web-Seite der DGfM präsentieren (mit Deinem nebenstehenden Bild):


    Schicken Sie keine Fotos!
    Bringen Sie Ihr gesamtes Sammelgut mit!
    Vereinbaren Sie telefonisch einen Termin bei einem Pilzsachverständigen!


    3 fett geschriebene kurze Sätze im Befehlston. Mit einem kurzen erklärenden Satz.
    Habt Ihr Euch mal überlegt, oder mal jemanden gefragt, wie das bei einem Hilfe suchenden "Kunden" ankommt?


    Ich sags Dir, wie im Werbespot: "Ruf mich an!" im Privatsender nach 24 Uhr.


    Das ist der Umgang nach außen!


    Nimm den nach innen:


    "Sollte sich dieses ....nicht freiwillig in der Praxis durchsetzen, sehen wir uns gezwungen ..."


    Das ist ein Satz aus dem Bericht des FA PSV an die Organisatoren und Anbieter von PSV-Weiterbildungen.


    Was der Inhalt des Satzes ist, ist eher unwichtig, allein der Ton macht die Musik.


    Alles was ich aus der Feder der PSV-Verantwortlichen in der ZfM erlese ist auf eine Kurzformel gebracht: "Belästigt mich nicht".
    - Schickt mir keine Einschreiben (die muss ich abholen).
    - Fragt nicht am Telefon nach 4 Wochen wo Eure Unterlagen bleiben
    - Schickt es vollständig!
    - "und, und, und ...." (wörtliches Zitat aus ZfM 83/1:196)



    So lieber Wolfgang, nun frag ich nochmal, ob es da ein Wunder ist, dass
    1. das Prüfersystem durch viel zu wenig Interessenten nicht da ist, wo man es sich hinwünscht und Prüferinteressenten nach Kenntnis des Procederes abgesprungen sind?
    2. nachdem man den Referenten mitteilte, dass man Sie nicht mehr braucht, dann nach dem Rückrudern nur 6 überhaupt noch antworten und keiner mehr will?
    3. Man die regionalen Strukturen und die Landesbeauftragten des PSV-Wesens, die man spätestens 2017 eingeführt haben wollte, bis zum heutigen Tag nicht existieren?


    Nein, es ist logisch.
    Das PSV-Wesen der DGfM wird derzeit systematisch und (nicht mit Vorsatz - den unterstelle ich nicht - aber mit der absoluten Naivität eines typischen Machtgehabes) mit vollem Karacho gegen die Wand gefahren.


    Wenn man ein einheitliches Prüfsystem hat, alle Fragen zentral vorgegeben werden, wieso kann man dann nicht Prüfer berufen, die sich dafür interessieren und die man für geeignet hält. Wieso müsste z. B. Peter Karasch eine Probezeit absolvieren und 3 x von irgendeinem anderen Präsidiumsmitglied bei Prüfungen kontrolliert werden.


    Wieso traut man sich nicht zu, dass man Leute, die man seit Jahren kennt und von deren Eignung man überzeugt ist, ohne Misstrauen in die Prüfung von PSV einbindet.
    Wollt Ihr ernsthaft 3 x nach Kiel oder noch weiter in den Norden fahren, um z. B. Maren Kamke oder Tanja Böhnig oder Vivien Hauser als Beisitzer bei einer mündlichen Prüfung zu beobachten obwohl Ihr vorher sowieso schon die schriftlichen Prüfungsfragen vorgegeben habt?


    Wieso meint Ihr, Ihr müsstet bspw. Harry Andersson auf diese Art kontrollieren wollen?
    Und wieso meint Ihr, Ihr müsstet das bei mir tun (wenn ich denn wollte) und wie passt es dann dazu, dass allein der Gedanke, dass ich dafür nicht tauglich genug wäre, Andreas die Lachtränen in die Augen treibt?


    Beste Grüße - Peter

  • Oder Tanja - sie saß auch oft (mit dir!) bei - warum muss sie das jetzt erneut dreimal, um ihre Qualifikation zu zeigen?

    Hallo Christoph,


    Ich müsste das - denke ich - gar nicht erneut. Generell finde ich den Punkt aber nicht sinnlos. Dadurch dass ich eben zig Prüfungen mit einem erfahrenen Prüfer beigesessen habe, bekomme ich einen Einblick und eine Menge Sicherheit. Ich kann mich in die Prüfung einbringen ohne gleich die ganze Verantwortung selbst tragen zu müssen. Ich denke dass man als Beisitzer sehr viel mitnehmen kann und das durchaus "PSV-Prüfer-Ausbildung" nennen kann.


    VG, Tanja

  • Ich kann hier ja mal klar sagen:


    Ich würde als Prüfer zur Verfügung stehen (und das auch gerne machen), wenn man auf mich zukommen würde. Wenn sich also irgendwo im Norden drei oder mehr Prüflinge fänden, mit denen ich drei Prüfungen innerhalb von zwei Jahren abhalten könnte, dann würde ich das sofort machen.
    Wie viele müssen es denn pro Prüfung sein, damit es sich für die DGfM-Prüfungsprüfer überhaupt lohnt zu kommen??? Reicht einer???? Wenn nicht, was ist, wenn der eine, der 2. oder 3. kurzfristig absagt?


    Mein Problem ist, dass ich mir nicht gerne irgendeinen Termin Ewigkeiten im Voraus aus den Fingern sauge und dann Werbung machen muss, damit irgendjemand kommt. Lieber wäre es mir, wenn ich im Voraus wüsste, wer und wie viele Interesse haben und wenn ich dann gemeinsam mit denen den Termin und eventuelle Vorbereitungstermine ausmachen könnte.
    Da ich akut nichts von Prüfungswilligen weiß (ok, werde demnächst mal im Verein rumfragen), kann ich eben nicht Prüfer werden. Weil die Prüfungswilligen nur die hauptamtlichen Prüfer weit weg sehen und den Weg scheuen, nehmen die vielleicht dann davon Abstand PSV zu werden.


