Fragen der schriftlichen PSV-Prüfung online

Es gibt 141 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Andreas.

  • Fragen der schriftlichen PSV-Prüfung online

    DGfM - Aktuelles schrieb:

    Ab sofort können auf der DGfM-Website sämtliche Prüfungsfragen* der schriftlichen Prüfung zur/zum Pilzsachverständigen als PDF-Datei heruntergeladen und eingesehen werden.

    Quelle: dgfm-ev.de/news/fragen-der-schriftlichen-psv-pruefung-online
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  • Servus Matthias,

    wenn es wirklich viele Fragen sind, ist die Idee, den Katalog zu veröffentlichen, gar nicht so schlecht, finde ich. Beim Führerschein ist es ja ähnlich - und trotzdem muss man einen Kurs belegen (gut, das fällt bei der DGfM ja weg...).

    Zusammen mit dem Besuch eines Kurses finde ich das so ehrlich gesagt gar nicht verkehrt. Und es löst das Problem, dass ja auch die Prüfungsordung quasi fast abgeschafft wurde - also die relevanten Inhalte wegfallen und nur noch Überschriften vorhanden sind, die dem Pilzberater in spe keine Infos über die Tiefe des nötigen Wissens geben (wurde ja diskutiert). Insofern kann man so zumindest erkennen, was man sich aneignen muss, um zu bestehen.

    Und da man ja den Schein ohne Kurs bestehen soll (sonst wäre das Abschaffen der Kurspflicht ja unsinnig), muss man schon konkret werden. Oft ist aber die Frage, was denn die Antwort ist, da die Fragen oft sehr unpräszise sind bzw. nicht klar formuliert.

    Beispiele (die Kritik ist konstruktiv gemeint, aber wer das negativ auffasst, muss sich mit der Kritik weder befassen noch darauf reagieren - und ich habe nicht alle Fragen angesehen, sondern grob durchgescrollt):

    die ganzen "Nennen sie fünf Merkmale des..."-Fragen. Ich nehme mal den Grünen Knolli...

    da müsste ja rein rechtlich reichen:

    1.) Hut
    2.) Stiel
    3.) Lamellen
    4.) Standort: Wald
    5.) Fruchtkörper fleischig

    das betrifft sehr viele Fragen

    Es fehlt bei dem ganzen Fragenkomplex die Einschränkung - z.B. fünf Merkmale, anhand derer man in der Kombination die Art von anderen Arten im Gelände unterscheiden kann. Mit welchem Argument kann man hier Null Punkte geben? Damit, dass ja klar sein müsste, was gemeint ist? Nein, denn bei anderen Fragen wird die Antwortmöglichkeit eingeschränkt - warum dann hier nicht. Wer diese Fragen bekommt, hat eine einfache Prüfung. Mir würden schwer fünf Merkmale der Warzigen Hirschtrüffel einfallen, wenn ich bei der Makroskopie bleibe, wenn es Differentialmerkmale zu anderen Hirschtrüffeln sein sollen. So ist es aber einfach... man darf jetzt nur nicht Hut, Stiel usw. schreiben ;)

    Manche Fragen sind ungenau formuliert - Beispiel:
    "Welche Ernährungsweise haben Röhrlinge?"

    Man könnte antworten "heterotroph" (das sind alle Pilze) und hätte recht - der Punkt müsste gegeben werden.
    Als Antwort erwartet wird vermutlich "ektotroph" oder "Ektomykorrhiza bildend"? Oder nur "symbiontisch"?
    Nebenbei: nicht alle Röhrlinge bilden eine Ektomykorrhiza aus. Bei uns ist die Gattung Buchwaldoboletus ein Beispiel für saprobe Röhrlinge (oder doch an Phaeolus parasitierend?). Der Schmarotzerröhrling macht zumindest beides - EM und Parasitismus. Phlebopus ist eine nicht mykorrhizabildende Röhrlingsgattung (gibt es bei uns nicht, aber wie ist die Frage gemeint? Allein das Wort "heimisch" würde so vieles klarstellen).