    VG, Tanja

  • Servus beinand,


    mal ganz ehrlich und Hand auf's Herz: wie viele PSV der DGfM erkennen 300-500 Arten sicher? Und wie viele mindestens 200?


    Und wieviele Arten muss man auch aktiv kennen? Erkennen einer Pilzart ist Passivwissen, eine Art aus dem Kopf beschrieben zu können ist Aktivwissen. Wie viele Arten muss ein PSV aus dem Kopf beschreiben können?


    Ich empfinde die in der Prüfungsordnung geschilderten Voraussetzungen als abschreckend. Zumal man ohnehin in keiner Prüfung diese Artenzahl überprüfen kann.


    Das Thema Überregulierung, das Peter anspricht, sehe ich genauso.


    Dass man früher hinsichtlich der Prüfungsordnung im Ausnahmefall auch Ausnahmen gemacht hat, finde ich in Ordnung. Das widerspricht dann aber wortwörtlich der Regelung - und das scheint nicht hinnehmbar zu sein. Schafft man die Ordnung dann ganz ab, ist alles auch in wortwötlicher Sicht o.k. Das Kind und das Bad...


    Thema Fortbildungen:
    Nochmal das Thema ToxInfoTag der TU München - es gab sogar einen Präzedenzfall: Unter dem Präsidium Langer wurde diese Ärztefortbildung in Sachen Pilzvergiftungen (!) als FOortbildung für PSV zugelassen. Einzige eingefortderte Voraussetzung war die Exkursion, die ich dann anbot. Dort hatte ich den Punkt Ökologie und Artenkenntnis abgedeckt. Damals konnte man über sowas wenigstens diskutieren.


    Jetzt geht sowas nicht mehr, da Ausnahmen nicht gemacht werden dürfen. Ein mit Informationen geballter Tag ist kürzer als zwei Tage mit Leerlauf dazwischen. Letzeters wäre aber anerkennbar, da die Zeit eingehalten wurde. Ausnahmen und Vertrauen in die Qualität einer Veranstaltung: Fehlanzeige!


    Als besonderes Schmankerl wurde dann (natürlch anonym) in der Z.Mykol. in der "Glosse" Myzelian über die Veranstalung hergezogen, insbesondere über die dort verkpndeten Forschungsergebnisse. Dass dabei auch noch die Devise "No risk no fun!" in Bezug auf Pilzverzehr ausgerufen wurde und ja nur der Knolli wirklich relevant sei... Naja, ersteres ampfand ch als unverschämt der TU München und derbeteiltigten Mediziner, letzetres als kontraproduktiv, was Vergiftungsprävention angeht. (Und natürlich anonym - siehe auch Facebook-Nebenstrang).


    Zweites Beispiel für Überregulierung:
    Seit vielen Jahren organisiert die BMG eine Bayerische Mykologische Tagung: 5 Tage (!) mit Exkursionen, Fundbesprechungen, Abendvorträgen, Asutausch unter Experten und zwischen Einsteigern und Experten, öffentlicher Pilzberatung und zudem immer eigene Blöcke für die PSV-Fortbildung im Speziellen.
    Was nicht geht: Dass diese Veranstaltung dauerhaft als PSV-Fortbildung anerkannt wird. Es muss inzwischen jedes Mal eigens ein Antrag gestellt werden.
    Dieser wurde beispielsweise einmal nur genehmigt, wenn bei den Abendvorträgen feststeht, wann die Vorträge zu Ende sind. Aussagen, dass sie jeweils zwischen 30 und 45 Minten dauern, reichen nicht. Anfangszeit, Schlusszeit - muss exakt dastehen.
    Abgesehen davon, dass die DGfM keine anderen Fortbldungen in Bayern anbietet, finde ich diese Form der Bürokratie unnötig und demotivierend.
    Wie vielleicht bekannt ist, habe ich einmal den Anmeldezeitraum gerissen. Im Jahr zuvor gab es Probleme, weil ich das Programm eben nicht völlig exakt fertig hatte - dafür habe ich ein halbes Jahr vorher dieses eingereicht. Für mich wäre es eine reine Fomalität.
    Das Jahr drauf kam, als das Programm fertig war, ein weiterer Vortrag dazu. Ich habe gewartet, bis auch der komplett terminiert war und dann die Fortbildung angmeldet. Das war einen Tag zu spät (oder zwei?), also wurde in einem Einzeiler die Fortbildung abgelehnt.


    Auch hier: keine inhaltlichen Gründe, sondern rein formelle Gründe. Mit viel Mühe wurde es dann doch geschafft, dass nachträglich die Veranstaltung anerkant wird. Was da genau ablief, lasse ich mal weg - zumal die Story von der anderen Seite ja gaaanz anders klingt. Ich bin daraufhin dann ausgetreten und habe damit auch meinen "Status" als Referent der DGfM weggeworfen, was mir schwerfiel. In Nachhinein war es wohl richtig, da der Status ja eh einfach so abgeschafft wurde. PSV bin ich daher auch nicht mehr, jedenfalls nicht der DGfM. Ich kann nur hoffen, dass die DGfM Interesse hat, dass auch die nächste BMG-Tagung wieder als Fortbildung anerkannt wird. Es geht da ja primär um die DGfM-PSV, die der BMG ansonsten egal sein könnten (es aber nicht sind). Kurz gesagt: es wäre schön, wenn da erneut eine Möglichkeit bestünde. Man wird sehen...


    Drittes Beispiel:
    Vier Wochen Anmeldefrist für die PSV-Prüfung. Auch hier: warum? Früher war es oft so, dass Anwärter uf den Tutel PSV einen Kurs buchten, besucht haben und während des Kurses festgestellt haben, dass sie mehr wissen, als sie dachten. Man ist ja oft etwas abgeschreckt von Prüfungsordnungen. Die Ausbilder konnten in so einem Fall zur Prüfung animieren. Und jetzt? Geht nicht, weil ist nicht. Im Kurs entscheiden fällt aus. Warum? Weil man nicht prophylaktisch mehrere Prüfungskopien versenden kann und das eventuel Kopierkosten erzeugt?


    Für mich ist da viel Bürokratie der Bürokratie wegen. Ich bin auch für feste Regeln, klar. Aber es sollte dann immer noch Spielraum bleiben, in Ausahmefällen unbürokratisch zu handeln. Jedenfalls ist das mein Ansatz.


    Sollte es aber wirklich so sein, dass die aktuelle PSV-Referentin selber keinen Kurs belegt hatte, obwohl der damals eigentlich noch Voraussetzung zur Prüfung war, ist das irgendwie witzig. Alle sind gleich, nur manche sind gleicher. ;-)


    Liebe Grüße,
    Christoph

  • Man die regionalen Strukturen und die Landesbeauftragten des PSV-Wesens, die man spätestens 2017 eingeführt haben wollte, bis zum heutigen Tag nicht existieren?

    Ein anderes Thema, wobei ich bei dem bisher Gesagten fast vollständig bei Peter bin.


    Solche Regionalstrukturen waren vor etlichen Jahren schon mal im Gespräch - das wurde bei dem ersten PSV-Treffen, das bei Andreas Gminder stattfand (war das 2005?), ausgeheckt - und wurde dann auch einigermaßen halbherzig umgesetzt, in der Weise, dass die damalige PSV-Beauftragte mir mitteilte, dass ich für Hessen und Süd-Niedersachsen Regionalbeauftragter sei. So wurde das dann auch in der ZfM der Mitgliedschaft kommuniziert. Weiteres hat dann eigentlich nicht stattgefunden, d.h. die Sache ist im Sande verlaufen. Theoretisch sollten die Regionalbeauftragten von damals noch im Amt sein, das weiß aber wohl keiner mehr in der DGfM-Führung (?).
    Interessant in diesem Zusammenhang, dass eine Neuauflage dieser Regionalstrukturen jetzt schon seit etlichen Monaten geplant ist, aber man nichts mehr davon gehört hat. Ist da jetzt auch Gras drüber gewachsen? Ich habe zumindest als irgendwannmal Tätiger in dieser Funktion noch nichts gehört, oder gibts mittlerweile einen Regionalbeauftragten für Hessen?


    Beste Grüße
    Harald

  • Hi,


    so viel von meiner Seite dazu.


    1. Ich finde es beleidigend, dass bestimmte frühere Antworten/Artikel von PSV-Bauftragten auf die Arbeitsweise des gesamten FA PSV-Wesen, bzw. auf die Personen des gesamten FA pauschal "übergestülpt" werden. Zumindest Patrick Gasper und ich waren zu dem Zeitpunkt noch nicht aktiv. Dass wir jetzt als Sündenböcke für die damaligen Vorkommnisse hingestellt werden sehe ich nicht ein! Ebenso Wolfgang Friese ist ein lieber Pilzfreund, der mit Um- und Weitsicht sich im FA einbringt; ohne Befehlston nenbei bemerkt. Ich würde mir sehr wünschen, wenn ihr, insbesondere du Peter, das zukünftig berherzigen bei den folgenden Diskussionen berherzigen würdet. So vergrault ihr (von den ganzen bisherigen Vorkommnissen) unvoreingenommene Leute, die sich wirklich sehr stark für das PSV-Wesen der engagieren (wollen). Ich stehe gerne gerade für meine möglichen "Fehler", die ich in der Zeit seitdem ich beim FA mitarbeite gerade; nicht aber für die meiner Vorgänger.


    2. Veronika hat wie ich 2012 die PSV-Prüfung abgelegt (meines Wissens zumindest). Wir beide haben die Prüfung ohne vorherigen Kurs abgelegt und haben unser Wissen im Selbststudium angeeignet. Damals war es meines Wissens keine Pflicht vorher einen Kurs besucht zu haben. Ich habe meine Prüfung bei Kalli abgelegt und seine vorherigen Prüflinge hatten, wenn überhaupt, nur die wenigsten einen Kurs besucht. Kalli bot und bietet keine expliziten Kurse an! Die Aussage alle sind gleich, manche sind gleicher stimmt an dieser Stelle nicht.


    Ich schreibe das bewusst an dieser Stelle, weil die Sachen einfach so nicht stimmen.


    Der Rest des Posts schreibe ich als einfaches Mitglied der DGfM; nicht als Sprecher des FA-PSV-Wesens:


    Ich sehe es so, dass einfach das neue System der Prüfungen und Prüfer einfach noch Zeit braucht. Langsam kommen die ersten Interessenten für Prüfer auf Probe. Ich denke, es werden mittelfristig noch mehr werden.


    Von den PSV-Referenten kenne ich auch einige. Die meisten von denen haben sich inzwischen andere Schwerpunktinteressen gesucht, bzw. besteht ja das erwähnte Altersproblem.


    Eine Einführung einer PSV-Ausbildung mag ein wünschenswertes Idealbild sein, ist aber aus meiner Sicht mit den derzeitigen Mitteln nicht zu stämmen. Der Arbeitsaufwand dafür ist von einem ehrenamtlichen Gremium, das "nebenbei" noch einen Berufe ausübt, bzw. noch weitere Ehrenämter begleitet, unmöglich zu bewältigen.