    Die Fragen zum Thema Mykorrhiza - es gibt ja einige - meinen vermutlich Ektomykorrhiza?! Eigentlich müsste sonst auch "Marasmius" richtig sein (Orchideen können alles mögliche in ihre Wurzeln locken).

    oder Frage 307 - gibt es tödlich giftige Röhrlinge? Ja - es gibt z.B. einen Todesfall in Australien - gegessen wurde ein Rubinoboletus: mja.com.au/journal/2005/182/6/…ter-eating-wild-mushrooms

    Hier müsste man auf Europa oder Deutschland einschränken



    Fragen 313 / 314: "Was erzählen sie ihm?" - wie soll man so offene Fragen beantworten? Die Täublingsfrage geht eh nicht - welche Täublinge? Kennt der Sammler sie und will nur Bestätigung? Soll er keine Pilze im Korb sammeln? Bei den Stockschwammerln ist es klarer - aber was ich ihm erzähle, hängt sehr von dessen Wissensstand ab.

    Frage 317: Hm, Sarcodon versipelle fällt auch darunter - ist der essbar?

    Frage 323: Die Antwort wäre: kommt drauf an. Es gibt Naturschutzgebiete, in denen man das darf.

    Frage 328: Welche Art? Keine Ahnung - es gibt in der Sektion mehrere Arten, die groß werden.

    Frage 332: drei Hauptbestandteile eines Fruchtkörpers? Um welchen Fruchtkörpertyp handelt es sich? Oder geht alles, was zu einem Fruchtkörper zuzuordnen ist (wie Peridie, Gleba usw.)?

    Frage 338 ist interessant. Kann das ein Nichtjurist beantworten?

    Frage 346 ist schräg - wer entscheidet, welches Buch empfehlenswert ist? Muss man den exakten Titel kennen? Oder muss man den Autor kennen?

    Frage 356: subforma?

    Frage 346: alle gitfigen Porlinge - kann niemand nennen, denke ich. Weltweit betrachtet? Oder nur alle Porlinge, von denen man weiß, dass sie giftig sind? Die Frage impliziert bereits einen gefährlichen Umkehrschluss - es seien alle Porlinge ungiftig, die nicht ... sind (ich gehe davon aus, dass die Antworten nicht genannt werden sollen).

    Die Fragen nach den Pflanzen wurden ja bereits diskutiert (ab 408) - der publizierte Fragenkatalog ersetzt hier zumindest die Prüfungsordnung, da dort ja völlig unklar ist, was man wissen muss.

    Fragen 438 / 439 - das müsste fairerweise in einem Kurs erläutert werden. Denn rein rechtlich kann man wenig tun. Und wie man sich verhält - das wäre wieder ein möglicher Aufsatz...

    Wie sich die Fragen nach DGfM-Inhalten (wie kann man sich einbringen... wo findet man welches Formular... wie oft muss man sich fortbilden) mit der Prüfungsordnung decken, weiß ich nicht.

    Frage 511: da würde mich sie Antowrt interessieren - was ist eigentlich freie Landschaft?

    544-551: Merkmale erläutern: ist das nicht etwas zu viel verlangt - Merkmale nennen, ja, aber wie genau ist die Tiefe der Erläuterung gemeint? Muss man Blattform erläutern? Oder geht es darum, wie es zur Blattform kommt, wie sich Blätter bilden, um biologisches Hintergrundwissen? Ich glaube nicht...

    Wie auch immer, die Veröffentlichung finde ich persönlich sogar notwendig (bei der Prüfungspordnung). Nur würde ich dringend empfehlen, die Fragen zu überarbeiten.

    Liebe Grüße,
    Christoph
  • Hallo, die Veröffentlichung des Fragenkatalogs ersetzt m. E. nicht eine ausführliche und hinreichende Definition über den Wissensumfang eines PSV. Wo muss er definitiv und mit welcher Wissenstiefe über was Bescheid wissen. Was muss er ggf. handwerklich können.
    Nach der Veröffentlichung der Fragen halte ich es umso mehr für notwendig, dass man den Mindestwissensumfang eines PSV definiert.

    Larifari-Fragen, wie "nenne zwei Merkmale von" irgendwelchen Bäumen, haben m. E. in solchen Prüfungen ebenso wenig etwas zu suchen wie die Frage was heißt "DGfM" und worum handelt es sich dabei?

    Ich würde bei allen Fragen zu den Bäumen jeweils hinschreiben: 1. hat eine Wurzel und 2. hat Blätter und ausführlich würde ich erläutern dass die DGfM die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau ist, wenn ich einen Zusatzpunkt brauche, kann ich auch noch die Deutsche Gesellschaft für Medizincontrolling (DGfM) erläutern und wenn ich einen guten Tag habe, dann schreibe ich hin, dass die DGfM de Deutsche Gesellschaft für Mauersegler mit Sitz in Frankfurt ist.
    Da meine Antworten nicht als falsch zu bewerten wären, frage ich ernsthaft, wer denkt sich solche Fragen aus?

    Einige der Fragen erschließen sich mir nicht im Geringsten und ich kann nicht mal ahnen, auf was man hier hinaus will.

    In den Gesetzeswerken des Bundes und der Länder findet man übrigens gleich ein Dutzend Definitionen der "freien Landschaft". Für jeden Bereich natürlich eine andere Definition. Ich habe keine Ahnung was hier bei Frage 511 gemeint sein könnte.
  • Hallo liebe Freunde,

    bei den Fragen 502-509 weiß ich nicht worauf es hinausläuft. Bezieht sich das auf die genannten Pilze oder deren nächste Verwandte? Muß ich als PSV die Verwandtschaft der kugeligen Kohlenbeere kennen?

    Bei diesem Fragenkatalog stelle ich mir schon die Frage, bin ich für eine Prüfung schon geeignet oder sollte ich noch einige Jahre lernen?

    Beste Grüße
    Stefan F.
  • Hallo Stefan F.,
    ich verstehe die Fragen so, dass man aus den genannten die am nächsten verwandten Arten nennen soll. Ansonsten müssen die Fragesteller zeigen, dass Antworten zu solchen Fragen ohne absolut aktuelle Literatur überhaupt beantwortbar sind. Und wer kennt da schon alles.
    Aber mein Highlight ist Frage 330: Welcher Warengruppe sind Pilze im Groß- und Einzelhandel zugeordnet?
    Bin isch Aldi oder watt? WC 27? Klo passt irgendwie für die Frage...

    @PSV Ausschuss
    Jetzt kommt noch ein wenig konstruktive Kritik. Ich würde vorschlagen, die Fragen auch den Hauptthemengebieten zuzuordnen. Also z.B. Taxonomie, Giftpilze, Beratung usw. Das macht es übersichtlicher und es müssen ja für die Prüfung auch aus den verschiedenen Themen Fragen geprüft werden. Für mich sieht der Fragenkatalog in dieser Form nach einem langen Brainstormabend aus. Zudem braucht es aus meiner Sicht verschiedene Fragestellungen zu den elementaren Giftpilzen, damit die in jedem Fall abgefragt werden können, ohne dass in jeder Prüfung die gleiche Frage dran kommt.

    LG, Jens
  • Danke Jens,

    ja so interpretiert erschließt sich mir die Fragestellung.

    So weit ich informiert bin, wird aus diesen Fragen per Software der jeweilige Prüfungskomplex generiert. Es muß also auch eine thematische, gewichtete Ordnung bestehen, da sonst keine umfassende Prüfung möglich wäre.

    Für mich persönlich ist der Fragenkatalog als Lernanregung sehr nützlich.

    Beste Grüße
    Stefan F.
  • Hallo,

    die Veröffentlichung des gesamten Katalogs der Prüfungsfragen ist etwas, was ich prinzipiell befürworte.

    Dass dieser Katalog jedoch ohne jegliche Überarbeitung online gestellt wird, obwohl bei einer DGfM-Sitzung mit FA, Prüfern und Präsidium ausgemacht wurde, das die Fragen von den Prüfern kommentiert werden, und dies auch von zwei Prüfern unter nicht unerheblichem zeitlichem Aufwand getan wurde, dass ist dann doch ein Schlag ins Gesicht.


    Ergo hätten sowohl Lothar als auch ich uns die Zeit sparen können, die wir uns mit den Fragen auseinandergesetzt hatten, und ganz offensichtlich ist dem FA PSV-Wesen in seiner derzeitigen Zusammensetzung in keinster Weise daran gelegen, mit Prüfern und Ausbildern zusammenzuarbeiten. Das ist schade und muss dringendst und grundlegend geändert werden!
    Offenkundig ist der jetzige FA PSV nicht in der Lage, ein funktionierendes System aufrecht zu erhalten und ich kann nur empfehlen, einen klaren Schnitt zu machen und zu bewährten Strukturen zurückzukehren - die durchaus reformiert gehören, ohne Zweifel. Aber nicht ersatzlos abgeschafft!