    Natürlich werden bei dem neuen System auch noch punktuelle Nachbesserungen erfolgen (müssen). Es ist noch nicht perfekt, aber ein wichtiges Ziel wurde zumindest schon damit erreicht, dass die Prüfungen auf ein einheitliches Niveau genormt wurden.


    l.g.
    Stefan

  • Servus Stefan,


    o.k., lassen wir den Punkt Prüfung ohne Kurs vor der Abschaffung der Ausbildungsrichtlinie erstmal außen vor.


    Aber:


    Regionalisierung:
    Es ist in meinen Augen sehr schade, dass sich hier nichts getan hat. Würde es einen PSV-Beauftragten für Bayern geben, der aktiv ist, wäre das ein Ansprechpartner für mögliche Fortbildungen in Bayern - z.B. die BMG-Tagungen.
    Schade finde ich auch, dass vorhandene regionale Strukturen nicht genutzt werden (ich kann da nur von Bayern reden, da ich nunmal hier wohne).


    Bürokratie:
    Warum ist die Form wichtiger als der Inhhalt? Warum muss man sich z.B. vier Wochen vor der Prüfung anmelden und darf nicht mehr während eines Kurses entscheiden? (weitere Beispiele siehe oben - und nicht nur in meinen Postings)


    Umgangsformen:
    Warum kommt keinem auch nur ein einziges nettes Wort über die Lippen, was z.B. freiwilliges Engagement für die PSV-Fortbildungen in Bayern angeht? Warum wird meist in Imperativen kommuniziert? Warum geht die DGfM - egal ob FA, PSV-Beauftragter oder Präsidium - nicht aktiv auf mögliche Fortbilder, Prüfer usw. zu?
    Will man für die DGfM etwas anbieten, kommt man sich m.E. fast schon als Bittsteller vor. Das ist extrem demotivierend.


    Abschreckung:
    300-500 Arten erkennen (ohne Mikroskop) - ich frage nochmal: wie viele geprüfte PSV können das? Oder auch "nur" 200 Arten sicher zu erkennen (ohne Mikroskop). Wieviele PSV schaffen das? Ich kenne einige PSV - denen traue ich Pilzberatung zu, denn es ist egal, ob sie Birkenpilz- und Rotkappenarten kennen, sie erkennen die Gattung / Sektion. Da ist es egal, ob der Rotfußröhrling einer ist - da ist auch die Gattung egal, Rotfuß kann da auch Hortiboletus bubalinus sein, völlig egal (zumal man keine wissenschaftlichen Namen braucht - nur kennst du jemanden, der nur auf deutsch 300-500 Arten kennt?). Es reicht auch, einen Raukopf als solchen zu erkennen, ob es jetzt ein C. rubellus ohne Buckel ist oder sogar ein C. orellanus, ist da egal. Wie viele Arten (ich meine wirklich Arten) kannst du beispielsweise zweifelsfrei rein makroskopisch bestimmen?


    So - und jetzt noch kurz zu der Koppelung von Prüfung und Kurs. Es ist richtig, dass man aus der letzten, gültigen Fassung der Prüfungsordnung vor deren Abschaffung keine Pflicht zum Besuch eines Kurses herauslesen muss. Ich gehe mal weiter zurück - als ich meinen PSV-Schein gemacht habe (Anfangt 90er muss das gewesen sein), bin ich zu Walter Pätzold in die Pilzlehrschau als Teilnehmer eines Kurses gefahren. Im Nachhinein wäre der auch nicht nötig gewesen, die Prüfung hätte ich wohl auch so bestanden (ich war dennoch sehr nervös vorher). Aber der Kurs hatte sich gelohnt - es wurde nochmal alles zusammengefasst und manches, was Stückwerk war, wurde dann doch zu einem Ganzen.
    Walter erklärte mir zudem, dass es sehr praktisch sei, potentielle Pilzberater mal über mehrere Tage im Gelände und im Kurs live erlebt zu haben. Man könne so auch erkennen, wer für die verantwortungsvolle Aufgabe der Pilzberatung einfach nicht geeignet ist. Und auch mir als späterer Ausbilder sind zwar selten, aber manchmal solche Persönlichkeiten untergekommen.
    Damals - so wurde es mir mitgeteilt - sollten Prüfung und Kurs gekoppelt sein. Ich fand auch Walters Begründung sehr einleuchtend. Externe Prüflinge sind da schwieriger zu beurteilen.


    Ich habe nichts gegen Ausnahmen, aber meines Erachtens sollte ein Kurs die Regel sein. Dass Kalli praktisch keine Kurse anbot, sondern nur Prüfungen, war mir so nicht bewusst. Unabhängig davon finde ich das schlicht nicht gut. Aber das ist reine Ansichtssache. Ich persönlich finde die Pflicht, einen abschließenden Kurs zu besuchen, als besser und richtig (nur sollten dann an mehr Orten Kurse angeboten werden). Du musst diese Meinung nicht teilen, kein Problem. Da ich dieses Procedere aber als normal ansah und ich aus dem Raum München niemanden kenne, der die Prüfung gemacht hat ohne einen Kurs zu belegen (vor der Abschaffung), war das für mich noch immer die Regel. Davon ging ich aus.


    Liebe Grüße,
    Christoph

  • Hallo,

    da stimme ich voll und ganz zu, so kommt das auch bei nicht wenigen Mitgliedern an, zumindest wird mir das immer wieder in den Kursen so erzählt. Und ich selbst habe persönlich ebenfalls genau diesen Eindruck.




    Wenn man ein einheitliches Prüfsystem hat, alle Fragen zentral vorgegeben werden, wieso kann man dann nicht Prüfer berufen, die sich dafür interessieren und die man für geeignet hält. Wieso müsste z. B. Peter Karasch eine Probezeit absolvieren und 3 x von irgendeinem anderen Präsidiumsmitglied bei Prüfungen kontrolliert werden.