    Im Übrigen decken sich die Kommentare von Christoph und Peter in weiten Teilen mit den Anmerkungen der Prüfer zum Fragenkatalog.
    Es macht erst mal keinen Sinn über jede einzelne Frage zu feilschen. Zuerst müssen mal die Rahmenbedingungen definiert werden: Welche Arten/Artengruppen muss der PSV kennen und was versteht man unter dem Begriff "kennen" bzgl. der Prüfung. Was ist mit "Merkmale" bzgl. der Prüfung gemeint? Solche grundlegenden Dinge, die Ausbilder wie Prüfer im luftleeren Raum schwimmen lassen, werden seit Jahren von seitens des FA ignoriert und nicht beantwortet.

    Schade dass eine eigentlich gute Idee derart in den Boden gestampft wurde. Ich hoffe das gesamte DGfM-Präsidium setzt sich zukünftig intensiver mit dem Thema PSV-Wesen auseinander. Es ist gut und wichtig, dass es zu dem Thema einen FA gibt, der unabhängig vom Präsidium eigene Ideen entwickeln soll - das Präsidium ist dennoch gefordert, die Arbeit der FA zu prüfen und gegebenenfalls zu hinterfragen. Es ist auch gefordert, die Zusammensetzung eines FA auf Sinnhaftigkeit zu überprüfen, ob damit ein sinnvolles Arbeiten möglich ist und das gesamte Spektrum an Fragestellungen im Aufgabenbereich des FA bearbeitet werden kann. Das gilt natürlich für alle FAs, aber ganz besonders für den FA PSV-Wesen.

    So geht es jedenfalls nicht, und da nun auch diese unsäglichen, nicht klar zu beantwortenden Fragen online sind und ich darauf in meinen Kursen mit einer extremen Ausweitung der Kursinhalte reagieren müsste (z. B. muss ich Baumkunde neu mit aufnehmen, muss Porlinge intensiv mitbehandeln "Merkmale der Gattung Phellinus" etc. etc.). Ob ich das wirklich will werde ich mir in den nächsten Tagen überlegen.

    Eventuell werde ich alle Prüfungen dieses Jahr absagen und auf die derzeitige Nichtdurchführbarkeit aufgrund mangelnder Klarheit bei der Beantwortung und fehlender Diskussionsbereitschaft der DGfM verweisen.

    beste Grüße,
    Andreas
  • Hallo Jens,

    die Fragen sind in Themengruppen eingeteilt, aus denen der Computer dann pro Themengruppe eine Anzahl Fragen auswählt, bis eine vorgegebene Punktezahl für die jeweilige Themngruppe erreicht ist. Gleichartige Fragen sind gegeneinander gesperrt. Somit soll erreicht werden, dass die Prüfungen alle gleich schwierig sind. Ob dir aus einem Themenbereich aber nun eine Frage mehr liegt als eine andere, das ist natürlich persönliches Problem, wie beider Theorieprüfung beim Führerschein auch. Aber objektiv sind alle Prüfungen gleich schwierig, gleich lang und beinhalten dieselben Themen.
    Eine wirkliuch gute Sache, finde ich - wenn denn die Fragen sinnvoller wären ...

    beste Grüße,
    Andreas
  • Hallo Andreas,

    Andreas schrieb:

    Ob dir aus einem Themenbereich aber nun eine Frage mehr liegt als eine andere, das ist natürlich persönliches Problem, wie beider Theorieprüfung beim Führerschein auch.
    Ich würde die theoretische Prüfung wahrscheinlich bestehen. Nur die suggestiven Fragen zur Pilzberatertätigkeit machen mir noch kleine Probleme. Aber ich versuch mal einige:

    443) Ein Pilzsammler bringt ihnen zwei Kisten mit über 5 Kilogramm alten und madigen Steinpilzen in die Beratung. Was sagen Sie ihm ?

    "Guten Tag, die Mülldeponie hat erst Montag wieder los. Lassen sie bis dahin die Pilze aber besser nicht im Auto, sonst haben sie es hinterher voller Pilzmücken und Fliegen..."

    480) Ein Ratsuchender legt ihnen in der Pilzberatung 37 stattliche Steinpilze (Boletus edulis) vor. Wie verhalten Sie sich?

    Freundlich?

    486) Was empfehlen Sie für den Verzehr des Austernseitlings (Pleurotus ostratus), des Parasols (Macrolepiota procera) und des Perlpilzes (Amanita rubescens)?

    Zum Austernseitling empfehle ich einen spritzigen, fruchtigen Riesling.
    Da es den Parasol paniert gibt, empfehle ich ein Bier, vielleicht sogar ein echtes Pilsener Urquell.
    Zum Perlpilz kann ich nicht viel empfehlen, da er nicht nach viel schmeckt. Vielleicht viel gehackte Petersilie?

    487) Aus welchen drei Gründen empfehlen Sie keinen Verzehr von rohen Pilzen?

    1. Die Alba-Trüffel hat roh ein viel zu intensives Aroma.
    2. An rohen Morcheln bleibt der Dill nicht kleben
    3. Die Maden bewegen sich noch

    489) Was sollten die Teilnehmer ihrer Pilzexkursion unbedingt dabei haben?

    Schuhe?

    319) Welches Sammelgefäß empfehlen Sie für Pilze und welches auf keinen Fall?

    Ich empfehle ein großes Sammelgefäß und auf keinen Fall ein kleines. Aufgrund eines kleinen Sammelgefäßes musste ich schon mal Pfifferlinge im T-Shirt abtransportieren, was wiederum die Mücken gefreut hat...

    340) Mit welchen Lebensmitteln sind Pilze und ihre Handhabung vergleichbar?

    Hier wollte ich erst Fisch hinschreiben, aber da darf ja nur die Kühlkette nicht unterbrochen werden und ich hab noch nie Pilze auf Eis gesehen.
    Deshalb nehme ich jetzt Prinzessböhnchen in der Dose. Wie bei Champignos in der Dose ist die Handhabung gleich. Dose auf, Flüssigkeit abschütten und den Inhalt vor der Weiterverwendung anbraten.


    LG, Jens







  • AK_CCM schrieb:

    Liebe Pilzfreundinnen und Pilzfreunde,

    auf der Website steht ab sofort die mit Hilfe der PSV-Prüfer bereinigte Version der PSV-Prüfungsfragen als PDF-Datei zum Herunterladen bereit. An dieser Stelle besten Dank an Andreas Gminder und Lothar Krieglsteiner, die den Fragenkatalog gesichtet und bewertet haben.

    Ich bitte den Fehler zu entschuldigen.

    Gruß, Andreas
    Hallo,

    nun, so kann mans natürlich auch machen. Ich dachte (hoffte) dass unsere Kommentare zu den Fragen sowas wie eine Diskussion in Gang bringen würden zwischen den Prüfungsmachern und den Prüfern ... Zumal ja Lothar und ich viele fragen gar nicht einheitlich bewertet/kommentiert hatten. Aber gut, nicht gewünschte Diskussionen soll man nicht aufdrängen ....

    beste Grüße,
    Andreas
  • Hallo Jens,

    Krötenhocker schrieb:

    Hallo Andreas,

    Andreas schrieb:

    Ob dir aus einem Themenbereich aber nun eine Frage mehr liegt als eine andere, das ist natürlich persönliches Problem, wie beider Theorieprüfung beim Führerschein auch.
    Ich würde die theoretische Prüfung wahrscheinlich bestehen. Nur die suggestiven Fragen zur Pilzberatertätigkeit machen mir noch kleine Probleme. Aber ich versuch mal einige:
    443) Ein Pilzsammler bringt ihnen zwei Kisten mit über 5 Kilogramm alten und madigen Steinpilzen in die Beratung. Was sagen Sie ihm ?

    "Guten Tag, die Mülldeponie hat erst Montag wieder los. Lassen sie bis dahin die Pilze aber besser nicht im Auto, sonst haben sie es hinterher voller Pilzmücken und Fliegen..."

    480) Ein Ratsuchender legt ihnen in der Pilzberatung 37 stattliche Steinpilze (Boletus edulis) vor. Wie verhalten Sie sich?

    Freundlich?

    486) Was empfehlen Sie für den Verzehr des Austernseitlings (Pleurotus ostratus), des Parasols (Macrolepiota procera) und des Perlpilzes (Amanita rubescens)?