    Wieso traut man sich nicht zu, dass man Leute, die man seit Jahren kennt und von deren Eignung man überzeugt ist, ohne Misstrauen in die Prüfung von PSV einbindet.
    Wollt Ihr ernsthaft 3 x nach Kiel oder noch weiter in den Norden fahren, um z. B. Maren Kamke oder Tanja Böhnig oder Vivien Hauser als Beisitzer bei einer mündlichen Prüfung zu beobachten obwohl Ihr vorher sowieso schon die schriftlichen Prüfungsfragen vorgegeben habt?


    Wieso meint Ihr, Ihr müsstet bspw. Harry Andersson auf diese Art kontrollieren wollen?
    Und wieso meint Ihr, Ihr müsstet das bei mir tun (wenn ich denn wollte) und wie passt es dann dazu, dass allein der Gedanke, dass ich dafür nicht tauglich genug wäre, Andreas die Lachtränen in die Augen treibt?

    weil es vielleicht bei DIR klar ist und bei bei Maren, Harry, Peter K., Tanja und wem auch immer - aber sicherlich auch Bewerber kommen könnten, bei denen die Meinung über ihre Eignung nicht so einhellig wäre. Und die haben auch ein recht darauf, dass ihnen nicht nur gesagt wird, dass man sie für nicht geeignet hält, sondern dass man ihnen sagt, was ihnen noch fehlt um anerkannt zu werden. Daher gleiches Recht für alle, um nicht in den Grenzbereichen noch angreifbarer zu sein.


    Wie viele Arten (ich meine wirklich Arten) kannst du beispielsweise zweifelsfrei rein makroskopisch bestimmen?

    Christoph, du reitest immer und immer wieder auf dieser Artenzahl rum. Das macht überhaupt keinen Sinn, dir darauf zu antworten, weil unter "kennen", "zweifelsfrei bestimmen" jeder was anderes versteht. Du müsstest erst mal definieren, was für dich "eine Art kennen" bedeutet. Wann ist denn für Dich eine Bestimmung zweifelsfrei? Wenn WER nicht dran zweifelt? Wenn man sie nach dem Buch xy nicht anders bestimmen kann? Wenn die Spezialistengruppe an der Universität von Shanghai, die die Gruppe gerade bearbeitet, keine Einwände hat? Kannst Du beispielsweise Tricholoma argyraceum und scalpturatum zweifelsfrei auseinanderhalten makroskopisch? Sicherlich nicht, aber warum auch (als PSV)? Darf ich mir die denn "den Gilbenden Erd-Ritterling" als eine Art die ich kenne anrechnen lassen? Oder nicht, oder als zwei? Wieviele Arten die wirklich zweifelsfrei sind bleiben denn da übrig? Und wieviele von denen sind es übermorgen immer noch zweifelsfrei?


    Das macht meiner Meinung nach keinen Sinn, über Artenzahlen zu diskutieren, wenn noch nicht mal klar ist, wie tief denn das Kennen überhaupt gehen soll.


    LG, Andreas

  • Hallo ihr lieben,


    noch was kurz zu Kalli. Seine Prüflinge waren im Regelfall schon bei ihm vorher zu mehreren Lausitztagungen, so dass er sie zum Zeitpunkt der Prüfung sehr gut kannte. Das ist wirklich ein entscheidender Punkt, den ich auch unbedingt mittrage, dass die soziale Kompetenz eines PSV spätestens während der praktischen Prüfung eingeschätzt werden muss; bzw. auch schon zu einem Kurs vor der Prüfung. Diese "Persönlichkeiten", die du erwähnst Christoph, vor denen habe ich auch Sorge, dass diese wirklich für die PSV-Tätigkeit geeignet sind. Wir sind da wirklich Meinungskonform. ;)


    Nun zur Regionalisierung: Ja wir suchen dringend Leute, die sich in den entsprechenden Bundesländern engagieren.


    Harald, wenn du magst, dann melde dich einfach. Wir würden uns sehr freuen, wenn du dich bereit erklärst. Für Hessen haben wir bisher keinen Kandidaten/Kandidatin meines Wissens. :)


    Für Bayern leider auch nicht lieber Christoph. Wenn du jemanden kennst, der das machen will; wir sind immer für Vorschläge offen. Leider haben sich bisher nur wenig Interessenten gemeldet, so dass wir erstmal noch etwas warten wollten, bis wir einige Interessenten zusammen haben. Diese wollten wir dann zu einem gemeinsamen Treffen einladen. Ob dieses Jahr noch solch ein Treffen stattfinden wird, ist wirklich fraglich, denn durch diverse Umstände mussten wir unsere Zeit- und Ressourcenplanung ändern.


    Was wir aber wirklich nochmal machen sollten, wäre die Sache nochmals in einem Rundbrief, bzw. in der ZMykol ansprechen und für Interessenten werben. :)