    Zum Austernseitling empfehle ich einen spritzigen, fruchtigen Riesling.
    Da es den Parasol paniert gibt, empfehle ich ein Bier, vielleicht sogar ein echtes Pilsener Urquell.
    Zum Perlpilz kann ich nicht viel empfehlen, da er nicht nach viel schmeckt. Vielleicht viel gehackte Petersilie?

    487) Aus welchen drei Gründen empfehlen Sie keinen Verzehr von rohen Pilzen?

    1. Die Alba-Trüffel hat roh ein viel zu intensives Aroma.
    2. An rohen Morcheln bleibt der Dill nicht kleben
    3. Die Maden bewegen sich noch

    489) Was sollten die Teilnehmer ihrer Pilzexkursion unbedingt dabei haben?

    Schuhe?

    319) Welches Sammelgefäß empfehlen Sie für Pilze und welches auf keinen Fall?

    Ich empfehle ein großes Sammelgefäß und auf keinen Fall ein kleines. Aufgrund eines kleinen Sammelgefäßes musste ich schon mal Pfifferlinge im T-Shirt abtransportieren, was wiederum die Mücken gefreut hat...

    340) Mit welchen Lebensmitteln sind Pilze und ihre Handhabung vergleichbar?

    Hier wollte ich erst Fisch hinschreiben, aber da darf ja nur die Kühlkette nicht unterbrochen werden und ich hab noch nie Pilze auf Eis gesehen.
    Deshalb nehme ich jetzt Prinzessböhnchen in der Dose. Wie bei Champignos in der Dose ist die Handhabung gleich. Dose auf, Flüssigkeit abschütten und den Inhalt vor der Weiterverwendung anbraten.


    LG, Jens
    Du kannst natürlich versuchen, das ganze ins Lächerliche zu ziehen. Ich sehe die Formulierung etlicher Fragen auch als überarbeitungswürdig an, aber man kann's auch übertrieben. Ich als Prüfer würde Dir einige der Antworten als falsch anstreichen. Wenn z.B. nach Pilzen im allgemeinen gefragt wird, dann würde ich eine Antwort mit Bezug auf eine spezielle Art wohl im Regelfall als falsch beantwortet werten. "warum kein Verzehr von rohen Pilzen" läst keine Antwort die einzelne Arten betreffen zu, folglich würde ich Dir Antwort 1 und 2 zu dieser Frage streichen. Und die dritte Antwort erschließt sich mir überhaupt nicht: Sind lebende Pilzmaden giftig und gekochte nicht?
    Möglich dass Du die schriftliche Prüfung trotzdem bestehen würdest. Möglich aber auch, dass Du mit einer gewissen Hypothek in die mündliche Prüfung gehen müsstest, da ein Teil der Prüfung ja auch die menschliche Eignung zum Berater darstellt, nicht alleine die fachliche. Und da hätte die Prüfungskommission möglicherweise bereits den Verdacht auf Defizite in deinem Fall, den wir Dir natürlich ausgiebigst Gelegenheit geben würden auszuräumen. Sprich, jemand der solche Antworten in der schriftlichen Prüfung gibt, dürfte von der Prüfungskommission besonders in die Mangel genommen werden, um sicher zu gehen, dass sich der angehende PSV auch seiner Verantwortung und der Ernsthaftigkeit seiner Tätigkeit bewusst ist.

    beste Grüße,
    Andreas
  • Hallo zusammen,

    einige Fragen sind jetzt zwar draußen, aber es sind m.E. noch mehr als genug suboptimale bis unsinnige Fragen übrig.

    So ab Frage 53 die "Nennen Sie fünf Merkmale"-Fragen. Wie gesagt:

    Hut, Stiel, Lamellen, fleischige Fruchtkörper, wächst im Wald... trifft auf viele zu, bei manchen muss man wohl das 5. Merkmal abwandeln zu "wächst auf der Wiese"

    Auch ist der Erwartungshorizont nicht klar - Frage 147: Sporenpulver der Gattung Amanita: soll man weiß schreiben oder besser weiß, creme, gelb, grünlich?

    Oder Frage 152: Spp. der Trichterlinge - die Nebelkappe hat gelbes Sporenpulver, andere rosafarbenes - reicht "hell" oder muss man (unkorrekterweise) weiß schreiben?

    ab 182: Ernährungsweise - reicht heterotroph? Oder muss man es genauer erklären? Und wie genau? (bei anderen Fragen reicht oft ein "ja" oder "nein")

    Frage 215: gibt es tödlich giftige Röhrlinge? - immer noch: ja (worauf bezieht sich die Frage? Europa? Weltweit? Deutschland?)

    Frage 218: "
    Wie lautet die Stäublingsregel und welcher ähnliche Bauchpilz könnte zu kritischen Verwechslungen führen?"

    Welcher ähnliche? Ähnlich zu welchen Arten? Man könnte fragen: Welche Bauchpilze könnten auch mit Stäublingsregel (was genau das auch sein mag) gesammelt werden und zu Vergiftungen führen? Vermutlich sind junge Hartboviste gemeint?!

    Frage 222: "
    Zur Pilzberatung kommt ein Mann, der in seinem Korb drei Dutzend Täublinge in verschiedenen Farben hat. Was erzählen sie ihm?"

    Was soll man da schreiben? 36 Fruchtkörper ist ja noch im Bereich des realistischen. Die Grünen und blauen Frauentäublinge kennt der Sammler (oder glaubt es), die gelben Ockertäublinge auch. Soll man jetzt einen Roman mit Fallunterscheidungen schreiben?

    Fragestellungen wie "Was erzählen Sie ihm" sind doch viel zu offen. Hat man in der Prüfung die Zeit, einen Roman zu schreiben?

    Frage 231: Giftige Röhrlinge mit weißen oder gelben Poren? Gelb: ja, auch in Deutschland. Weiß? eventuell - junge Gyroporus ammophilus - sind die bei uns nachgewiesen?

    Frage 294 "Erläutern Sie die wichtige ökologische Bedeutung der Pilze im Naturhaushalt."

    Antwort: ein Roman... was will der Prüfer lesen? Viel zu offene Fragestellung... Oder reicht: sie sind Destruenten und Mineralisierer?

    Frage 343 "Wie können Sie als PSV aktiv zum Pilzschutz beitragen"

    Erneut extrem offene Fragestellung. Was ist der Erwartungshorizont?

    Frage 350 "Pilze ernähren sich wie Menschen und Tiere. Wie nennt man das"

    Muss ein PSV den Begriff heterotroph wirklich kennen (ich hatte das oben mehr ironisch gemeint - wer kennt den Begriff, der nicht Bio-Abi hat oder Bio studiert hat?)

    Frage 382: "Durch welche, in Pilzen enthaltene Giftstoffe wird die menschliche Niere
    geschädigt?"

    Echt jetzt? PSV müssen das Smithiana-Toxin kennen? Nicht nur Orellanin? Es reicht nicht, zu wissen, dass es allein in der Gattung Amanita mindestens zwei weitere Nierentoxine gibt. Ich weiß ja selber nicht, was in Amanita proxmia enthalten ist - nicht das Smithiana-Toxin.

    Zusätzlich zu den humoristischen Beispielen von Krötenhocker oben (ich interpretiere es so, dass er die zu offene Frageweise kritisiert), empfinde ich die Fragestellungen an sich bei viel mehr Fragen teils extrem (zu) offen. Bei manchen Aufgaben kann man Romane schreiben, bei anderen reicht ein Ja oder Nein.

    Der Erwartungshorizont ist oft m.E. völlig unklar. Auch der Bezug - weltweit, Europa, Deutschland... fehlt oft.

    Die von Andreas kritiserten Fragen zu Phellinus und Co. sind auch noch enthalten.


    Es fehlt einfach eine Klarstellung, was ein PSV wirklich können und wissen muss und wie genau er die Fragen beantworten soll. Manche Fragen sind schwierig, wenn man sich etwas tiefer auskennt, da sie eben recht oberflächlich sind. Allein schon die giftigen Röhrlinge mit weißen oder gelben Poren.
    Ist das eine Fangfrage? Satanspilze mit gelben Poren gibt es manchmal... und ob der Schönfußröhlring als giftig bezeichnet wird, ist uneineheitlich. Woher soll man das als PSV-Anwärter wissen? Und mit weißen Poren - wer von den aktiven PSV kennt Gyroporus ammophilus? Oder soll das nur heißen, dass es keine giftigen Steinpilze gibt?