    Thema Bürokratie: Ich kann mir gut vorstellen, dass Veronika es zu viel wird, wenn gefühlt 30 Anfragen/Anträge auf Weiterbildungen gleichzeitig eingehen. Es braucht schon eine gewisse Zeit, zu Prüfen, ob die Zeitvorgaben für die einzelnen Themen nun eingehalten sind oder nicht. Ich persönlich sehe das bei der BMG-Tagung unkritisch, sofern die Teilnehmer wirklich 3-4 Tage dort waren. Im Falle aber von nur 2 Tagen Anwesenheit, bzw. bei Wochenendkursen kann die Sache dann schon wieder eng werden. Das ist auch eine wichtige Sache der Qualitätssicherung im PSV-Wesen, ob die Weiterbildung auch bestimmten Ansprüchen genügt.
    Ich bin auch kein Freund davon von bedingungslosem Pochen auf Fristen. Dennoch sollte der/die ehrenamtlich tätige PSV-Beauftragte eine gewisse Bearbeitungszeit zugebilligt werden. Trotzdem kann man solche Sachen auch vorher offen kommunizieren. In dem Falle bleibe ich bei deinen Beispielen Christoph; der Einfachheit halber. Du hättest z.B. der/dem PSV-Beaufragten schon mal vorab die nötigen Unterlagen schicken können, verbunden mit dem Hinweis, dass Antworten für bestimmte Vorträge noch ausstehen und nachfragen ob es ok ist, wenn du diese ggf. nicht fristgerecht nachreichst. Ich denke dass dies eine gute Lösung für beide Seiten ist. Dass ihr die Kommunikation seitens der DGfM-Verantwortlichen als befehlend usw. auffasst, tut mir sehr leid und leider weiß ich auch nicht, wie das zu ändern sein kann. Ich für meinen Teil versuche mich seit einigen Jahren mehr oder minder erfolgreich in der Methode der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg, sowie in den Foren, als auch im Privatleben. Das ist das einzige, was ich persönlich an der Stelle tun kann.


    l.g.
    Stefan


    P.S. Du hast Recht Christoph mit den 200 Arten; ich hab gerade mal so überschlagen. Das kommt gut hin, wenn ich die rein makroskopischen Betimmung heranziehe; ok mit den Phytos werdens vielleicht 300, aber das zählt ja nicht. ;)

  • Lieber Stefan,


    ich wollte und will niemanden beleidigen - wie kommst du drauf?


    Wenn ich aus dem Bericht des FA zitiere und Du Dich schon beleidigt fühlst, weil nicht explizit gesagt wird, dass Du da noch nicht dabei warst und Du keinesfalls mit solchen Äußerungen in Verbindung gebracht werden willst, dann beweist das doch auf sehr eindringliche Weise was ich sagte und wie untragbar diese Äußerungen sind, wenn Du es als beleidigend ansiehst, sie Dir zuzuschreiben.


    Warum sprichst Du von Vergangenem. Ich zitierte aus dem von Dir selbst eingestellten Artikel im Tintling. Ich zitierte aus der ZfM von März 2017. Und ich zitierte von der aktuellen Web-Seite der DGfM.
    Nichts davon ist älter als ein Jahr. Und manchmal ist man eben auch für etwas verantwortlich wenn man selbst nichts zur Änderung getan hat.


    Ich will aber auch andere des FA nicht beleidigen, ich will auch die PSV-Verantwortliche nicht beleidigen. Ich will Euch einen Spiegel vorhalten, wie das, was Ihr da äußert, schreibt, vorlebt und produziert, bei anderen ankommt.


    Wenn alles gut ist dann bedarf es wirklich keiner Diskussion - aber es scheint eben nicht alles gut zu sein.


    Ich zitiere mal nur 2 Sätze und kommentiere diese Sätze oder Satzgruppen kurz. Ich weiß jetzt nicht, wer genau von Euch die Sätze jeweils geschrieben hat, aber Ihr alle aus dem FA habt sie ja mindestens als "druckreif" abgesegnet (Tintling):


    "Gut vorbereitet ist jeder der 300-500 Pilzarten sicher (er)kennt"


    Erkennst Du sicher 500 Pilzarten? - Ich ohne Mikroskop und Literatur auf keinen Fall! Und ganz sicher auch nicht die größere Zahl der derzeitigen PSV.
    Warum nennt Ihre diese - wahrscheinlich aus der hohlen Hand herbeigezauberte - Zahl?


    "Wer die Inhalte von Rita Lüders (ich schreib´s mal anders als im Original ohne Deppenapostroph) "Grundkurs Pilzbestimmung", Ewald Gerhards "Der Große BLV-Pilzführer" und Rene Flammers "Giftpilze" sein geistiges Eigen nennt, dürfte in der Theorie schon mal keine Probleme haben".


    Da habe ich dann erhebliche Probleme, denn die Dinger stehen bei mir im Schrank, damit ich nachschauen kann, wenn ich was wissen will. Ich habe sie da nicht zu stehen, weil ich sie mir zuvor geistig angeeignet hätte. Und vieles was drin steht ist bis heute nicht mein geistiges Eigentum.


    Nach diesem Artikel kann ich nur feststellen, dass ich nicht zum Prüfer tauge und auch die Kriterien des mysteriösen Wesens "PSV der DGfM" keinesfalls erfülle.


    Dieser Artikel ist eine einmal mehr vertane Chance für die DGfM und für die PSV.


    Die anderen Punkte aus Deinem post lasse ich jetzt einfach mal weg bzw. widme Ihnen nur wenige Sätze bzw. Fragen:


    Ist es dem Anliegen der DGfM dienlich, wenn sich die meisten ehemaligen Referenten jetzt anderen Interessen zuwenden? Ich weiß, dass Du mit der Vergrätzung selbiger nix zu tun hast.


    Eine Einführung der PSV-Ausbildung heißt doch nicht ehrenamtlich als FA- Mitglied selbst Ausbildungen anbieten zu müssen.


    Ein Qulitätssiegel "DGfM-geprüfte Ausbildung" und vertragliche Vereinbarung von Mindestinhalten mit ausbildungswilligen Freiberuflern und anderen Ausbildungsstätten sowie von der DGfM zusätzlich gestellte Lehrhilfen, die man erarbeiten lassen könnte und die nach und nach die Gestalt eines DGfM-Lehrbuches "Der Pilzsachverständige" annehmen würden, wäre der einfachste Weg. Der Aufwand für den FA wäre gering.
    Aber alle hätten einen Nutzen.
    Noch eine vernünftige Definition über das Wissen eines PSV und man hätte auf einfachste Art und Weise auch die nach Satzung geltenden Aufgaben abgehakt.