    Das sind nur Beispiele... Und klar, ich weiß, wie schwierig es ist, gute Fragen zu erstellen, die eindeutig gestellt sind, deren Erwartungshorizont anhand der Frage erkennbar ist und die zudem nur auf das für die Prüfung zu erwartende Wissen zurückgreifen.

    Noch schwieriger ist das, wenn nicht einmal festgelegt ist, was man wissen muss. Wie kann man aus der nahezu nichtexistenten Prüfungsordnung herauslesen, dass man Porlingsgattungen außer Hapalopilus und Laetiporus kennen muss. Und wer kann heute noch Phellinus definieren? Phellinus s.str.? Phellinus s.l.?

    So gut ich die Idee finde, Prüfungsfragen online zu stellen, so sehr kritisiere ich, dass viele Fragen einfach gar nicht gehen und dass nirgens klar definiert ist, was der Prüfling wissen muss.

    Liebe Grüße,
    Christoph
  • Andreas schrieb:

    Ich dachte (hoffte) dass unsere Kommentare zu den Fragen sowas wie eine Diskussion in Gang bringen würden zwischen den Prüfungsmachern und den Prüfern ... Zumal ja Lothar und ich viele fragen gar nicht einheitlich bewertet/kommentiert hatten. Aber gut, nicht gewünschte Diskussionen soll man nicht aufdrängen ....
    Die Veröffentlichung der Prüfungsfragen war ja bereits beim Frühjahrs-Treffen von FA PSV, Prüfern und Teilen des Präsidiums beschlossen und wurde nun endlich umgesetzt.
    Das bedeutet aber nicht, dass die von euch gelb (Diskussionsbedarf) und teils rot (hier nun gestrichen) markierten Fragen nicht mehr diskutiert werden sollen. Das macht aber in der aktuellen Konstellation wohl erst nach der MV mit einem/einer neuen PSV-Beauftragten Sinn. Der gesamte Fragenpool ist natürlich nicht nur verbesserungswürdig sondern auch noch ausbaufähig.

    Beste Grüße, Peter
  • Hallo Andreas,

    Andreas schrieb:

    Möglich aber auch, dass Du mit einer gewissen Hypothek in die mündliche Prüfung gehen müsstest, da ein Teil der Prüfung ja auch die menschliche Eignung zum Berater darstellt, nicht alleine die fachliche. Und da hätte die Prüfungskommission möglicherweise bereits den Verdacht auf Defizite in deinem Fall, den wir Dir natürlich ausgiebigst Gelegenheit geben würden auszuräumen.
    Oh ja, bitte... Wie könnte ich die denn ausräumen? Soll ich vielleicht schon mal anfangen? Die Beiträge der möglichen Prüfer liken, vielleicht? Was trinkst du gerne? Vielleicht ein Schächtelchen Pralinen, welches wir gemeinsam leeren? … ;)

    Jetzt schau ich mir erstmal den kommentierten Katalog an.

    LG, Jens
  • Hallo zusammen,

    Der neue Katalog ist leider nur stark eingedampft. Schade, so kann man nicht erkennen, welche Fragen als diskussionswürdig erachtet werden.


    Bei der Frage:

    Christoph schrieb:

    Frage 231: Giftige Röhrlinge mit weißen oder gelben Poren? Gelb: ja, auch in Deutschland. Weiß? eventuell - junge Gyroporus ammophilus - sind die bei uns nachgewiesen?
    dachte ich, der Fragesteller will auf einen Befall mit dem Goldschimmel hinaus. Also im Anfangsstadium.
    Na vielleicht liege ich ja richtig und bekomme die Punkte... ;)

    LG, Jens
  • mykorrhiza

    Christoph schrieb:

    So ab Frage 53 die "Nennen Sie fünf Merkmale"-Fragen. Wie gesagt:

    Hut, Stiel, Lamellen, fleischige Fruchtkörper, wächst im Wald... trifft auf viele zu, bei manchen muss man wohl das 5. Merkmal abwandeln zu "wächst auf der Wiese"
    Servus Christoph,
    das wäre auch ungenau, entweder Mykorrhiza oder nicht. Würde auch nicht eine Kaiserlingsstelle im Odenwald mit einer Eiche als Wald bezeichnen, aber es wird ja ein wenig dran gearbeitet und mal sehen was rauskommt,
    liebe Grüsse
    Matthias