    Jetzt komme man nicht mit den nicht vorhandenen Geldern um Honorare dafür zu zahlen. Das erarbeitet Material wäre nachhaltig nutzbar und dauerhaft einsetzbar. Wenn Dienstreisegelder eingesetzt werden um als FA oder Präsidium zu einer Prüfung zu fahren und dem Prüfer auf Probe zuzuschauen, dann setzt man dabei im Laufe der Zeit mehr Geld in den Sand und hat schon wenn der Prüfer dann keine weiteren Prüfung mehr anbietet, absolut nichts davon.


    Ist dieser scheinbare Zwang nach einer einheitlichen Prüfung eigentlich noch eine Nachwehe der Causa "Keth-Ebert", oder was steckt dahinter?
    Die Prüfung wird nie einheitlich sein. Jeder wird andere Fragen bekommen und jeder wird in der mdl. Prüfung andere Pilze vorgelegt bekommen.


    Formuliert eine Mindestanforderung und sorgt für beständige Weiterbildung.
    Ich kann Euch in Euerm derzeitigem Denken und Tun leider nicht folgen.



    Beste Grüße - Peter

  • Christoph, du reitest immer und immer wieder auf dieser Artenzahl rum. Das macht überhaupt keinen Sinn, dir darauf zu antworten, weil unter "kennen", "zweifelsfrei bestimmen" jeder was anderes versteht. Du müsstest erst mal definieren, was für dich "eine Art kennen" bedeutet. Wann ist denn für Dich eine Bestimmung zweifelsfrei?


    [...]
    Das macht meiner Meinung nach keinen Sinn, über Artenzahlen zu diskutieren, wenn noch nicht mal klar ist, wie tief denn das Kennen überhaupt gehen soll.

    Servus Andreas,


    deinen letzten Satz unterstreiche ich. Die Sache mit den Artenzahlen kommt aber nicht von mir. Ich versuche nur nachzuvollziehen, was die DGfM mit der Mindestanforderung, 200 Arten erkennen zu können, denn bitte meint. Dass du mir dann entgegenhätlst, dass man sowas keinen Sinn macht, finde ich zwar inhaltlich richtig, aber den Vorwurf kannst du ja wohl kaum mir machen. In dem Artikel im Tintling ist dann sogar von 300-500 Arten die Rede, die man als PSV kenne solle.
    Was also soll denn bitte ein PSV-Anwärter mit dieser Angabe anfangen? Oder anders gefragt: was bringt es, so eine Artenzahl zu postulieren, wenn man neue Pilzberater rekrutieren will? Ich behaupte einfach mal, dass rein makroskopisch von einer Personengruppe, die nicht einmal wissenschaftliche Namen beherrschen muss, es völlig unsinnig ist, von so einer Artenkenntnis auszugehen. (Du kannst mich da gerne eines besseren belehren.)


    Also frage ich mich, warum das so dezidiert eingefordert wird. Du kannst es mir offenbar auch nicht erklären. Dafür wirfst du mir lieber vor, dass ich auf Artenzahlen und dem Artbegriff herumreite.


    Gut, dass wir darüber geredet haben und danke für diese informative und gehaltvolle Antwort. ;-)


    Liebe Grüße,
    Christoph

  • Hallo ihr lieben,


    noch was kurz zu Kalli. Seine Prüflinge waren im Regelfall schon bei ihm vorher zu mehreren Lausitztagungen, so dass er sie zum Zeitpunkt der Prüfung sehr gut kannte. Das ist wirklich ein entscheidender Punkt, den ich auch unbedingt mittrage, dass die soziale Kompetenz eines PSV spätestens während der praktischen Prüfung eingeschätzt werden muss; bzw. auch schon zu einem Kurs vor der Prüfung. Diese "Persönlichkeiten", die du erwähnst Christoph, vor denen habe ich auch Sorge, dass diese wirklich für die PSV-Tätigkeit geeignet sind. Wir sind da wirklich Meinungskonform. ;)

    Servus Stefan,


    dass Kalli die Prüflinge schon kannte, beruhigt mich da doch deutlich. Diese "Persönlichkeiten" etwas rauszufiltern oder auf sie wirklich einzuwirken, finde ich nicht unwichtig. Zum Glück hatte ich solche Fälle selbst nur selten, was bei einem Kurs pro Jahr aber klar ist. Walter hatte da mehr Erfahrung gesammelt.


    Zitat


    Thema Bürokratie: Ich kann mir gut vorstellen, dass Veronika es zu viel
    wird, wenn gefühlt 30 Anfragen/Anträge auf Weiterbildungen gleichzeitig
    eingehen. Es braucht schon eine gewisse Zeit, zu Prüfen, ob die
    Zeitvorgaben für die einzelnen Themen nun eingehalten sind oder nicht.


    Das kann ich schon nachvollziehen, klar, aber kaum bei einer 5-tägigen Veranstaltung, die seit Jahren immer gleich abläuft. Zumal früher die Genehmigung eine reine Formsache war. So kommt es einem schon als Misstrauen vor - 5 Tage, Exkursionen, täglich Vorträge, öffentliche Pilzausstellung, Erfahrungdaustausch unter Pilzsachverständigen, Toxikologie-Fortbildung usw. - das ist eine Tagung inkl. PSV-Treffen, jedes Jahr immer mit gleichem Ablauf. Das dann "nachrechnen zu wollen", ob die Mindestzahl an Stunden eingehalten wird, kommt mir halt schräg vor. Und das macht unnlötig Arbeit.


    Zitat

    Im Falle aber von nur 2 Tagen Anwesenheit, bzw. bei Wochenendkursen kann die Sache dann schon wiederng werden. Das ist auch eine wichtige Sache der Qualitätssicherung imSV-Wesen, ob die Weiterbildung auch bestimmten Ansprüchen genügt.


    Dem könnte ich durchaus folgen - nur warum hier plörtlich Qualitätssicherung und bei den Kursen nicht? Kann man sich nicht auch selbständig fortbilden und im Nachhinein auflisten, wo man überall teilgenommen hat? Warum die Genehmigungssache? Kann nur ein PSV der DGfM einem PSV der DGfM etwas beibrngen?
    Das aber führt vom Thema weg - bei Zweitagesveranstaltungen verstehe ich, dass nachgezählt werden muss.
    Bei Fünftagesveranstaltungen halte ich es für Schikane und Misstrauen.



    Da bin ich ganu bei dir. Das kuriose war ja, dass ich das im Jahr zuvor getan hatte - davon ausgehend, dass - wie in den Vorjahren - die Genehmigung eine rein Formsache sei. Da kam dann die Rückmeldung, dass ich das zukünftig lassen solle und erst mit dem komplett fertigen Programm mich melden solle. Die Genehmigung wurde auf Vorbehalt erteilt.
    Im nächsten Jahr habe ich dann eben genau das getan - erst als alles Stand, habe ich das Programm zugeschickt. Und da passierte eben der "Fauxpas", dass diese etwas zu spät ankamen. Trotzdem war / ist es eine jährlich stattfindende 5-Tages-Tagung (siehe oben). Dann nur lapidar in einem Einzeiler lesen zu dürfen, dass die Genehmigung natürlich nicht erteilt werden könne und man sich nöchstes Jahr früher zu melden hätte, fand ich da allein von der Form her eben unpassend.


    Natürlich hätte das formelle Recht bestanden, die Fortbildung nicht anzuerkennen - es fällt einem aber auch kein Zacken aus der Krone, hier ein Auge zuzudrücken. Und letzteres geht offenbar nicht - dafür ist der Formalismus wohl zu wichtig.


    Jetzt haben wir das formelle Problem, dass ich natürlich keine Fortbildung mehr veranstalten darf, da ich dem Verein nicht mehr angehöre. Auch hier: rein formelle Gründe - ich glaube nicht, dass ich deshalb schlechter fortbilde als sonst. Es geht ums Formale. Und das sind Sachen, die ich unlogisch finde. Fortbildungen sollten durch den Inhalt definiert werden und nicht durch die Mitgliedschaft dessen, der fortbildet.


    Ich verstehe aber sehr vieles nicht (mehr) in der DGfM. Das gehört eben dazu.


    Liebe Grüße,
    Christoph

  • Harald, wenn du magst, dann melde dich einfach. Wir würden uns sehr freuen, wenn du dich bereit erklärst. Für Hessen haben wir bisher keinen Kandidaten/Kandidatin meines Wissens.

    Wie schon oben erklärt, sollte ich de facto noch Regionalbeauftragter für Hessen sein. Zumindest hat mir noch nie jemand gesagt, dass ich das nicht mehr sein soll.
    Ich suche - wenn ich heute Abend Zeit finde, mal den entsprechenden Artikel aus der ZfM raus.
    Weiteres Vorgehen überlasse ich den PSV-Verantwortlichen, wobei der Zeitpunkt für ein Gespräch vielleicht nach den Vostandswahlen zu setzen wäre - Du verstehst... ;)


    Grüße
    Harald

  • Jetzt haben wir das formelle Problem, dass ich natürlich keine Fortbildung mehr veranstalten darf, da ich dem Verein nicht mehr angehöre.

    Hallo Christoph,


    für die Weiterbildungsveranstaltung muss ein PSV der DGfM zeichnen. Du wirst doch sicher einen in der BMG haben, der das zeichnen kann und die Bestätigung über die Teilnahme an der Weiterbildung abzeichnet. Wörtlich kannst Du nach der Richtlinie also einen Teilnehmer an der Weiterbildung, der den Kurs selbst besucht eine Unterschrift unter die Anmeldung setzen lassen und dann auch die Bestätigung der Teilnahme für alle andern teilnehmenden PSV unterzeichnen lassen - das entspricht komplett dem Wortlaut der Ordnung. Es ist nicht vorgeschrieben, dass der die Vorträge auf der Fortbildungsveranstaltung Haltende PSV der DGfM sein müsste oder Mitglied der DGfM sein muss. Nur die Unterschriften auf der Anmeldung und die Bestätigungsunterschriften für die Teilnahme müssen vom PSV der DGfM sein.



    Beste Grüße - Peter

  • Hallo Christoph,

    eigentlich hatte ich schon gar keine Lust mehr, auf diesen Ton zu antworten. Trotzdem: Was ich sagen wollte ist, dass die genannte Anzahl der Arten die zu kennen sind eigentlich meiner Meinung nach nicht das ist, über das man so heiß diskutieren sollte, sondern WENN man unbedingt über Artenzahlen diskutieren möchte, DANN aber vorher definieren muss was du unter "genau kennen" verstehst.
    Eine angegebene Artenzahl soll nach meiner Auffassung eine UNGEFÄHRE Richtschnur sein, mit der sich der angehende PSV in etwa vorstellen kann, was von ihm erwartet wird. Und in der Praxis kann er das ganz gut einschätzen, wenn ich ihm sage, na so 200-300 Arten sollte man schon kennen. Nur darum geht's bei der Artenzahl nach meiner Ansicht - und das hat bisher in meiner Praxis ganz gut funktioniert.


    Du hast aber auf die Frage "wie definierst Du "gut kennen"" nicht geantwortet ...


    beste Grüße,
    Andreas